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Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zählen zu den gravierenden Problemen vieler Entwicklungs- und Transformationsländer. Sie sind die unmittelbare Ursache für die Armut weiter Bevölkerungskreise. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat seit 2008 zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und zu einer Verlagerung vieler regulärer Arbeitsverhältnisse in den informellen Sektor geführt.
Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) waren 2009 weltweit rund 212 Millionen Menschen arbeitslos. Jugendliche und Frauen sind überproportional von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betroffen. Für 2010 erwartet die ILO – trotz eines Anstiegs des globalen Wirtschaftswachstums um 3,1 Prozent – eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit.
Der Ansatz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Deutschland unterstützt die Regierungen von Entwicklungsländern und auch internationale Organisationen dabei, beschäftigungsorientierte Entwicklungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt dabei einen integrierten Ansatz für Beschäftigung, der drei Dimensionen umfasst:
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Die Schaffung neuer Arbeitsplätze, vor allem durch wirtschaftspolitische Beratung, Privatwirtschaftsförderung und Finanzsystementwicklung
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Die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitsuchenden, insbesondere durch berufliche Qualifizierung
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Eine verbesserte Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage, vor allem durch Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und Arbeitsmarktinformationen
Die Koordination dieser Bereiche ist wichtig, da Wirtschaftswachstum nicht automatisch zu mehr Beschäftigung führt. Je mehr produktive Beschäftigung entsteht, desto größer ist der Beitrag, den Wirtschaftswachstum zur Reduzierung von Armut und damit zur Erreichung des ersten Millenniumsentwicklungsziels leisten kann.
Neben dem Ziel, zu mehr Beschäftigung in den Partnerländern beizutragen, strebt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit an, die Qualität von Arbeit zu verbessern. Gemäß des ILO-Konzepts der menschenwürdigen Arbeit (Decent Work) geht es der deutschen Regierung neben der Beschäftigungsförderung immer auch um die Stärkung von sozialer Sicherung, Kernarbeitsnormen und Sozialstandards.
Das Thema Beschäftigung und menschenwürdige Arbeit war ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007. Als Ergebnis wurden die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates verabschiedet, in denen die EU-Mitgliedsländer die zentrale Bedeutung von menschenwürdiger und produktiver Beschäftigung in der EU-Entwicklungszusammenarbeit unterstreichen.
Besondere Zielgruppe: Jugendliche
Jugendliche sind von Arbeitslosigkeit fast dreimal so häufig betroffen wie Erwachsene. In den kommenden Jahren wird die Zahl junger Menschen, die in Entwicklungsländern auf den Arbeitsmarkt drängen, kontinuierlich ansteigen. Auch unter dem Gesichtspunkt der Konfliktprävention und der Vermeidung von Arbeitsmigration ist die Steigerung von Jugendbeschäftigung von sehr großer Bedeutung.
Die Verbesserung der Beschäftigungssituation von Jugendlichen ist ein Aspekt des achten Millenniumsentwicklungsziels – "Eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen". Sie ist auch ein besonderes Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit: Allein in der bilateralen Zusammenarbeit sind mehr als 140 laufende Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von über 300 Millionen Euro auf die Verbesserung der Situation von Jugendlichen ausgerichtet. (Stand: 2008).
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