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Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Förderung von privaten Unternehmen
Private Unternehmen spielen eine existenziell wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung. Der private Sektor ist sehr oft der dynamischste Bereich einer Volkswirtschaft, sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern. Da die Beschäftigung im öffentlichen Bereich weltweit tendenziell abnimmt, werden neue Arbeitsplätze fast ausschließlich von der Privatwirtschaft bereitgestellt.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt eine breitenwirksame Strategie der Privatwirtschaftsförderung, die nachhaltige Beschäftigungs- und Einkommenssteigerungen, auch für arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen ermöglicht. Sie konzentriert sich vor allem auf die Stärkung der kleinsten, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KKMU). Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen wird durch vielfältige Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verbessert. Einige Beispiele:
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Dialog zwischen Politik und Wirtschaft
Unternehmerverbände, Handwerkskammern und andere Berufsverbände können in den Entwicklungsländern einen großen Beitrag zur Verbesserung des wirtschaftlichen Klimas leisten. Die Bundesrepublik trägt mit ihrer Entwicklungszusammenarbeit dazu bei, dass diese Interessengruppen einen konstruktiven Dialog mit politischen Entscheidungsträgern führen können. -
Unternehmensbezogene Dienstleistungen für kleine Unternehmen
Weil sie selten große Rücklagen haben, starker Konkurrenz ausgesetzt sind und nur über begrenzte Produktionskapazitäten verfügen, sind kleinste, kleine und mittelständische Unternehmen (KKMU) großen Risiken ausgesetzt. Externe Unterstützung durch Dienstleister – besonders in den Bereichen Information, Vernetzung und Weiterbildung – kann helfen, diese Risiken zu reduzieren. Die Bundesrepublik fördert über nichtstaatliche, gemeinnützige und private Anbieter die Entwicklung eines nachhaltig funktionierenden Marktes für solche Dienstleistungen. -
Lokale und regionale Wirtschaftsförderung
Deutschland berät seine Partnerländer bei der Einführung von Strukturen und Prozessen der lokalen und regionalen Wirtschaftsförderung. Ziel ist, durch Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatsektor systematisch die lokale, und dadurch auch die nationale Wirtschaft voranzubringen. -
Internationale Qualitätsstandards
Durch ein funktionierendes System der Qualitätssicherung, der Normung und des Prüf- und Messwesens, können sich Entwicklungsländer leichter an arbeitsteiligen Produktionsprozessen beteiligen. Das öffnet und sichert ihren Zugang zu Märkten, stärkt die Produktivität, führt zu Investitionen aus dem Ausland und schafft Arbeitsplätze. Die Bundesrepublik unterstützt deshalb den Aufbau eines Qualitätsmanagements und der dazu erforderlichen Infrastruktur in Entwicklungsländern. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für die Einführung international anerkannter Standards und bei der Unterstützung der relevanten nationalen und regionalen Institutionen. -
Informeller Sektor
In vielen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit arbeitet nur ein kleiner Anteil der erwerbsfähigen Frauen und Männer in formellen Arbeitsverhältnissen. Maßnahmen zur Förderung der Privatwirtschaft dürfen sich daher nicht nur auf die formelle produktive Beschäftigung beziehen, sondern müssen auch den informellen Sektor einbeziehen. Durch geeignete Maßnahmen – insbesondere im Bereich der Rahmenbedingungen, des Zugangs zu Ressourcen und des Aufbaus von Geschäftsbeziehungen mit größeren Unternehmen – kann das in manchen Ländern beachtliche produktive Potenzial des informellen Sektors erschlossen und so ein breiten- und beschäftigungswirksames Wachstum gefördert werden. -
Informationsversorgung
Wissen ist als Produktionsfaktor genauso wichtig wie Personal oder Kapital. Der Zugang zu modernen Kommunikationssystemen hilft den Firmen in Entwicklungsländern dabei, Informationen auszutauschen. Sie können dann gemeinsam gegenüber ausländischen Kunden auftreten und sich über Möglichkeiten im internationalen Handel informieren. -
Umweltverträgliche Produktion
Für viele Unternehmen in Entwicklungs- und Transformationsländern, vor allem für Kleinstbetriebe, ist eine Umstellung der Produktion auf umweltverträgliche Verfahren nicht aus eigener Kraft finanzierbar. Oft fehlt außerdem das notwendige Wissen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät deshalb einzelne Firmen, aber auch ganze Branchen, bei der Einführung umweltfreundlicher Techniken und ermöglicht die dafür notwendige Finanzierung.
Um nicht verschärfend auf Krisen und Konflikte in den Partnerländern zu wirken, werden alle Aktivitäten im Bereich Privatwirtschaftsförderung konfliktsensibel gestaltet.
Weitere Informationen zum Thema Privatwirtschaftsförderung – zum Beispiel über Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft (Public Private Partnerships, PPP), die Zusammenarbeit mit Kammern und Verbänden und die Förderung von Unternehmensverantwortung (Corporate Responsibility, CR) – finden Sie im Kapitel Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.
Informationen

Publikationen

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Kooperation mit dem Privatsektor im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit – Kooperationsformen
(PDF 347 KB, barrierefrei) -
Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft
Jahresbericht 2009
(PDF 1,2 MB, barrierefrei) -
Unternehmerische Verantwortung aus entwicklungspolitischer Perspektive
BMZ Spezial 167
(PDF 609 KB, barrierefrei) -
Märkte entwickeln, Wohlstand schaffen, Armut reduzieren, Verantwortung übernehmen – Die Wirtschaft als Partner der Entwicklungspolitik
(PDF 223 KB, barrierefrei) -
Aid for Trade in der deutschen Entwicklungspolitik
BMZ-Strategiepapier
(PDF 292 KB, barrierefrei)





