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Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
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Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung – eine Herausforderung für alle
Die politischen Umwälzungen der vergangenen Jahrzehnte haben das Gesicht der Welt verändert. Viele Staaten sind neu gegründet worden, andere haben einen Systemwechsel durchlebt. In den meisten Ländern hat sich die Marktwirtschaft durchgesetzt, der staatliche Einfluss auf die Wirtschaft nimmt weltweit ab. Durch die zunehmende Globalisierung von Wirtschaftsprozessen und die Liberalisierung des Handels ist die Privatwirtschaft in den Entwicklungsländern einem großen Wettbewerbsdruck und stetigen Veränderungsprozessen ausgesetzt. Einigen Ländern und Unternehmen gelingt es gut, sich an die neuen Bedingungen anzupassen; andere sind nicht wettbewerbsfähig und in ihrer Existenz bedroht. Die Folgen sind Einkommensverluste und Armut.
Die 2008 ausgelöste globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat viele Volkswirtschaften hart getroffen: Der Nachfragerückgang, Exporteinbrüche, sinkende Rohstofferlöse und rückläufige ausländische Direktinvestitionen stellen Regierung und Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sind von der Krise betroffen. Ihr Umsatz geht zurück und viele von ihnen haben keinen Zugang mehr zu Kapital, das sie dringend für Investitionen benötigen.
Breitenwirksames Wirtschaftswachstum
Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Armutsbekämpfung ist Wirtschaftswachstum. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass es in sehr unterschiedlichem Maße zur Armutsreduzierung führen kann. So haben zum Beispiel El Salvador und Senegal in den 1990er Jahren ähnlich hohe Wachstumsraten von etwa 2,5 Prozent pro Jahr verzeichnet. In El Salvador konnte die Armut aber um 5,4 Prozent jährlich reduziert werden, während sie in Senegal nur um 2,5 Prozent im Jahr sank. Entscheidend für die Wirkung von wirtschaftlichem Wachstum auf die Armut ist, inwieweit arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen daran teilhaben und davon profitieren, das Wachstum also breitenwirksam ist.
Durch breitenwirksames Wachstum entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten, die armen Bevölkerungsgruppen helfen, ihre Existenz aus eigener Kraft zu sichern. Um diese Unabhängigkeit zu erreichen, müssen Arme mehr Chancen bekommen, wirtschaftlich aktiv zu werden. Dazu ist es erforderlich, dass kleinste, kleine und mittelständische Unternehmen besser in wachstumsfähige Wirtschaftskreisläufe integriert werden.
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum
Damit Armut erfolgreich reduziert werden kann, müssen Wachstumsprozesse langfristig positiv wirken. Wachstum muss also nicht nur breitenwirksam sein, sondern auch nachhaltig – und das auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene.
Zur Förderung einer in diesem Sinne nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in den Partnerländern konzentriert sich die Politik des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf die Kernbereiche Wirtschaftspolitik, Privatwirtschaftsförderung, Finanzsystementwicklung sowie berufliche Bildung und Arbeitsmarktpolitik.
Sie orientiert sich an den Grundsätzen der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft: Neben den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen wird auch die langfristige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen angestrebt. Ziel ist eine Marktordnung, die durch einen sozialpolitischen Auftrag ergänzt wird und auch die ökologische Dimension von wirtschaftlicher Entwicklung umfasst. Sie soll auch schwachen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen die aktive Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen.
Deutschland unterstützt seine Partnerländer mit vielfältigen entwicklungspolitischen Maßnahmen bei der schwierigen Aufgabe, leistungsfähige Volkswirtschaften aufzubauen. Die Partner der Bundesrepublik sollen in die Lage versetzt werden, Anschluss an die Weltwirtschaft zu finden und damit gleichzeitig die Armut ihrer Bevölkerung zu vermindern.
Die Bundesrepublik hat mit 41 Partnerländern eine Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung vereinbart. 2008 hat das BMZ dafür Zusagen in Höhe von rund 503 Millionen Euro gegeben.
Informationen

Publikationen

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Grundsätze der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft in der deutschen Entwicklungspolitik
BMZ Konzepte 157
(PDF 208 KB, barrierefrei) -
"Pro Poor Growth":
Das entwicklungspolitische Thema Breitenwirksames Wachstum
BMZ Spezial 142
(PDF 336 KB) -
Ökologisches Wirtschaften
BMZ-Informationsbroschüre
(PDF 5 MB, barrierefrei) -
Märkte entwickeln, Wohlstand schaffen, Armut reduzieren, Verantwortung übernehmen – Die Wirtschaft als Partner der Entwicklungspolitik
(PDF 223 KB, barrierefrei) -
Kooperation mit dem Privatsektor im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit – Kooperationsformen
(PDF 347 KB, barrierefrei) -
Aid for Trade in der deutschen Entwicklungspolitik
BMZ-Strategiepapier
(PDF 292 KB, barrierefrei)





