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Praxis der europäischen Zusammenarbeit

ECHO – Hilfe in Katastrophen- und Notfällen

Für die humanitäre Hilfe in Katastrophen- und Notfällen – zum Beispiel bei Hochwasser, Erdbeben oder nach Kriegen – hat die EU eine besondere Dienststelle eingerichtet: ECHO (European Community Humanitarian Office, Europäisches Amt für humanitäre Hilfe).

Das Amt wurde 1992 gegründet, um schnell und flexibel Überlebenshilfe zu geben. ECHO arbeitet mit mehr als 200 Partnern zusammen, die einen Partnerschaftsrahmenvertrag mit der EU-Kommission unterzeichnet haben. Dazu gehören die UN-Organisationen, das Rote Kreuz und andere internationale Organisationen sowie viele Nichtregierungsorganisationen. Seit Gründung hat ECHO durchschnittlich rund 700 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt.

Um Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit besser aufeinander abzustimmen, hilft ECHO, den Übergang von der ersten Nothilfe zu den anschließenden Phasen – Wiederaufbau und Entwicklung – zu koordinieren.

ECHO lag bisher im Geschäftsbereich des Entwicklungskommissars, hat in der neuen Kommission ("Barroso II") jedoch den Status einer eigenen Generaldirektion erhalten. Sie wird geleitet von der bulgarischen Kommissarin Kristalina Georgieva.

Nahrungsmittelhilfe-Programm

Nahrungsmittelhilfe spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, in akuten Krisen Leben zu retten und Hunger zu lindern. Sie kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen lokale Märkte und Preisstrukturen verzerren und den Anreiz für die Bauern vor Ort verringern, weiterhin selbst zu produzieren.

Nahrungsmittelhilfe kann Anstrengungen zur langfristigen Ernährungssicherung nicht ersetzen, aber in Notfällen ergänzen. Deshalb wird die Nahrungsmittelhilfe der EU in langfristige Strategien zur Armutsbekämpfung und Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion eingebunden. Wo Nahrungsmittelhilfe notwendig ist, werden die Lebensmittel möglichst in benachbarten Regionen eingekauft, um die dortige Agrarwirtschaft und die Märkte zu stärken. Zudem wird ein Frühwarnsystem eingerichtet, um Hungersnöte im Vorfeld erkennen und bekämpfen zu können.

Im Jahr 2008 wurden von der EU weltweit humanitäre Maßnahmen in einem Umfang von 936,6 Millionen Euro finanziert.

Kontakt

Europäisches Amt für humanitäre Hilfe (ECHO)

Rue de la Loi 200
1049 Brüssel, Belgien
Telefon: 00 32 / 2 / 299 11 11

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