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Fortschritte
Ziel 8: Weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Die Einfuhrzölle in den entwickelten Ländern sind rückläufig, was zweifelsohne eine positive Entwicklung darstellt. Die größten Zollfreiheiten genießen die am wenigsten entwickelten Länder Afrikas. Die ärmsten Länder Asiens, die viele Waren exportieren, sehen sich dagegen nach wie vor mit höheren Zöllen konfrontiert. Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (United Nations Conference on Trade and Development, UNCTAD) schätzt, dass den Entwicklungsländern durch Handelsbarrieren im Bereich der arbeitsintensiven Industrien, etwa der Textilbranche, jährlich Exporterlöse in Höhe von 700 Milliarden US-Dollar entgehen.
Die Agrarsubventionen der Industrieländer benachteiligen die Entwicklungsländer und liegen noch immer um ein Vielfaches höher als die zur Verfügung gestellten Mittel der staatlichen Entwicklungsfinanzierung (ODA). Die Beschlüsse der WTO-Ministerkonferenz von 2005 – Abbau der Agrarexportsubventionen bis 2013, Abbau der Baumwollexportsubventionen bis 2006, zoll- und quotenfreier Zugang zu den Märkten der Industriestaaten für die ärmsten Länder bis 2008 – sind von großer Bedeutung für die Entwicklungsländer. Aufgrund des noch ausstehenden Abschlusses der Doha-Runde wurden diese Vereinbarungen bislang jedoch nicht oder nur unzureichend umgesetzt.
Die Höhe der ODA-Mittel steigt sowohl in absoluten Zahlen als auch gemessen am Anteil des Bruttonationaleinkommens der Geberländer kontinuierlich an. Die Hilfszahlungen liegen jedoch weiter unter dem von den Vereinten Nationen angesetzten Zielwert von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Einige Geber haben diesen Anteil bereits erreicht, so Dänemark, Luxemburg und Schweden, Norwegen und die Niederlande. Andere werden ihn bis 2015 ganz oder fast erreichen. Auch Deutschland hält an diesem Ziel fest.
Um nationale Ressourcen für Armutsreduzierung und nachhaltige Entwicklung freizusetzen, haben die Industrieländer Initiativen für Schuldenerlasse ins Leben gerufen. Aus der Initiative für hoch verschuldete arme Länder (Highly Indebted Poor Countries, HIPC) und der Multilateralen Entschuldungsinitiative (Multilateral Debt Relief Initiative, MDRI) wurden bislang Schuldenerleichterungen in Höhe von insgesamt 80 Milliarden US-Dollar zugesagt.
Im Bereich des Zugangs zu unentbehrlichen Medikamenten ist die Umsetzung des Übereinkommens über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights, TRIPS) von 1994 ein wichtiger Schritt beim Aufbau einer angemessenen Gesundheitsversorgung. Hierdurch können die Entwicklungsländer selbst Arzneimittellizenzen vergeben und sie als Generika durch einheimische Firmen produzieren lassen.
Die Nutzung moderner Technologien schreitet in den Entwicklungsregionen zügig voran: Dank Mobiltelefon stehen inzwischen Informationen wie zum Beispiel aktuelle Marktpreise aber auch Dienstleistungen wie Telefonbanking selbst in entlegenen Gegenden zur Verfügung. Während die Zahl der Festnetzanschlüsse stagniert beziehungsweise leicht rückläufig ist, kletterte die weltweite Rate der Mobiltelefonanschlüsse bis 2009 nach Schätzungen auf 67 je 100 Einwohner. Dynamische Zuwächse verzeichnet auch die Zahl der Internetnutzer.
Informationen

Siehe auch
- Der ODA-Stufenplan – Europas Verpflichtung zur Entwicklungsfinanzierung
- Thema: Entschuldung
- Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD)
- Welthandelsorganisation und Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen (WTO)
Externe Links
- MDG Monitor: Informationen der Vereinten Nationen über den Stand der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (englisch)
- The Millennium Development Goals Report 2010 of the United Nations. Fortschrittsbericht der Vereinten Nationen zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (PDF 6,3 MB, englische Originalversion)
Publikationen

-
Die Millenniums-Entwicklungsziele
Hintergründe – Zielerreichung – Engagement
BMZ-Informationsbroschüre
(PDF 3,3 MB, barrierefrei) -
Millenniums-Entwicklungsziele – Bericht 2011
Eine Veröffentlichung der Vereinten Nationen
(PDF 1,6 MB) -
Soll Deutschland die multilaterale ODA stärken? Argumente und Evidenz
Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats beim BMZ
BMZ Spezial 155
(PDF 421 KB, barrierefrei)





