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Informations- und Bildungs­arbeit

Globales Lernen in der Schule

Juliane Schiemenz (Gesamtschule Burg/Spreewald) und Dunard Alvarado (San-Miguel-High-School Puerto Princesa City) zeichnen den Transportweg von Produkten aus dem Supermarkt in Puerto Princesa auf der Weltkarte nach. Urheberrecht: Uwe BergerIn welchem Unter­richtsfach erfahren Kinder in Deutsch­land, dass der Stoff für ihre Jeans zehn­tau­sende Kilometer weit gereist ist – von afrikanischen Baumwoll­plan­ta­gen zu indi­schen Textilherstellern bis zum Kleidungsgeschäft in ihrer Stadt?

Anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag lernen Kinder, wie die Arbeit der Menschen in Afrika und Asien mit den Preisen in deutschen Geschäften zusammenhängt. So können sie sich für faire Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Entwicklung hier in Deutschland wie auch im fernen Süden einsetzen.

Damit das globale Lernen im Unterricht einen Platz findet, hat das Bundesentwicklungsministerium gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz der Bundesländer einen "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung" erarbeitet, der Schulen darin unterstützen soll, weltweite ökonomische, politische, soziale und ökologische Zusammenhänge fächerübergreifend zu vermitteln. Wichtige außerschulische Partner sind hierbei die Nichtregierungsorganisationen.

Zugleich bietet das BMZ den Schulen Anregungen zur Umsetzung dieses Referenzrahmens: Dazu zählt zum Beispiel der entwicklungspolitische Schulwettbewerb des Bundespräsidenten "Eine Welt für alle – alle für eine Welt", den das BMZ gemeinsam mit der Durchführungsorganisation GIZ ausrichtet. Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur 13. Klasse können sich mit Projektarbeiten zu einem entwicklungspolitischen Thema beteiligen.

Über das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert das BMZ Schulpartnerschaften mit Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa. In Bildungsprojekten begegnen sich Jugendliche aus Deutschland und Trans­formations- und Entwicklungsländern und arbeiten gemeinsam zu entwicklungspolitischen Themen. Im Anschluss an die Begegnungsreisen engagieren sie sich als Multiplikatoren des Globalen Lernens. Die gemachten Erfahrungen sollen zudem in die Institution integriert werden. Der "Chat der Welten" ermöglicht Schulen virtuelle Begegnungen mit ihren Partnern im Süden. Das Programm "Bildung trifft Entwicklung", das mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zusammenarbeitet, vermittelt bundesweit ehemalige Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer, die in Schulen lebendig und anschaulich über ihren Einsatz berichten. Weitere entwicklungspolitische Fachleute können über die Europäische Akademie Nordrhein-Westfalen für alle Arten von Veranstaltungen angefragt werden.

Umfangreiche Unterrichtsmaterialien

Es gibt eine große Menge hilfreicher Materialien für den Lernbereich globale Entwicklung in Schulen. Um allen Beteiligten den Zugang zu diesen Angeboten zu erleichtern und die vielfältigen Akteure miteinander zu vernetzen, fördert das BMZ das Internetportal "Globales Lernen". Speziell für den Grundschulbereich stellt das Projekt "Eine Welt in der Schule" Materialien und Unterrichtskonzepte zum globalen Lernen vor. Für die Sekundarstufe II bietet das BMZ das Schülerarbeitsheft "Welt im Wandel" an. Über das BMZ sind außerdem interaktive Medien zu beziehen, die für den Unterricht besonders gut geeignet sind, zum Beispiel eine DVD zum Jahr der Kartoffel.

Zum Bildungsangebot für Schulen, aber auch für private Veranstalter zählt darüber hinaus eine vielfältige Auswahl an Filmen zu entwicklungspolitischen Themen, für die das BMZ die nichtkommerziellen Nutzungsrechte erworben hat. Diese Filme können über die Landesfilmdienste entliehen werden.

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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