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Unternehmensverantwortung
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Global Compact
Am 31. Januar 1999 forderte der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, während des Weltwirtschaftsforums in Davos die Wirtschaftsvertreter in aller Welt auf, sich gemeinsam für den Aufbau sozialer und ökologischer Eckpfeiler zur Abstützung der neuen globalen Wirtschaft zu engagieren. Daraus entstand der "Global Compact", an dem sich weltweit inzwischen über 5.300 Unternehmen sowie Arbeitnehmer-, Menschenrechts-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen beteiligen.
Der Global Compact hat politisch eine wichtige Symbolfunktion. Er wird vor allem von der Privatwirtschaft getragen ("Ownership") und von sechs UN-Organisationen (UNHCR, ILO, UNIDO, UNEP, UNODC, UNDP), vielen Regierungen, Gewerkschaftsdachverbänden und Nichtregierungsorganisationen unterstützt.
Das Deutsche Global Compact Netzwerk umfasst heute über 130 Unternehmen sowie weitere 40 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik. Es wird aktiv von der deutschen Bundesregierung, insbesondere durch Mittel des BMZ, unterstützt und hat sich nachhaltig als eine wichtige Plattform für den Dialog über gesellschaftlich verantwortliches unternehmerisches Handeln (Corporate Social Responsibility) etabliert.
Der Global Compact ist eine unternehmensgesteuerte Lernplattform, deren Ziel es ist, Transparenz und Dialogmöglichkeiten zwischen Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik zu schaffen, um erfolgreiche Umsetzungsbeispiele aufzuzeigen und zu unterstützen. Der Global Compact versteht sich nicht als politisches Kontrollinstrument der globalisierten Märkte oder Siegel für die Qualität der CSR-Aktivitäten von Unternehmen. Stattdessen will der Pakt dort eine Lücke füllen, wo aufgeklärtes Eigeninteresse für freiwilliges Engagement besteht. Hier liefert das weltweite Netzwerk weiterführende Informationen zu Fragen, die jenseits der Kernkompetenz der Unternehmen liegen.
Die zehn Prinzipien des Global Compact
Der UN Global Compact umfasst die folgenden zehn Prinzipien, die sich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und den Grundsätzen der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung ableiten und vier Bereichen zugeordnet werden können:
Menschenrechte
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Prinzip 1: Unterstützung und Respektierung der
Internationalen Menschenrechte im eigenen Einflussbereich -
Prinzip 2: Sicherstellung, dass sich das eigene Unternehmen
nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligt
Arbeitsnormen
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Prinzip 3: Wahrung der Vereinigungsfreiheit und wirksame
Anerkennung des Rechts zu Kollektivverhandlungen -
Prinzip 4: Abschaffung jeder Art von Zwangsarbeit
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Prinzip 5: Abschaffung der Kinderarbeit
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Prinzip 6: Beseitigung der Diskriminierung
bei Anstellung und Beschäftigung
Umweltschutz
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Prinzip 7: Unterstützung eines vorsorgenden
Ansatzes im Umgang mit Umweltproblemen -
Prinzip 8: Ergreifung von Schritten zur Förderung
einer größeren Verantwortung gegenüber der Umwelt -
Prinzip 9: Hinwirkung auf die Entwicklung und
Verbreitung umweltfreundlicher Technologien
Korruptionsbekämpfung
-
Prinzip 10: Selbstverpflichtung, Korruption in allen Formen,
einschließlich Erpressung und Bestechlichkeit, zu begegnen.
Der Global Compact soll den Unternehmen die Möglichkeit bieten, in ihrem eigenen Interesse eine führende Rolle bei einer gerechteren Gestaltung der Globalisierung zu übernehmen. Er will andere freiwillige Initiativen nicht ersetzen, sondern sieht sich als Plattform, in der Erfahrungen ausgetauscht und Ideen weiterentwickelt werden. Der Global Compact betrifft alle maßgeblichen gesellschaftlichen Akteure: Die Regierungen als Urheber der Grundprinzipien, die der Initiative zugrunde liegen; die Unternehmen, deren konkretes Handeln adressiert wird; die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, in deren Händen der weltweite Produktionsprozess liegt; die zivilgesellschaftlichen Organisationen und die Organisation der Vereinten Nationen als allgemein akzeptierte Koordinatorin und Vermittlerin.
Die Bundesregierung hat die Idee des Global Compact von Anfang an begrüßt und gefördert. Sie sieht darin die Chance, die Wirtschaft besser in konstruktive Bemühungen zur Lösung drängender globaler Herausforderungen einzubinden und mehr Unternehmen zu einem Bekenntnis zu verantwortungsvoller Unternehmensführung und entsprechendem Engagement zu motivieren. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sowie für diejenigen aus dem Süden, die aufgrund begrenzter Ressourcen weniger Zugang zu fachspezifischem Wissen haben, kann der verfügbare Informationspool von großem Nutzen sein.
Das BMZ unterstützt den Global Compact auf vielfältige Weise:
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Es bietet dem Deutschen Global Compact Netzwerk
eine Koordinierungsstelle zur inhaltlichen Beratung
und Unterstützung von Aktivitäten (Veranstaltungen,
thematische Workshops, Partnerschaftsprojekte, etc.). -
Es unterstützt das zentrale Global Compact Office in New York, das vor allem die politische Gesamtsteuerung und inhaltliche Weiterentwicklung der Initiative verantwortet.
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Es unterstützt das regionale Lernforum in Sub-Sahara-Afrika
sowie acht lokale Netzwerke dort.
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