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Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Studenten der Hilfsorganisation Menschen für Menschen bei der Kfz-Ausbildung. Urheberrecht: Photothek.net

Kammern und Verbände – gemeinsame Stärken identifizieren

Der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklungs­zusammen­arbeit. Beide Seiten können von­ein­ander profitieren und ihre jeweiligen Erfah­rungen und Kennt­nisse einbringen. Unternehmer­verbände, Handwerks­kammern und andere Berufs­verbände sind Partner der deutschen Entwicklungs­politik. Sie können vor Ort einen großen Beitrag zur Verbesserung des wirtschaftlichen Klimas leisten.

Ein Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist es, stabile soziale Markt­wirt­schaften aufzubauen. Sie sind ein wesentlicher Baustein für eine friedliche und nachhaltige Entwicklung. Deshalb fördert das BMZ privat­wirt­schaftliche Initiativen, die sich für die Marktwirtschaft engagieren. Sie werden zum Beispiel beim Aufbau von Organi­sations­struk­turen unterstützt. Im Rahmen der Zusammen­arbeit mit der Zivilgesellschaft kooperieren dazu deutsche Verbände und andere Organisationen der Wirtschaft mit Partner­organi­sationen vor Ort – unter anderem mit örtlichen Handelskammern und Zusammen­schlüssen von Handwerkern und Kleinunternehmern.

Wenn sich die Privatwirtschaft in Entwicklungsländern organisiert, kann sie den Abbau von bürokratischen Hemmnissen erreichen und den Kampf gegen Korruption unterstützen. Durch den Aufbau von Netzwerken, die ihren Mitgliedern Informationen verschaffen und ihre Interessen nach außen vertreten, wird vor allem die Wettbewerbs­fähig­keit kleiner und mittlerer Unternehmen gestärkt. Die deutsche Wirtschaft verfügt mit der gemeinnützigen Dienst­leistungs­organi­sation zur Förderung markt­wirt­schaft­licher Entwicklung und beruflicher Qualifizierung (sequa) und dem Senior Experten Service (SES) über zwei Organisationen, die in Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich aktiv sind.

Verbände unterstützen Verbände: sequa

Die sequa gGmbH ist die gemeinnützige weltweit tätige Entwicklungs­organi­sation der deutschen Wirtschaft. Gesellschafter sind die vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft: der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Sequa unterstützt die Entwicklung des Privatsektors und seiner Einrichtungen sowie die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften und hat sich folgende Ziele gesetzt:

  • Rahmenbedingungen des Privatsektors im Ausland verbessern

  • Organisationen der Wirtschaft stärken

  • Nachhaltige Sozialstandards etablieren

  • Zugang zu beruflicher Bildung ermöglichen

Dazu unterstützt sequa im Rahmen öffentlich und privat geförderter Programme und Projekte Verbände und Kammern in Entwicklungs­ländern beim Aufbau und der Vernetzung lokaler und regionaler Organisationen. Das Unternehmen hat – unter anderem mit Unter­stützung durch das BMZ – bislang fast 600 Projekte in mehr als 100 Ländern erfolgreich realisiert.

Darüber hinaus arbeitet das BMZ auch bei Entwicklungs­partner­schaften mit der Wirtschaft (PPP) mit sequa zusammen. sequa ist eine der Organisationen, die mit der Durchführung des develoPPP-Programms beauftragt sind und konzentriert sich dabei besonders auf die Bereiche berufliche Bildung, Ausbildung und Qualifizierung.

Zukunft braucht Erfahrung: Der Senior Experten Service

Der Senior Experten Service (SES) ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Er entsendet seit mehr als 25 Jahren Fach- und Führungskräfte, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, in die Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Die Experten werden für einen Zeitraum von drei Wochen bis zu sechs Monaten vorwiegend in kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch in öffentlichen Verwaltungen eingesetzt. Die Einsatzgebiete der Senior-Expertinnen und Senior-Experten sind weit gefächert. Sie arbeiten ehrenamtlich und mit großem Engagement in allen wichtigen Sektoren der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit und sorgen damit in den Partnerländern für eine professionelle Aus- und Fortbildung auf breiter Basis. Allein im Jahr 2009 leisteten SES-Experten bei insgesamt 1.596 Einsätzen Hilfestellung.

Der SES arbeitet mit zahlreichen Unternehmen und Organisationen in den Partnerländern und in Deutschland zusammen. Dazu gehören unter anderen GIZ, CIM und DEG.

Der SES wird von der deutschen Wirtschaft und insbesondere dem BMZ finanziell unterstützt.

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