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Berufliche Bildung

Uganda: Chancen für Jugendliche

Jugendliche in Uganda arbeiten auf dem Land. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINMehr als die Hälfte der Menschen in Uganda sind jünger als 15 Jahre. Die meisten von ihnen haben nur geringe Chancen, ver­wert­bare beruf­liche Kom­pe­tenzen zu er­werben oder formale Berufs­ab­schlüsse zu erreichen. Fehlen diese, finden sie keine Arbeit und können sich auch nicht selbst­ständig machen – eine Situation, die nicht nur das Leben der Jugendlichen stark beeinträchtigt, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nachhaltig hemmt.

Besonders in dem vom Bürgerkrieg betroffenen Norden Ugandas ist die Chance auf berufliche Bildung sehr gering. Es gibt kaum staatliche Berufsschulen. Private Träger versuchen diesen Mangel zu beheben, kämpfen aber mit erheblichen Problemen: Weil die Lehrpläne unterschiedliche Standards haben, differiert die Qualität des Unterrichts stark. Die Ausstattung der Bildungseinrichtungen ist meistens mangelhaft, ihr Management und Lehrpersonal sind schlecht ausgebildet und die Vernetzung der verschiedenen Schulen untereinander ist unzureichend. Aus diesen Gründen werden private Abschlüsse von staatlicher Seite nicht immer anerkannt.

Gleichzeitig werden die erworbenen Abschlüsse von den Betrieben infrage gestellt, weil sie ihrem Bedarf nicht entsprechen und die notwendigen Standards nur ungenügend berücksichtigen. Zusätzlich behindern geringe finanzielle und personelle Ressourcen sowie unfaire Zugangsbedingungen zu den Ausbildungsplätzen eine positive Entwicklung des Systems.

Reform des Berufsbildungssystems

Um die Situation zu verbessern hat die Bundesrepublik berufliche Bildung zu einem Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Uganda gemacht. Der deutsche Beitrag, im Auftrag des BMZ koordiniert von der GIZ, hat das Ziel, das ugandische Berufsbildungssystem zu reformieren, damit es besser auf den Bedarf des Arbeitsmarkts und die Nachfrage nach Ausbildungen ausgerichtet ist. Um dies zu erreichen bedient es mit seinem Programm "Promotion of Employment Oriented Vocational Training" (PEVOT) drei Komponenten:

  1. Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung

  2. Verbesserung und Erweiterung des Angebots
    privater und staatlicher Ausbildungsanbieter

  3. Kapazitätsentwicklung der für die berufliche Bildung zuständigen Stellen.

Die Komponenten werden durch einen systemischen Gesamtansatz gebündelt. Dazu verbindet das Vorhaben die Ebenen Politik- und Strategieentwicklung, Systementwicklung, Aufbau eines Rahmenwerkes beruflicher Qualifikationen und des Prüfungswesens, Institutionenförderung, Fortbildung von Fach- und Führungskräften sowie Pilot- und Infrastrukturmaßnahmen.

Die kooperierenden deutschen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (CIM, GIZ, KfW und der Senior Experten Service) tragen durch eine Verzahnung ihrer Aktivitäten zur Erreichung des Gesamtziels bei.

Bei der Umsetzung der Hauptsystemreformen des Programms ergänzen sich GIZ und KfW. So unterstützt die KfW private Berufsschulen durch Investitionen und Beratung des Schulmanagements. Die GIZ wiederum berät den Verband der privaten Berufsschulen (UGAPRIVI) mit derzeit neun Fachkräften beim Aufbau von einem National- und sieben Regionalbüros, die ganz Uganda abdecken. Der Verband fungiert als Ansprechpartner und Interessensvertreter und trägt dazu bei, mit Training und Beratung die Ausbildungsqualität zu verbessern.

Der Beitrag der GIZ zur Qualifizierung von Experten und ausgewählten Multiplikatoren vervollständigt den Gesamtansatz. Die GIZ unterstützt den Berufsbildungssektor bei der Politik- und Strategieentwicklung, berät bei der Einführung eines neuen Rahmenwerkes zu beruflichen Qualifikationen/Prüfungswesen sowie bei der Entwicklung von modularen Qualifizierungskonzepten für breite und bisher benachteiligte Bevölkerungsschichten.

Diese "Entwicklungszusammenarbeit aus einem Guss" gibt dem deutschen Beitrag im Bereich Berufsbildung ein besonderes Gewicht. Das Programm spielt außerdem eine tragende Rolle bei der Beratung im gesamten Bildungssektor und übernimmt hier seit 2007 erstmals die Koordination der internationalen Geber. Das Programm ist in die ugandische Armutsminderungsstrategie eingebettet.

Deutscher Beitrag: 22.221.000 EUR

Geplante Laufzeit: 1999 bis 2013

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