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Fortschritte

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen

Mutter mit Kind im Tragetuch, Ecuador. Urheberrecht: Photothek.netDie in den vergangenen Jahren erzielten internationalen, regionalen und nationalen Vereinbarungen haben dazu beigetragen, das Prinzip der Gleichberechtigung als Men­schen­recht und als wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung zu etablieren.

Weltweit erhalten immer mehr Kinder eine Grundbildung, darunter auch immer mehr Mädchen. Heute besuchen 89 Prozent der Kinder im schulfähigen Alter eine Schule. Im Vergleich erhalten pro 100 Jungen 96 Mädchen eine Grundbildung, 95 eine Sekundarbildung und 97 eine tertiäre Bildung. Bei der Sekundar- und tertiären Bildung gibt es jedoch gravierende regionale Unterschiede. Während in Lateinamerika und der Karibik auf je 100 Jungen in der Sekundarschulbildung 108 Mädchen kommen, ist ihre Anzahl in der tertiären Bildung sogar mit 125 noch höher. Anders verhält es sich in Subsahara Afrika: Hier liegt die Rate in der Sekundarschulbildung bei 79 und in der tertiären Bildung bei nur 67.

Trotz Erfolgen in der Einschulungsquote von Mädchen, sind weltweit immer noch zwei Drittel der Analphabeten Frauen. Dieses Geschlech­ter­gefälle hat sich seit 1990 nicht verändert. Analpha­be­tis­mus min­dert die Chancen der Armutsreduzierung und Entwicklung. Lesen und Schreiben zu können hingegen erhöht die Selbständigkeit von Menschen und ermöglicht ihnen Zugang zu gesellschaftlicher Teil­ha­be, höherer Bildung und damit besseren Einkommensmöglichkeiten.

Frauen sind auf dem formalen Arbeitsmarkt deutlich unter­reprä­sen­tiert. Der Anteil von Frauen, die außerhalb der Landwirtschaft arbeiten, ist weltweit in den vergangenen Jahren nur langsam angestiegen, von 35 Prozent im Jahr 1990 auf 41 Prozent im Jahr 2008. Während in Südosteuropa, Lateinamerika, Zentral- und Ostasien jede zweite Frau einer nichtlandwirtschaftlichen Be­schäf­ti­gung nachgeht, arbeitet in Nordafrika, Süd- und Westasien nur etwa ein Fünftel aller Frauen außerhalb des Agrarsektors. Auch in Afrika südlich der Sahara bleibt die Beschäftigungs­situa­tion schwierig. Zwar ist die Erwerbsquote von Frauen mit 55 Prozent vergleichsweise hoch, doch sind 64 Prozent von ihnen in der Landwirtschaft und 80 Prozent in unsicheren Arbeitsverhältnissen beschäftigt.

Frauen sind in nationalen Parlamenten weltweit noch immer unter­reprä­sen­tiert. Aber ihre politische Teilhabe erhöht sich langsam. Ihr Anteil an den Parlamentssitzen kletterte zwischen 2000 und 2010 von zwölf auf 19 Prozent. Ruanda wies 2008 als erstes Parlament der Welt mit 55 Prozent mehrheitlich weibliche Abgeordnete auf. Nur in 19 Ländern entfallen mindestens 30 Prozent der Parlamentssitze – diese Zielmarke hatte 1990 der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen gesetzt – auf Frauen. In einem Drittel aller Länder – insbesondere in Nordafrika, Westasien und Ozeanien – halten Frauen im Schnitt weniger als zehn Prozent der Sitze.

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