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Wasser für Menschen

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Trinkwasser und Sanitärversorgung
Verschmutztes Wasser macht krank und schränkt die zukünftige Nutzung von Wasserressourcen ein. Besonders arme Menschen in ländlichen Regionen und in den Slums der Großstädte leiden unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser und einer fehlenden sanitären Basisversorgung. Nach Angaben des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) haben 2,6 Milliarden Menschen, also etwa 37 Prozent der Weltbevölkerung, keinen Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen. Das bedeutet für sie: menschenunwürdige Lebensbedingungen ertragen.
Laut Schätzungen stehen 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern im Zusammenhang mit Wasser, das Erreger enthält. Etwa 5.000 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich an Erkrankungen, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser und verunreinigte Nahrung hervorgerufen werden. Jedes zweite Krankenhausbett in Subsahara-Afrika ist mit Patienten belegt, die an wasserinduzierten Krankheiten leiden. Insgesamt sterben an Diarrhöe – einem in der Regel als "banal" eingeschätzten Durchfall – mehr Kinder als an Tuberkulose, Malaria und HIV/AIDS zusammen.
Wassermangel und -verschmutzung machen arm
Krankheiten verschlimmern die ohnehin schlechten Lebensbedingungen armer Menschen. Wer krank ist, kann nicht arbeiten und hat keine Chance, aus der Armutsfalle zu entkommen. Oft wird das letzte Geld für die medizinische Versorgung ausgegeben. Jedes Jahr gehen in den Entwicklungsländern fünf Milliarden Arbeitstage und mehr als 440 Millionen Schultage aufgrund von Krankheiten verloren, die mit mangelhafter Wasserversorgung in Zusammenhang stehen.
Arme zahlen obendrein oft wesentlich mehr für Wasser als wohlhabende Familien. Da sie nicht an das Versorgungsnetz angeschlossen sind, müssen sie ihr Wasser von privaten Händlern kaufen. In Afrika gehen durch unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung jährlich etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes verloren – mehr Geld, als durch die gesamte Entwicklungszusammenarbeit in diese Region fließt.
Wassermangel verhindert Bildung und Gleichberechtigung
Millionen Frauen und Mädchen sind jeden Tag für viele Stunden damit beschäftigt, große Mengen Wasser von weit entfernten Zapfstellen oder Gewässern zu holen. Sie sind in vielen Regionen traditionell für die Wasserversorgung ihrer Familien verantwortlich. Die Zeit, in der sie Wasser schleppen, können sie weder für den Besuch einer Schule noch für eine Arbeit nutzen, mit der sie Geld verdienen könnten.
Gelingt es, eine ländliche Wasserversorgung aufzubauen, verbessert sich nicht nur die Gesundheit der Einwohner. Die Frauen werden entlastet und können die gewonnene Zeit und die gesparte Kraft für ihre Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit nutzen. So hat ein vom BMZ gefördertes Programm im Hai-Distrikt in Tansania gezeigt, dass durch eine bessere Wasserversorgung die gesellschaftliche Stellung der Frauen steigt, beispielsweise durch ihr Engagement in Wassernutzungsgruppen.
Löchrige Rohre, überfordertes Management
Die Betreiber der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung arbeiten in vielen Ländern ineffizient und nicht bedarfsgerecht. Oft fehlen erforderliche technische Einrichtungen, und viele Mitarbeiter im Wassersektor sind nur schlecht ausgebildet. Die maroden Rohrleitungen werden kaum instand gehalten, wertvolles Trinkwasser versickert dadurch ungenutzt. Abwasser wird oft nicht angemessen entsorgt und trägt so zur Umweltverschmutzung bei.
Missmanagement führt dazu, dass viele Betriebe im Wassersektor ihre Kosten nicht decken können. Für Investitionen ist kein Geld vorhanden. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass das Leitungsnetz nicht in die anwachsenden Stadtrandgebiete ausgedehnt wird. Die Menschen dort bleiben unversorgt.
Wasser- und Sanitärversorgung für alle
Deutschland unterstützt die Wasser- und Abwasserbetriebe in seinen Kooperationsländern. Finanzierungen sowie Organisations- und Managementberatung helfen ihnen dabei, kunden- und armutsorientiert zu arbeiten und dabei gleichzeitig wirtschaftlich effizienter zu werden. Bei der Unterstützung der städtischen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung stehen oft die Instandsetzung des bestehenden Leitungsnetzes und die Ausbildung der Fachkräfte im Vordergrund. Im ländlichen Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Einrichtung dezentraler Ver- und Entsorgungsverfahren.
Kläranlagen können die in Haushaltsabwässern enthaltenen Nährstoffe für die Landwirtschaft nutzbar machen und die Umweltbelastung vermindern. Darum unterstützt die Bundesrepublik ökologische Abwasserkonzepte, die darauf basieren, das Wasser zu reinigen, Nährstoffe zu gewinnen und wieder in die Umwelt zurückzuführen.
Festes Element aller entsprechenden Programme sind Hygiene- und Sensibilisierungsmaßnahmen sowie die Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer bei der Planung und Ausführung der Vorhaben.
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