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Informationstechnologie
Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien in den verschiedenen Schwerpunktbereichen der Entwicklungszusammenarbeit
Das BMZ bringt Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die verschiedenen Bereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ein und nutzt sie als Werkzeug zur Erreichung der Entwicklungsziele.
Die folgende Tabelle zeigt, mit welchen Zielen IKT im Rahmen der deutschen Entwicklungspolitik eingesetzt werden.
| Schwerpunkt | IKT-Anwendungsmöglichkeiten |
|---|---|
| Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung | Informationen über politische Beteiligungsmöglichkeiten und neue Kommunikationswege ermöglichen eine größere Partizipation der Menschen elektronisch gestützte Verwaltungsprozesse sind leichter kontrollierbar und für Bürger transparenter durch die Veröffentlichung von Informationen zu politischen Entscheidungen wird die Rechenschaftspflicht erfüllt, zum Beispiel durch die Publikation von Haushaltsplänen oder dem Stand von Bearbeitungsprozessen bei Anträgen durch schnelle und kostengünstige Bereitstellung von Informationen, durch Kosteneinsparung und durch die Freisetzung von Personalressourcen für Service und Kommunikation erhöht sich die Effizienz |
| Bildung | Verbesserung der Aus- und Weiterbildung mit Hilfe von E-Learning (elektronisch unterstütztes Lernen) Verbesserung des Zugangs zu Bildungsmaterialien durch Nutzung preiswerter digitaler Medien, etwa CD-ROMs Erleichterung des Zugangs zu Bildungsangeboten für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel durch Verbreitung von Unterricht über Radio und Funk in abgelegenen ländlichen Regionen Förderung digitaler Kompetenzen (Informationstechnik, Informations- und Medienkompetenz) zum Anschluss an die globale Wissensgesellschaft |
| Gesundheit, Familienplanung, HIV/AIDS | Unterstützung der Aus- und Weiterbildung von Personal im Gesundheitswesen Verbesserung der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen Wissensmanagement und verbesserter Informationsaustausch, zum Beispiel von Patienteninformationen wie Krankenakten oder Impfausweisen |
| Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen | Unterstützung nachhaltiger Landnutzung durch Einsatz von geografischen Informationssystemen (GIS) und von elektronischen Katasterverwaltungen Beobachtung von Umweltveränderungen und -einflüssen durch geografische Informationssysteme |
| Wirtschaftsförderung und Aufbau der Marktwirtschaft | erleichterter Zugang zu wichtigen Marktinformationen (zum Beispiel Preise) per Internet und IT-Anwendungen Steigerung der Effektivität von Arbeitsabläufen durch Einführung von IKT-unterstützten Steuerungssystemen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Kleinstunternehmen, neue Absatzchancen durch elektronische Marktplätze Stärkere Integration in globale Wertschöpfungsketten durch standardisierte IKT-Anwendungen Neue Einkommensmöglichkeiten durch IKT-basierte Dienstleistungen, etwa Informationskioske Verbesserung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen insbesondere durch Mobilfunktechnologie (Mobile Banking) Aufbau von Förderzentren mit starker IKT-Infrastruktur |
Damit die Vorhaben optimal wirken und nachhaltig sind, legt das BMZ besonderen Wert auf Personal- und Organisationsentwicklung (Capacity Building), Bildungsmaßnahmen in der Landessprache und die Übernahme von Verantwortung durch die Partner vor Ort.
Darüber hinaus ist es wichtig, politische Rahmenbedingungen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zu schaffen. Dies bedeutet:
- die Öffnung der oft noch monopolistisch geprägten Märkte,
- die Schaffung von Zugangsmöglichkeiten
- sowie die Förderung relevanter Informationsinhalte, die Förderung der Meinungsfreiheit und des gesellschaftlichen Innovationspotenzials.
Im Rahmen der politischen Beratung und Strategieentwicklung fördert Deutschland zunehmend die Integration von IKT in nationale Strategien zur Armutsbekämpfung in den Partnerländern.
Die Bundesrepublik unterstützt außerdem die Development Gateway Foundation (DGF). Ihr Ziel ist es, durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) die digitale Kluft zwischen den Entwicklungs- und Industrieländern zu verringern. Seit 2004 ist die Stiftung eigenständig und als gemeinnützige Organisation anerkannt. Das BMZ hat seit der Gründung der DGF im Jahr 2001 etwa zehn Millionen Euro zu seiner Finanzierung beigetragen. Für das Jahr 2010 hat das BMZ einen Betrag von 1,1 Millionen Euro zugesagt.







