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Arbeitsweise

Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit

Sechs junge Menschen bilden mit ihren Köpfen einen Kreis und blicken gemeinsam nach unten in die Kamera. Urheberrecht: Kadri Aavik und Tobias Simon / ASA-ProgrammEntwicklungs­poli­tik ist eine Auf­gabe der ganzen Gesellschaft. Mög­lichst viele Bür­ger­innen und Bürger müssen sich en­gagieren, um eine friedlichere und gerechtere Welt zu schaffen:

Nur durch eine breite gesellschaftliche Unterstützung kann Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werden. Deshalb sind gesellschaftliche Kräfte und Netzwerke für die Entwicklungspolitik sehr wichtig.

Um dieses zivilgesellschaftliche Engagement zu fördern, unter­stützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die ent­wick­lungs­politische Informations- und Bildungsarbeit in Deutschland. Sie zielt darauf ab,

  • das Leitbild einer global nachhaltigen Entwicklung zu vermitteln. Dieses steht für wirtschaftliche Leistungs­fähigkeit, soziale Gerechtigkeit, ökologische Tragfähigkeit und gute Regierungsführung,

  • Interesse an Entwicklungsländern zu wecken, globale Zusammenhänge zu verdeutlichen und ihren Einfluss auf den einzelnen Menschen aufzuzeigen,

  • zur aktiven Beteiligung an einer sozial verantwortlichen Gesellschaft in der globalisierten Welt zu motivieren und

  • entwicklungspolitisches Engagement in Deutschland zu unterstützen.

Schülerinnen und Schüler der deutschen internationalen Schule in Indonesien. Urheberrecht: BPA, KühlerDie entwicklungs­politische Bil­dungs­ar­beit richtet sich vor allem an Kinder und Jugend­liche sowie Organi­satio­nen, Medien und Per­sonen, die viele Bürger­innen und Bürger er­reichen. Dazu zählen zum Beispiel Nicht­regierungs­orga­nisationen, Verbände, Initiativen, kirchliche Einrichtungen, Gewerk­schaften und Kommunen. Das BMZ möchte hierbei auch neue Ver­mitt­lungs­formen entwickeln, um etwa Unternehmen und Wirt­schafts­ver­bände, Migranten­or­ga­ni­sa­tionen und Sport­vereine zu erreichen.

Effektivität durch Arbeitsteilung

Die Organisation der entwicklungspolitischen Informations- und Bildungsarbeit spiegelt den Pluralismus in der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit wider: Staatliche und nicht­staat­liche Akteure teilen sich die Arbeit und ergänzen sich gegenseitig. Das Ministerium gestaltet und steuert hierbei Dialog- und Ko­opera­tions­prozesse und finanziert vielfältige Aktivitäten. So unterstützt das BMZ Kampagnen und öffentlichkeitswirksame Ver­an­stal­tung­en, es gibt audio-visuelle Medien heraus, verleiht Filme über die Landesfilmdienste, veröffentlicht Publikationen zum gesamten Themenspektrum der Entwicklungszusammenarbeit und stellt umfangreiche Informationen über das Internet zur Verfügung.

Die zentrale staatliche Durchführungsorganisation zur Um­setzung der ent­wicklungs­politischen Informations- und Bil­dungs­arbeit des BMZ ist die Deutsche Gesellschaft für Inter­nationale Zusammenarbeit (GIZ, entstanden durch die Fusion von DED, GTZ und InWEnt). Auch die KfW Ent­wick­lungs­bank und das Deutsche Institut für Ent­wick­lungs­politik (DIE) tragen mit Ver­an­staltungen und Fach­publikationen zur Information der Öffentlichkeit bei.

Um eine kontinuierliche Qualität der entwicklungspolitischen In­for­mations- und Bildungsarbeit zu gewährleisten, wird sie – wie alle Programme und Projekte der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit – einer regelmäßigen Erfolgskontrolle unterzogen.

Der internationale Rahmen:
Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014

Logo der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014"Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält." So umschrieb die Brundtland-Kom­mis­sion im Jahr 1987 den heute viel verwendeten Begriff der "nach­haltigen Entwicklung".

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Menschen weltweit über bestimmte Kompetenzen verfügen: Sie müssen die gegenseitige Ab­häng­ig­keit von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft verstehen, globale Probleme voraussehen können und fähig sein, sich diesen Problemen zu stellen und sie zu lösen. Daher hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade der Bildung für nachhaltige Ent­wick­lung er­klärt: Weltweit soll der Grundgedanke der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der schulischen und außer­schulischen Bildung verankert werden.

Die vom BMZ geförderten Programme und Projekte der ent­wick­lungs­po­litischen Bildungs­arbeit tragen dazu bei, die UN-Dekade in Deutschland umzusetzen. Viele Vorhaben wurden bereits als "Offizielle Dekade-Projekte" ausgezeichnet. Auch in der Zu­sam­men­ar­beit mit den Partnerländern im Bildungsbereich bringt das BMZ den Leitgedanken der Bildung für nachhaltige Entwicklung ein.

Darüber hinaus ist das Bundesentwicklungsministerium auf europäischer Ebene mit anderen Initiativen vernetzt: So ist das BMZ Mitglied im Nord-Süd-Zentrum des Europarats und wirkt im europäischen Netzwerk von Regierungsvertretern im Bereich Globales Lernen (Global Education Network Europe, GENE) mit.

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