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COP24 in Kattowitz

Neue Chancen für Wirtschaft und Entwicklung durch ambitionierten Klimaschutz

Potenziale des 21. Jahrhunderts für inklusives Wachstum erschließen: Klimaschutz beschleunigen


Lord Nicholas Stern, Ko-Vorsitzender der internationalen Experten-Kommission für Wirtschaft und Klima (links) und Staatssekretär Martin Jäger

Ambitionierter Klimaschutz ist nicht nur mit Kosten, sondern auch mit erheblichen Chancen für wirtschaftliche und soziale Entwicklung verbunden. Dies findet in der öffentlichen Diskussion bislang allerdings kaum Niederschlag. Der jüngste Bericht der "New Climate Economy" (NCE) mit dem Titel Potenziale des 21. Jahrhunderts für inklusives Wachstum erschließen: Klimaschutz beschleunigen (PDF 1,6 MB) fokussiert die wirtschaftlichen Chancen, die durch Klimaschutz entstehen – eine Perspektive, die zentral für die aktuelle Debatte ist, so Staatssekretär Martin Jäger auf einer Veranstaltung im deutschen COP24-Pavillon.

Professor Lord Nicholas Stern, Ko-Vorsitzender der internationalen Experten-Kommission für Wirtschaft und Klima, überreichte Staatssekretär Jäger den mit Unterstützung des BMZ erstellten NCE-Bericht symbolisch bei der Präsentation des Berichts bei der COP24 in Kattowitz.

Der NCE-Bericht hebt hervor, dass entschlossener Klimaschutz die Grundlage für einen weiter wachsenden und gerecht verteilten Wohlstand bildet: 65 Millionen neue Arbeitsplätze, 26 Billionen US-Dollar volkswirtschaftliche Gewinne können durch ambitionierten Klimaschutz weltweit bis 2030 erzielt werden, 700.000 Todesfälle durch Luftverschmutzung können vermieden werden. Die negativen Folgen des Klimawandels verstärken hingegen Armut und Unterentwicklung. Ohne eine ambitionierte Klimapolitik können Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele nicht erreicht werden, wie Professor Nicholas Stern in seiner Präsentation des Berichts erläuterte.

Professor Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) verstärkte in einer nachfolgenden Paneldiskussion den Appell Lord Sterns zum raschen Handeln und wies darauf hin, dass unsere Gesellschaft einen der größten Umbauprozesse vor sich hat, den es je gab: die Dekarbonisierung des Handelns aller, insbesondere der Wirtschaft. Diese Transformation müsse durch die Politik klug und mutig angeleitet werden. Preety M. Bhandari, Klimadirektorin der Asiatischen Entwicklungsbank, betonte, dass die Bank die Analysen und Schlussfolgerungen des Berichtes teile und dabei sei, ihre Arbeitsschwerpunkte entlang des klimafreundlichen Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft zu definieren, wie auch die Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Die stellvertretende Umweltministerin Armeniens, Irina Ghaplanyan, erläuterte, wie ihr Land sein Energiesystem hin zu erneuerbaren Energien modernisiert.

Insgesamt verdeutlichte die Diskussion die vielfältigen wirtschaftlichen Chancen durch entschlossenen Klimaschutz gerade auch in Entwicklungsländern.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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