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COP24

Arme und verwundbare Länder besser vor den Folgen des Klimawandels schützen


Die Parlamentarische Staatssekretären Dr. Maria Flachsbarth während der Sitzung der hochrangigen Steuerungsgruppe der InsuResilience Global Partnership am 9. Dezember 2018 in Kattowitz

10.12.2018 – Am Rande der 24. Weltklimakonferenz in Katowice fanden im Rahmen der InsuResilience Global Partnership zwei Veranstaltungen statt: Unter Vorsitz der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMZ, Dr. Maria Flachsbarth, und des Finanzministers der Marshallinseln, Brenson S. Wase, traf sich am 9. Dezember erstmals die hochrangige Steuerungsgruppe der Partnerschaft, die High-Level Consultative Group. Am 10. Dezember wiederum kamen über 200 Expertinnen und Experten zum InsuResilience Global Partnership Forum zusammen, um die praktische Arbeit auf Länderebene im Rahmen der InsuResilience Global Partnership zu diskutieren.

Die InsuResilience Global Partnership wurde 2017 auf der COP23 in Bonn ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, arme und verwundbare Länder über Risikofinanzierung und Versicherungsmechanismen besser vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Die Partnerschaft hat ihre Mitgliedschaft im Jahr 2018 verdoppelt auf aktuell 61 Mitglieder, G20 und V20 (die am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder), internationale Organisationen und Entwicklungsbanken, Zivilgesellschaft, Privatsektor und Wissenschaft. Die Europäische Union, Kanada und der International Development Finance Club (IDFC), ein Verbund von 24 nationalen Entwicklungsbanken, traten der Partnerschaft jüngst bei. Ein besonderes Merkmal der Partnerschaft ist, dass sie von G20- und V20-Repräsentanten gemeinsam angeleitet wird und diesen die Möglichkeit zum Dialog zu diesem wichtigen Themenkomplex bietet.

Im Rahmen der Partnerschaft werden bereits 25 Programme in 78 Ländern umgesetzt. So gab es in der Vergangenheit bereits Versicherungsauszahlungen in Höhe von etwa 200 Millionen US-Dollar. Repräsentanten beider Veranstaltungen waren sich einig, dass der Einsatz von Risikofinanzierung und Versicherungsmechanismen angesichts steigender Klimaschäden dringend ausgeweitet werden muss – unter Berücksichtigung länderspezifischer Gegebenheiten.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Flachsbarth hob die Rolle der Partnerschaft hervor: "Klimakatastrophen werfen jedes Jahr 26 Millionen Menschen zurück in die Armut. Die Partnerschaft ist die zentrale globale Initiative, um die finanzielle Widerstandsfähigkeit der armen und verwundbaren Menschen zu erhöhen und den Teufelskreis von Katastrophen und Armut zu durchbrechen."

Die hochrangige Steuerungsgruppe brachte 18 Vertreter aller Stakeholder-Gruppen der Partnerschaft an einen Tisch. Unter anderem Laura Tuck, Vizepräsidentin der Weltbank, Remy Rioux, Vorsitzender des IDFC, Harison Randriarimanana, der madagassische Landwirtschaftsminister, und Denis Duverne, Vorsitzender von AXA diskutierten die Zielsetzung der Partnerschaft und stellten ihre Beiträge zum Gelingen der Partnerschaft vor. Die Steuerungsgruppe einigte sich auf die Grundlagendokumente der Partnerschaft, darunter sogenannte "pro-poor principles", die sicherstellen sollen, dass die Partnerschaft insbesondere die armen und verwundbaren Bevölkerungsgruppen addressiert. Weiterhin einigte sich die Gruppe auf die Entwicklung eines ambitionierten Arbeitsplans bis 2025, der die Dringlichkeit des Handelns klar wiederspiegelt. Themen, die dabei besonders bedacht werden sollen, sind die zentrale Rolle von Frauen im Klimarisikomanagement sowie die Notwendigkeit konzessionärer Finanzierung inklusive Prämienfinanzierung, um Ländern den Zugang zu genannten Mechanismen zu erleichtern.

Das InsuResilience Global Partnership Forum brachte Expertinnen und Experten zum Thema Klimarisikofinanzierung und Versicherung aus aller Welt zusammen. Ziel des Forums war es insbesondere, Praxiserfahrung in konkreten Länderkontexten wie zum Beispiel Sri Lanka, Sambia und Kolumbien zu besprechen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Bereiche Verbesserung der Datengrundlage und der Modellierung von Klimafolgen, Stärkung der Kapazitäten beteiligter Akteure auf Länder- und sub-nationaler Ebene sowie Bereitstellung von Finanzierung wurden vom Forum als besonders wichtig für die Skalierung von Risikofinanzierungsmechanismen erachtet. Das Forum wird bis zu seinem nächsten Treffen Ende 2019 in Arbeitsgruppen zentrale inhaltliche Themen weiterbearbeiten.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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