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Fortschritte

Ziel 1: Verminderung von extremer Armut und Hunger

Bauer auf dem Hirsefeld bei Djibo in Burkina Faso. Urheberrecht: BMZZielvorgabe 1: Anteil der Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag

Der globale Trend für die Ziel­vorgabe, die Einkommens­armut zu halbieren, ist positiv: Der Anteil der Armen, die in den Entwick­lungs­ländern von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag leben, sank zwischen 1990 und 2005 von 46 auf 27 Prozent, die absolute Zahl redu­zierte sich von 1,8 auf 1,4 Milliarden Menschen. Viele Länder konnten in dieser Zeit ein stabiles Wirtschafts­wachstum erzeugen und dieses zur Armutsreduzierung im eignen Land nutzen.

Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Regionen. Vor allem China und andere Länder in Asien konnten die Armut erfolgreich reduzieren. In China sank der Anteil der Menschen, die von weniger als 1,25 US-Dollar leben, zwischen 1990 und 2005 von 60 auf 16 Prozent. Auch in Lateinamerika und der Karibik sowie in vielen Ländern des Nahen Ostens und Nord­afrikas sanken die Armutsraten deutlich. In Afrika südlich der Sahara und Südasien fielen die Fortschritte dagegen deutlich geringer aus. Hier leben heute zusammengenommen über 70 Prozent der extrem Armen.

Zielvorgabe 2: produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat besonders auf dem formalen Arbeitsmarkt zu einer Verschlechterung geführt. Es kam zu Nachfrage- und Produktionsschwankungen, die Beschäfti­gungs­zahlen sind gesunken. Im weltweiten Durchschnitt bewegt sich der Anteil der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung zwischen 44 Prozent in Westasien und 70 Prozent in Ostasien. Die Beschäfti­gungs­quote von Frauen war mit 51,7 Prozent im Jahr 2009 um fast ein Viertel geringer, als die der Männer. Das geringste Niveau beschäf­tig­ter Frauen weisen die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas auf, wo lediglich 30 Prozent erwerbstätig sind.

MDG 1 zielt darauf ab, auch den Anteil der "arbeitenden Armen" in Entwicklungs- und Schwellenländern, die trotz Arbeit von weniger 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen, zu verringern. Während sich ihre Zahl im Zeitraum von 1998 bis 2008 beinahe halbierte und von 48 auf 26 Prozent sank, prognostizieren die Vereinten Nationen, dass sie in Folge der Wirtschaftskrise stagniert oder sogar wieder auf über 30 Prozent anschwellen wird. Afrika südlich der Sahara konnte seine niedrige Arbeitsproduktivität kaum steigern. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in dieser Region lebt weiterhin in extremer Armut.

Zielvorgabe 3: Anteil der Menschen, die Hunger leiden

Der Anteil der Menschen, die Hunger leiden, konnte zeitweise erfolg­reich reduziert werden. In absoluten Zahlen sank die Anzahl der Hungernden von 1970 bis 1997, erhöhte sich dann jedoch wieder. Laut der Welternährungsorganisation (FAO) litten 2009 – erstmals seit 1970 – wieder mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger. Das ist ein Sechstel der Weltbevölkerung. Die Gründe für den erneuten Anstieg der Zahl der Hungernden sind zurück­zu­füh­ren auf weltweit gestiegene Preise für Nahrungs­mit­tel sowie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise. Es gibt jedoch auch Erfolgsbeispiele: Länder wie Ghana, Ecuador, Peru, Armenien und Vietnam haben bereits die Zahl der Hungernden halbiert und damit diese Zielvorgabe von MDG 1 erreicht.

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