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Sanitärversorgung

Mädchen in Sambia bieten am Straßenrand Obst zum Verkauf an. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRIN

Wasser ist Leben

"Wasser ist Leben" lautet das Motto des tansanischen Wasser­mini­steriums und des deutschen Programms in diesem Bereich. Es passt auf die Umgebung des Kilimandscharo besonders gut. Die Hänge des höchsten Berg­massivs Afrikas mit seinen frucht­baren Böden sind dicht besiedelt. Ergiebige Wasser­quellen gibt es aber nur in der oberen geschützten Waldzone. Fast eine Million Menschen sind auf dieses Wasser angewiesen. Es muss über viele Kilometer bis in die Ebene transportiert werden, wo die halb­nomadischen Massai leben.

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania unterstützt Deutsch­land die Wasser­versorgung in den Distrikten, die an das Berg­massiv angrenzen. Besonders weit fort­geschritten und erfolgreich sind die Maßnahmen inzwischen im Hai-Distrikt im Westen des Kilimandscharo.

Die KfW Entwicklungsbank hat dort in einer ersten Phase des Programms den Bau von Zapf­stellen, Haus­anschlüssen und Leitungen gefördert. Die Einrichtung von Wasser­schutz­gebieten und die Entwicklung und Umsetzung von Management­konzepten für die Wasser­versorgung wurde durch Beratung unterstützt. Weitere Phasen umfassen die Instandsetzung und Erweiterung des Wasserversorgungssystems.

Im Mittelpunkt des Programms steht die aktive Mitwirkung der Bevölkerung. Frauen sind am stärksten vom Wasser­mangel betroffen, darum ist ihre Mit­arbeit besonders wichtig. Schon während der Bau­arbeiten organisiert die Bevölkerung so genannte Dorf­wasser­komitees. Gleichzeitig wählen sie ihre Vertre­terinnen und Vertreter in die Aufsichts­räte der neuen Wasser­versorgungs­betriebe.

Bis zu 20 Dörfer sind durch ein gemein­sames Wasser­versorgungs­netz mitein­ander verbunden und müssen einen Interessen­ausgleich herbei­führen: zwischen den verschiedenen Ethnien, zwischen den Dörfern in den höheren, wasser­reichen und den unteren, trockenen Gebieten und zwischen Bewäs­serungs­bauern und denjenigen, für die Trink­wasser am wichtigsten ist.

Die Regierung unterstützt und steuert die Projekte, entlässt sie aber sofort in die Unabhängig­keit, wenn die dazu not­wendigen Voraus­setzungen geschaf­fen sind. Sie handelt damit nach dem Subsidiaritäts-Prinzip, gibt also der Eigen­verant­wortung den Vorrang vor staatlichem Handeln. Dadurch wird eine optimale Nähe der neuen Unter­nehmen zu ihren Kunden erreicht.

Erfolge

Der Erfolg ist bemerkenswert. Obwohl die neuen Wasser­versorgungs­systeme weit über die einzelnen Dörfer hinausgehen, fühlen sich die Menschen als verant­wortliche Eigentümer. Im Durch­schnitt werden mehr als 95 Prozent der Rechnungen bezahlt, und die neuen Betriebe arbeiten kosten­deckend. Die in der Kilimandscharo-Region entwickelte Lösung wird mittler­weile mit viel Interesse in ganz Tansania und darüber hinaus beobachtet.

Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hat in einer Studie im September 2004 bestätigt, dass das Vor­haben hinsicht­lich der inter­national verfolgten Ziele zur Bekämpfung der Armut nach­haltig positive Wirkungen für die Bevölkerung aufweist.

Deutscher Beitrag: 27,1 Millionen Euro (in vier Phasen)

Beitrag der EU-Wasserfazilität: 3,75 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 1990 bis Ende 2008

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