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Millenniumsziele

Im Detail: Ziele, Zielvorgaben und Indikatoren

Die acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) werden durch 21 Zielvorgaben konkretisiert. Zu jedem MDG gibt es außerdem Indikatoren, die genutzt werden, um die Fortschritte auf dem Weg zur Verwirklichung des Ziels zu messen. Alle Indikatoren sind soweit möglich nach Geschlecht und Stadt/Land aufzuschlüsseln:

MDG 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen
Zielvorgaben Indikatoren

1.A: Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbie­ren, deren Einkommen weniger als einen US-Dollar pro Tag beträgt

1.1 Anteil der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag (umgerechnet in Kaufkraftparität)

1.2 Armutslückenverhältnis: Armutsinzidenz (Zahl der extrem Armen) multipliziert mit der Armutstiefe (gibt an, um wie viel Prozent das Einkommen der Armen unterhalb der Armutsgrenze liegt)

1.3 Anteil, den das ärmste Fünftel der Bevölkerung am gesamten nationalen Konsum hat

1.B: Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle, ein­schließ­lich Frauen und junger Menschen, verwirklichen

1.4 Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) pro Erwerbstätigen

1.5 Verhältnis Beschäftigung – Bevölkerung

1.6 Anteil der Erwerbstätigen, die mit weniger als einem US-Dollar (Kaufkraftparität) pro Tag auskommen müssen

1.7 Anteil der Selbstständigen ohne Beschäftigte und der Familienarbeitskräfte an der Gesamtbeschäftigung

1.C: Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen halbie­ren, die Hunger leiden

1.8 Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren

1.9 Anteil der Bevölkerung unter dem Mindestniveau der Nahrungsenergieaufnahme


MDG 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung
Zielvorgaben Indikatoren

2.A: Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder in der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Primar­schulbildung vollständig abschließen können

2.1 Nettoeinschulungsquote im Grundschulbereich (Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen)

2.2 Anteil der Grundschulanfänger, die die letzte Klassenstufe der Grundschule erreichen

2.3 Alphabetenquote bei den 15- bis 24-jährigen Frauen und Männern


MDG 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
Zielvorgaben Indikatoren

3.A: Das Geschlechter­gefälle in der Grund- und Sekundar­schul­bil­dung beseitigen, vorzugs­weise bis 2005 und auf allen Bildungs­ebenen spätestens bis 2015

3.1 Verhältnis Mädchen / Jungen in der Primar-, Sekundar- und Tertiärstufe des Bildungssystems

3.2 Anteil der Frauen an den unselbstständigen Erwerbstätigen im nichtlandwirtschaftlichen Sektor

3.3 Sitzanteil der Frauen im nationalen Parlament


MDG 4: Senkung der Kindersterblichkeit
Zielvorgaben Indikatoren

4.A: Zwischen 1990 und 2015 die Sterb­lich­keitsrate von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel senken

4.1 Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren (pro 1.000 Lebend­geburten)

4.2 Säuglingssterblichkeitsrate (pro 1.000 Lebendgeburten)

4.3 Anteil der Einjährigen, die gegen Masern geimpft wurden


MDG 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern
Zielvorgaben Indikatoren

5.A: Zwischen 1990 und 2015 die Mütter­sterblich­keits­rate um drei Viertel senken

5.1 Müttersterblichkeitsrate (Anzahl der Frauen pro 100.000 Lebend­gebur­ten, die während der Schwangerschaft oder Geburt sterben)

5.2 Anteil der von medizinischem Fachpersonal betreuten Geburten

5.B: Bis 2015 den allgemeinen Zugang zu Leistungen der Repro­duk­tions­medizin verwirklichen

5.3 Verwendungsrate von Verhütungsmitteln

5.4 Geburtenrate bei Jugendlichen

5.5 Zugang zur Schwangeren­vor­sorge (mindestens ein Besuch und mindestens vier Besuche)

5.6 Ungedeckter Bedarf an Familienplanungsdiensten


MDG 6: Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten
Zielvorgaben Indikatoren

6.A Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/AIDS zum Stillstand bringen und allmählich umkehren

6.1 HIV-Prävalenz bei den 15- bis 24-Jährigen

6.2 Kondombenutzung beim letzten risikoreichen Geschlechtsverkehr

6.3 Anteil der 15- bis 24-Jährigen mit umfassendem und richtigem Wissen über HIV/AIDS

6.4 Verhältnis der Schulbesuchs­quote von Waisenkindern zur Schulbesuchsquote von Nichtwaisen im Alter von 10-14 Jahren

6.B: Bis 2010 allgemeinen Zugang zu HIV/AIDS-Behandlung für alle Behandlungs­bedürf­tigen sicher­stel­len

6.5 Anteil der Bevölkerung mit fortgeschrittener HIV-Infektion, der Zugang zu antiretroviralen Medikamenten hat

6.C: Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und allmählich umkehren

6.6 Malariainzidenz und Malariasterblichkeit

6.7 Anteil der Kinder unter fünf Jahren, die unter imprägnierten Moskitonetzen schlafen

6.8 Anteil der Kinder unter fünf Jahren mit Fieber, die mit geeigneten Malaria-Medikamenten behandelt werden

6.9 Tuberkuloseinzidenz, -prävalenz und -sterblichkeit

6.10 Anteil der diagnostizierten und mit Hilfe der direkt überwachten Kurzzeittherapie geheilten Tuberkulosefälle


MDG 7: Umweltschutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
Zielvorgaben Indikatoren

7.A: Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme einbauen und den Verlust von Umweltressourcen umkehren

