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Finanzdienstleistungen
Finanzsystementwicklung
Viele Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben begonnen, ihre Finanzsysteme umzugestalten. Die Bundesrepublik fördert diese Reformen. Übergeordnetes Ziel des deutschen Engagements in diesem Sektor ist es, das jeweilige Kooperationsland gemeinsam mit anderen Gebern dabei zu unterstützen, leistungsfähige und vernetzte Finanzsysteme zu entwickeln. Sie sollen in der Lage sein, auf der Basis eines stabilen Geld- und Währungssystems auch lokale Finanzressourcen zu mobilisieren und Investoren flächendeckend Kredite zur Verfügung zu stellen.
Finanzsystementwicklung strebt eine Stärkung von innen heraus an und berücksichtigt dabei die Gesamtheit aller Finanzinstitute, Finanzmärkte und -instrumente sowie die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und Normen im Finanzbereich.
Ziel ist, die Finanzsysteme der Partnerländer "horizontal" durch ein breites Angebot von Finanzprodukten, wie zum Beispiel Wohnungsbau- oder Umweltkredite und Infrastrukturfinanzierungen sowie "vertikal" durch den Gewinn neuer Kundengruppen zu erweitern. Auch der Aufbau von Einlagensicherungssystemen zum Schutz der Ersparnisse ist wichtig, um die Liquidität auf den lokalen Märkten zu sichern.
Die deutsche Unterstützung umfasst die Beratung der Partnerländer bei Gesetzgebungsverfahren oder bei der Finanzierung von Reformen des Finanzsektors. Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise hat das Thema Finanzmarktregulierung und Bankenaufsicht an Bedeutung gewonnen. Deutschland fördert den Aufbau und die Stärkung von Finanzmarktaufsichtsbehörden und anderen Institutionen des Finanzsystems.
Weitere Aktivitäten des deutschen Engagements konzentrieren sich auf die Kapitalmarktentwicklung, die Entwicklung von ländlichen Finanzsystemen sowie den Aufbau und die Förderung von Spezialinstitutionen.
Zur Entwicklung von Finanzsystemen wendet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verschiedene Ansätze an:
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"Upgrading" (Heraufstufung) von Nichtregierungsorganisationen in professionelle Mikrofinanzinstitutionen,
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"Downscaling" (Herabstufung) von kommerziellen Banken für den Aufbau eines Geschäftssegments für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen und untere Einkommensgruppen,
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Aufbau neuer zielgruppenorientierter Finanzinstitutionen ("greenfielding") sowie
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Verknüpfung von formellen Mikrofinanzinstitutionen mit informellen Selbsthilfegruppen ("linkage banking").
Die Finanzsystementwicklung ist für die deutsche Entwicklungspolitik von großer Bedeutung: Deutschland stellte zur Förderung des Bereichs "Finanzsystementwicklung und Mikrofinanzierung" im Zeitraum 2003 bis 2008 jährlich durchschnittlich knapp 130 Millionen Euro an neuen Zusagen aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.
Daneben stellt die KfW als weltweit größter Mikrofinanz-Investor derzeit etwa 1,4 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln bereit.
Deutschland ist derzeit in 63 Ländern (davon 40 Partnerländer) mit 147 Projekten und Programmen tätig. Die deutsche Förderung von Mikrokrediten erreicht rund 50 Millionen Menschen. GIZ und KfW erlangen regelmäßig Bestnoten im Smart Aid for Microfinance Index des Multidonor Trust Fund CGAP (Consultative Group to Assist the Poor) und gelten als Vorreiter der innovativen Finanzsystementwicklung.






