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Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Arbeiter in einem Betrieb zur Herstellung von Verbandsstoffen in Algerien. Urheberrecht: Photothek.net

Entwicklungspolitik mit Gewinn –
Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft

Eine Allianz zwischen Entwicklungspolitik und Wirtschaft zu beiderseitigem Nutzen – geht das?

Das Konzept funktioniert und hat sich bewährt: Durch die Zusammenarbeit des deut­schen Staats mit Privat­unter­nehmen sind seit Beginn des PPP-Programms im Jahr 1999 weltweit mehr als 3.000 Entwicklungs­partnerschaften mit der Wirtschaft entstanden.

Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaften agieren Staat und privatwirtschaftliche Unternehmen gleichberechtigt: Beide ver­spre­chen sich einen Nutzen aus der Partnerschaft, aber beide be­tei­ligen sich auch an den Kosten und der Durchführung der Projekte.

Entwicklungspartnerschaften mobilisieren zusätzliche privat­wirt­schaftliche Beiträge für entwicklungspolitische Prozesse und Ziele und fördern den Transfer von Know-how und moderner Technologie in Entwicklungsländer. Sie sind dadurch ein großer Gewinn für die Entwicklungszusammenarbeit. Aber auch die Privatunternehmen profitieren in besonderer Weise:

  • weil ihnen zusätzliche öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden,

  • weil sie bei ihren Vorhaben von erfahrenen entwicklungs­politischen Durchführungsorganisationen unterstützt werden, die über sektor- und landesspezifisches Know-how verfügen und

  • weil sie sich neue Märkte für ihre Produkte und Dienstleistungen erschließen.

Investitionsvolumen der Entwicklungspartnerschaften

Die korrekte Einstellung der Maschinen sichert die gewünschte Qualität, Sri Lanka (c) BMZEntwicklungs­partner­schaften gibt es inzwischen in rund 70 Ländern und in allen Arbeits­bereichen der Entwicklungs­zusammen­arbeit. So werden zum Beispiel durch die Einführung von ökologischen und sozialen Standards die Arbeits­bedin­gungen in Entwicklungs­ländern verbessert, es werden neue Techniken verbreitet oder neue Anbaumethoden in der Landwirtschaft erprobt. Viele Maßnahmen dienen dem Umwelt- und Ressourcenschutz und schaffen Arbeitsplätze – auch in ländlichen Regionen.

Entwicklungspartnerschaften kommen nicht nur für große und internationale Konzerne in Frage – fast 70 Prozent dieser Maßnahmen werden mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durchgeführt.

Das Gesamtvolumen dieser Partnerschaften liegt bisher bereits bei über 18,6 Milliarden Euro, ein sehr großer Teil davon entfällt auf das Finanzierungsgeschäft der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG).

Im Rahmen der bilateralen Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit sowie der PPP-Fazilität und ihres Anschlussprogramms develoPPP.de wurden im Jahr 2008 rund 2,5 Milliarden Euro mobilisiert.

Mit jedem Euro, den die öffentliche Hand im Rahmen des PPP-Programms einsetzt, werden 1,7 Euro aus der Privatwirtschaft generiert. Eine bedeutende Hebelwirkung – zugunsten armer Menschen.

Entwicklungspartnerschaften praktisch – ein Beispiel

Frau nutzt ein mit Pflanzenöl betriebenes Kochgerät. Urheberrecht: Jan Greune, BSHWie funktioniert eine solche Partnerschaft? Ein Beispiel: Auf den Philippinen wird in ländlichen Regionen noch vorwiegend mit Feuerholz und Pflanzenresten auf offenen Feuer­stel­len gekocht. Ein Hersteller von Haushaltsgeräten hat ein Kochgerät entwickelt, das mit verschiedenen pflanzlichen Ölen betrieben werden kann. Der Schadstoffausstoß des Kochers liegt deutlich unterhalb gesundheitskritischer Grenzwerte. Im Rahmen einer Entwick­lungs­partner­schaft mit der DEG führt der Haus­halts­geräte­hersteller diesen Kocher auf den Philippinen ein und passt ihn an die lokalen Verhältnisse an.

Lokale klein- und mittelständische Betriebe übernehmen die Fertigung, den Vertrieb sowie die Wartung der Pflanzenölkocher. Erzeugergemeinschaften und landwirtschaftliche Einrichtungen werden für den Ölpflanzenanbau qualifiziert und in der Verarbeitung der Pflanzen geschult. Lokaler Projektpartner auf den Philippinen ist das landwirtschaftliche Kompetenzzentrum der Leyte State University (LSU). Es wird von der deutschen Universität Hohenheim unterstützt, die den Pflanzenölkocher mitentwickelt hat.

Die GIZ ergänzt das Projekt durch eine Maßnahme zur Gewinnung von "Virgin Coconut Oil" (erstgepresstes Kokosnussöl ohne Zusatzmittel), das den Bauern Zusatzerträge ermöglicht. Durch das Projekt entstehen Anreize für die Nutzung von natürlichen Ressourcen und für den Gesundheitsschutz. Außerdem wird ein Markt für lokal produziertes Pflanzenöl geschaffen. Lokal angebaute Ölpflanzen wie zum Beispiel Rizinus können auf kleinen Flächen angepflanzt werden und zur Renaturierung bereits geschädigter Flächen beitragen. So wird durch das Projekt eine nachhaltige Landnutzung gefördert und der Aufbau einer nachhaltigen, lokalen Wirtschaftsstruktur in ländlichen Regionen unterstützt.

Durch die finanzielle Unterstützung wird der Investitionsspielraum deutscher Firmen in Entwicklungsländern erhöht. Die Partnerfirmen vor Ort profitieren von den Aufträgen, von der Erfahrung und dem Know-how der deutschen Unternehmen.

Das Engagement des BMZ für Entwicklungs­partnerschaften

Im Einzelnen unterstützt das BMZ Vorhaben mit folgenden Instrumenten:

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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