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Wasser für Menschen

Mitarbeiter steuert den Wasserzufluss in die Reinigungsbecken der Wasseraufbereitungsanlage von Tanga, Tansania. Urheberrecht: Ute Grabowski/photothek.net

Trinkwasser und Sanitärversorgung

Verschmutztes Wasser macht krank und schränkt die zukünftige Nutzung von Wasser­ressourcen ein. Beson­ders arme Menschen in länd­lichen Regionen und in den Slums der Groß­städte leiden unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser und einer fehlenden sanitären Basis­ver­sor­gung. Nach Angaben des Ent­wick­lungs­programms der Vereinten Nationen (UNDP) haben 2,6 Milliar­den Menschen, also etwa 37 Prozent der Welt­bevölkerung, keinen Zugang zu an­ge­mes­se­nen sani­tären Ein­richtungen. Das bedeutet für sie: menschen­unwürdige Lebens­be­din­gun­gen ertragen.

Laut Schätzungen stehen 80 Prozent aller Krank­heiten in Ent­wick­lungs­ländern im Zusammen­hang mit Wasser, das Erreger enthält. Etwa 5.000 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich an Erkrankungen, die durch mangel­hafte Hygiene, ver­schmutztes Wasser und ver­unreinigte Nahrung hervor­gerufen werden. Jedes zweite Kranken­haus­bett in Sub­sahara-Afrika ist mit Patienten belegt, die an wasser­induzierten Krank­heiten leiden. Insgesamt sterben an Diarrhöe – einem in der Regel als "banal" einge­schätzten Durchfall – mehr Kinder als an Tuber­kulose, Malaria und HIV/AIDS zusammen.

Wassermangel und -verschmutzung machen arm

Frauen sitzen an einem Abwassergraben in einem Armenviertel der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Urheberrecht: Bundesanstalt für Geowissenschaften und RohstoffeKrankheiten ver­schlim­mern die ohne­hin schlech­ten Lebens­be­din­gun­gen armer Men­schen. Wer krank ist, kann nicht arbeiten und hat keine Chance, aus der Armuts­falle zu ent­kom­men. Oft wird das letzte Geld für die medizinische Versorgung ausge­geben. Jedes Jahr gehen in den Entwicklungs­ländern fünf Milliar­den Arbeits­tage und mehr als 440 Millionen Schul­tage aufgrund von Krank­heiten verloren, die mit mangel­hafter Wasser­ver­sor­gung in Zusammen­hang stehen.

Arme zahlen obendrein oft wesentlich mehr für Wasser als wohl­habende Familien. Da sie nicht an das Versorgungs­netz ange­schlossen sind, müssen sie ihr Wasser von privaten Händlern kaufen. In Afrika gehen durch unzu­reichende Wasser- und Sanitär­versorgung jährlich etwa fünf Prozent des Brutto­inlands­produktes verloren – mehr Geld, als durch die gesamte Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit in diese Region fließt.

Wassermangel verhindert Bildung und Gleichberechtigung

Millionen Frauen und Mädchen sind jeden Tag für viele Stun­den damit be­schäf­tigt, große Mengen Wasser von weit ent­fern­ten Zapf­stellen oder Gewässern zu holen. Sie sind in vielen Regionen tra­di­tio­nell für die Wasser­versorgung ihrer Familien ver­ant­wort­lich. Die Zeit, in der sie Wasser schleppen, können sie weder für den Besuch einer Schule noch für eine Arbeit nutzen, mit der sie Geld verdienen könnten.

Gelingt es, eine länd­liche Wasser­versorgung aufzubauen, ver­bessert sich nicht nur die Gesund­heit der Ein­wohner. Die Frauen werden entlastet und können die gewonnene Zeit und die gesparte Kraft für ihre Aus­bildung oder eine Erwerbs­tätigkeit nutzen. So hat ein vom BMZ gefördertes Programm im Hai-Distrikt in Tansania gezeigt, dass durch eine bessere Wasser­versorgung die gesell­schaft­liche Stellung der Frauen steigt, beispiels­weise durch ihr Engage­ment in Wasser­nutzungs­gruppen.

Löchrige Rohre, überfordertes Management

Eine mit Lederlappen und Draht provisorisch gefllickte Wasserleitung in Syrien. Urheberrecht: Jürgen WelschofDie Betreiber der Was­ser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­sor­gung arbeiten in vielen Ländern in­effizient und nicht bedarfs­gerecht. Oft feh­len er­for­der­li­che technische Ein­rich­tungen, und viele Mitarbeiter im Wasser­sektor sind nur schlecht ausgebildet. Die maroden Rohr­leitungen werden kaum instand gehalten, wert­volles Trink­wasser versickert dadurch ungenutzt. Abwasser wird oft nicht angemessen entsorgt und trägt so zur Umwelt­ver­schmutzung bei.

Missmanagement führt dazu, dass viele Betriebe im Wasser­sektor ihre Kosten nicht decken können. Für Investitionen ist kein Geld vorhanden. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass das Lei­tungs­netz nicht in die anwachsenden Stadt­rand­gebiete ausge­dehnt wird. Die Menschen dort bleiben unversorgt.

Wasser- und Sanitärversorgung für alle

Deutschland unterstützt die Wasser- und Abwasser­betriebe in seinen Kooperations­ländern. Finanzierungen sowie Orga­ni­sa­tions- und Management­beratung helfen ihnen dabei, kunden- und armuts­orientiert zu arbeiten und dabei gleich­zeitig wirt­schaft­lich effizienter zu werden. Bei der Unter­stützung der städti­schen Wasser­versorgung und Abwasser­entsorgung stehen oft die Instand­setzung des bestehenden Leitungs­netzes und die Ausbildung der Fach­kräfte im Vorder­grund. Im länd­lichen Bereich liegt der Schwer­punkt auf der Einrichtung dezentraler Ver- und Entsorgungs­verfahren.

Kläranlagen können die in Haus­halts­abwässern enthaltenen Nähr­stoffe für die Land­wirt­schaft nutzbar machen und die Umwelt­belastung vermindern. Darum unter­stützt die Bundes­republik ökologische Abwasser­konzepte, die darauf basieren, das Wasser zu reinigen, Nähr­stoffe zu gewinnen und wieder in die Umwelt zurück­zuführen.

Festes Element aller entsprechenden Programme sind Hygiene- und Sensibilisierungs­maßnahmen sowie die Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer bei der Planung und Ausführung der Vorhaben.

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