7.1 Anteil der Waldflächen

7.2 Kohlendioxid-Emissionen insgesamt, pro Kopf und je einem Dollar BIP (Kaufkraftparität)

7.3 Verbrauch ozonabbauender Stoffe

7.4 Anteil der Fischbestände innerhalb sicherer biologischer Grenzen

7.5 Anteil der genutzten Wasserressourcen an den gesamten Wasservorkommen

7.B: Den Verlust an biologischer Vielfalt reduzieren, mit einer signifikanten Redu­zierung der Verlustrate bis 2010

7.6 Anteil der geschützten Land- und Meeresgebiete

7.7 Anteil der vom Aussterben bedrohten Arten

7.C: Bis 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwand­freiem Trink­wasser und grundlegenden sani­tären Einrichtungen haben

7.8. Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu verbesserter Trinkwasserversorgung

7.9 Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen

7.D: Bis 2020 eine erhebliche Verbes­serung der Lebens­bedingungen von mindestens 100 Millionen Slum­bewoh­nern herbeiführen

7.10 Anteil der in Slums lebenden städtischen Bevölkerung


MDG 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft
Zielvorgaben Indikatoren

8.A: Ein offenes, regel­gestütz­tes, berechen­bares und nicht diskrimi­nie­rendes Handels- und Finanz­system weiter­ent­wickeln. Dies schließt die Verpflichtung zu guter Regierungs­füh­rung, die Entwicklung und die Armuts­reduzierung – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene mit ein.

Einige der nachstehend aufgeführten Indikatoren werden für die am wenigsten entwickelten Länder, Afrika, die Binnen- und kleinen Inselentwicklungsländer gesondert überwacht.

 

Öffentliche Entwicklungs­zusammen­arbeit

8.1 Öffentliche Entwick­lungs­hilfe, netto (insgesamt und an die am wenigsten ent­wickel­ten Länder), in Prozent des Brutto­national­einkommens der OECD/DAC-Geberländer

8.2 Anteil der gesamten bilateralen, sektoral zuzuordnenden öffentlichen Entwicklungshilfe der OECD/DAC-Geberländer für soziale Grunddienste (Grundbildung, primäre Gesundheitsversorgung, Ernährung, einwandfreies Wasser und Sanitär­versor­gung)

8.3 Anteil der ungebundenen bilateralen öffentlichen Entwicklungshilfe der OECD/DAC-Geberländer

8.4 Von den Binnen­entwick­lungs­ländern erhaltene öffentliche Entwicklungshilfe in Prozent ihres Brutto­national­einkommens

8.5 Von den kleinen Inselentwicklungsländern erhaltene öffentliche Entwicklungshilfe in Prozent ihres Brutto­national­einkommens

 

Marktzugang

8.6 Anteil der zollfreien Einfuhren an den Gesamt­einfuhren der entwickelten Länder aus den Entwick­lungsländern und den am wenigsten entwickelten Ländern (nach Wert und ohne Rüstungsgüter)

8.7 Durchschnittliche Höhe der von den entwickelten Ländern erhobenen Zölle auf Agrar­produk­te, Textilien und Bekleidung aus den Entwick­lungsländern

8.8 Geschätzte Agrar­subventionen in den OECD-Ländern in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

8.9 Anteil der für den Aufbau der Handelskapazitäten gewährten öffentlichen Entwicklungshilfe

 

Schuldentragfähigkeit

8.10 Gesamtzahl der Länder, die ihren Entscheidungspunkt im Rahmen der Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPCs) erreicht haben und Anzahl der Länder, die ihren HIPC-Abschlusspunkt erreicht haben (kumulativ)

8.11 Im Rahmen der HIPC-Initiative und der Multi­latera­len Entschuldungs­initiative (MDRI) zugesagte Schulden­erleichterungen

8.12 Schuldendienst in Prozent der Exporterlöse (Güter und Dienstleistungen)

8 B: Den besonderen Bedürfnissen der am wenigsten entwickelten Länder Rechnung tragen. Umfasst den zoll- und quotenfreien Zugang für die Exporte der am wenigsten entwickelten Länder, ein verstärktes Schul­den­erleich­terungs­programm für die hochverschuldeten armen Länder und die Streichung der bila­teralen öffentlichen Schulden sowie die Gewährung groß­zügi­gerer öffentlicher Entwicklungshilfe an Länder, die sich für die Armutsminderung einsetzen

8.C: Den besonderen Bedürfnissen der Binnen- und kleinen Insel­entwick­lungs­länder Rechnung tragen (durch das Aktionsprogramm für die nachhaltige Entwicklung der kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern und die Ergebnisse der 22. Sondertagung der General­versammlung)

8.D: Die Schuldenprobleme der Entwicklungsländer durch Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene umfassend angehen und so die Schulden langfristig tragbar werden lassen

8.E: In Zusammen­arbeit mit den Pharma­unternehmen unent­behr­liche Arznei­mittel zu bezahlbaren Kosten in den Entwick­lungs­ländern verfügbar machen

8.13 Anteil der Bevölkerung mit dauerhaftem Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln zu bezahlbaren Kosten

8.F: In Zusammen­arbeit mit dem Privatsektor dafür sorgen, dass die Vorteile der neuen Technologien, insbe­son­dere der Infor­mations- und Kommuni­kations­technologien, genutzt werden können

8.14 Festnetzanschlüsse je 100 Einwohner

8.15 Mobilfunkteilnehmer je 100 Einwohner

8.16 Internetnutzer je 100 Einwohner

 

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