Hauptinhalt

Wirtschaft

Student der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" des Schauspielers Karlheinz Böhm beim Unterricht in der Metallverarbeitung. Harar, Äthiopien. Urheberrcht: Photothek.net

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung –
eine Herausforderung für alle

Die politischen Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte haben das Gesicht der Welt verändert. Viele Staaten sind neu gegründet worden, andere haben einen Systemwechsel durchlebt. In den meisten Ländern hat sich die Markt­wirtschaft durchgesetzt, der staatliche Einfluss auf die Wirtschaft nimmt weltweit ab. Durch die zunehmende Globalisierung von Wirtschafts­pro­zes­sen und die Liberalisierung des Handels ist die Privatwirtschaft in den Ent­wick­lungs­ländern einem großen Wett­bewerbs­druck und stetigen Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen ausgesetzt. Einigen Ländern und Unter­nehmen gelingt es gut, sich an die neuen Bedin­gungen anzu­passen; andere sind nicht wettbewerbsfähig und in ihrer Existenz bedroht. Die Folgen sind Einkom­mens­verluste und Armut.


Gute Rahmenbedingungen für Entwicklung schaffen

Um wirtschaftliches Wachstum zu stimulieren und Armut nachhaltig zu be­kämp­fen, müssen Regierungen für stabile Rahmenbedingungen sorgen. Dazu zählt vor allem, dass dem Privatsektor genügend Ent­fal­tungs­mög­lich­keiten für unternehmerische Initiativen eingeräumt werden. Ein gutes Ge­schäfts­klima stärkt die Investitionstätigkeit von lokalen Betrieben und macht ein Land attraktiv als Standort für internationale Unternehmen, die Kapital und Know-how mitbringen.


Förderung von privaten Unternehmen

Private Unternehmen spielen eine existenziell wichtige Rolle für die wirt­schaft­liche Entwicklung. Der private Sektor ist sehr oft der dynamischste Bereich einer Volkswirtschaft, sowohl in Industrie- als auch in Ent­wick­lungs­ländern. Da die Beschäftigung im öffentlichen Bereich weltweit tendenziell abnimmt, werden neue Arbeitsplätze fast ausschließlich von der Privat­wirt­schaft bereitgestellt. Die deutsche Entwick­lungs­zusam­men­arbeit verfolgt eine breitenwirksame Strategie der Privatwirtschaftsförderung, die nach­haltige Beschäfti­gungs- und Einkommenssteigerungen, auch für arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen ermöglicht.


Finanzdienstleistungen für alle

Das Finanzsystem ist das Rückgrat jeder Volkswirtschaft. Seine Leistungs­fähigkeit und Stabilität ist Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Durch das Angebot von maßgeschneiderten Finanz­dienst­leis­tungen – Sparkonten, Kredite, Versicherungen und Zahlungsverkehr – können arme Bevöl­ke­rungs­schichten unmittelbar bei ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung unterstützt werden. In manchen Entwicklungs- und Trans­for­ma­tions­ländern ist das Finanzsystem für diese Aufgabe noch nicht ausreichend differenziert, leistungsfähig und stabil. Das hemmt die Investitionstätigkeit und die Entwicklung.


Berufliche Bildung und Arbeitsmarkt

Damit ihre Wirtschaft auf Dauer im weltweiten Wettbewerb bestehen kann, benötigen Entwicklungsländer dringend qualifizierte Arbeitskräfte. Die be­ste­henden Berufsbildungssysteme entsprechen aber in der Regel noch nicht den heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen: Die Qualität der Ausbildung ist nicht gut genug, viele Lehrpläne sind veraltet und wenig praxisorientiert, häufig fehlt den Staaten auch die nötige Infrastruktur. Durch Instrumente des Capacity Development (Ausbau von Fähigkeiten) werden die Potenziale von lokalen Institutionen und Personen gefördert, um notwendige Reformen kompetent durchzuführen.


Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zählen zu den gravierenden Pro­blemen vieler Entwicklungs- und Transformationsländer. Sie sind die unmit­tel­bare Ursache für die Armut weiter Bevölkerungskreise. Die glo­bale Finanz- und Wirtschaftskrise hat seit 2008 zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einer Verlagerung vieler regulärer Arbeitsverhältnisse in den informellen Sektor geführt. Laut Angaben der Internationalen Ar­beits­organisation (ILO) waren 2009 weltweit rund 212 Millionen Menschen arbeits­los. Jugendliche und Frauen sind überproportional von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betroffen. Deutschland unterstützt die Regierungen von Entwicklungsländern und auch internationale Organisationen dabei, be­schäf­tigungsorientierte Entwicklungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.


Weiterführende Informationen

Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites, die weiterführende Informationen zum Thema nach­haltige Wirtschafts­entwicklung bieten.



Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen