Hauptinhalt

COP24

Wie können wir eine klimagerechte Infrastruktur in Städten finanzieren?


11.12.2018 – Die Auswirkungen des Klimawandels rufen jährliche immense Schäden hervor. Laut Munich Re kam es allein 2017 zu 320 Milliarden Dollar an Schäden durch extreme Wetterereignisse. Gleichzeitig führen Bevölkerungswachstum und Urbanisierung zu riesigem Investitionsbedarf in die urbane Infrastruktur, insbesondere in Transport, Wasser, Abwasser, Energie und Grünflächen. Gerade für Entwicklungsländer ist es daher zentral, besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen zu lernen und dafür jetzt die Weichen zu stellen. Das gilt vor allem für Städte, wo die Infrastrukturinvestitionen in den kommenden 30 Jahren verdoppelt werden.

Auch die G20 haben sich unter argentinischer und japanischer Präsidentschaft des Themas angenommen. Vor diesem Hintergrund diskutierten Vertreter der G20, internationaler Organisationen und Wissenschaftler im deutschen Pavillon bei der COP24 die Frage der Anpassung und Resilienz gegenüber dem Klimawandel und die entsprechende Rolle der G20.

Nach einer Einführung durch BMZ-Abteilungsleiterin Ingrid-Gabriela Hoven erklärten Umweltminister Sergio Bergmann und Staatssekretär Carlos Gentile aus Argentinien, wie das G20-Arbeitsprogramm zu Anpassung Erfahrungen weltweit sammeln und verfügbar machen möchte.

Mit Ausnahme der USA haben die Staats- und Regierungschefs beim jüngsten G20-Gipfel in Buenos Aires eine ambitionierte Umsetzung des Pariser Abkommens bekräftigt. Alle gemeinsam aber haben das G20-Arbeitsprogramm zu Anpassung auf den Weg gebracht.

Unter deutscher G20-Präsidentschaft 2017 hatte das BMZ das Arbeitsprogramm in der Klimaarbeitsgruppe vorgeschlagen. Japan möchte es kommendes Jahr weiterführen, wie Kaoru Magosaki, Direktor beim Außenministerium, klarstellte. In diesem Kontext stellte Steve Hammer von der Weltbank die mit dem BMZ erarbeitete Studie zur Finanzierung urbaner Infrastruktur vor.

Wie viel Potenzial beispielsweise in der Bepreisung von CO2-Emissionen steckt, erklärte Prof. Edenhofer, designierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Viele Länder könnten so große Teile der Kosten für nachhaltige und klimafreundliche Infrastruktur decken.

Um Resilienz als Grundprinzip für urbane Infrastruktur zu verankern, bedarf es klarer politscher Vorgaben und guter Rahmenbedingungen, wie Michael Mullan von der OECD ausführte.

Schließlich diskutierten Emani Kumar, Debra Roberts (Co-Chair der IPCC Working Group II Impacts, Adaptation and Vulnerability) und Ekhosuehi Iyahen (Generalsekretärin des Insurance Development Forum), welche Rolle Stadtverwaltungen, andere lokale Akteure und die Versicherungswirtschaft spielen können.

Ein Ansatzpunkt ist die Arbeit der InsuResilience Global Partnership, die unter der deutschen G20-Präsidentschaft angestoßen und 2017 auf der COP23 in Bonn unter anderem mit Sergio Bergman und dem fidschianischen Präsidenten Bainimarama ins Leben gerufen wurde.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen