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Reformen
Sauberes Wasser dank Reformprogramm
Im Jemen ist Wasser extrem knapp: Nur 130 Kubikmeter stehen den Menschen pro Kopf und Jahr durchschnittlich zur Verfügung – das als notwendig erachtete Minimum liegt bei 500 Kubikmetern. Immer tiefere Brunnen werden gegraben, der Grundwasserspiegel sinkt. Viele Menschen müssen verschmutztes Wasser trinken, weil sie zu arm sind, sich sauberes Trinkwasser zu kaufen. Nur jeder Dritte hat Zugang zur Abwasserentsorgung. Die Zahl der Erkrankungen, die durch unsauberes Wasser verursacht werden, ist landesweit sehr hoch.
Die wenigen noch vorhandenen Wasserressourcen werden völlig unkontrolliert genutzt. 90 Prozent des Wassers wird für die Landwirtschaft verbraucht. Aber die Bewässerungsverfahren sind ineffizient und verlustreich. Die staatlichen Organisationen und die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebe haben keine ausreichenden Management- und Betriebskapazitäten. In den Institutionen sind die Verantwortlichkeiten nicht klar festgelegt.
Um die Situation zu verbessern, hat die jemenitische Regierung 1997 mit einem Reformprozess begonnen. Er umfasst unter anderem den Ausbau der öffentlichen Wasserversorgung und ihre Dezentralisierung. Im Auftrag des BMZ unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Regierung dabei mit einem umfassenden Programm. Dazu gehören zum Beispiel die Beratung der zuständigen Institutionen und die Unterstützung der Regierung beim Aufbau einer effizienteren öffentlichen Verwaltung. Besonders angestrebt wird eine bessere Abstimmung und Vernetzung aller beteiligten Akteure.
Die GIZ berät die Wasser- und Abwasserbetriebe außerdem bei der Einführung eines effizienteren Managements. Die Kosten und Tarife der Unternehmen sollen in Zukunft so gestaltet werden, dass sich die Menschen das Wasser leisten können und die Betriebe gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten.
Um den Dialog zwischen Staat und Gesellschaft zu verbessern, wird die Bevölkerung bei allen Entscheidungen aktiv einbezogen. Durch den Aufbau von Wasserkomitees werden Strukturen geschaffen, die die Eigenverantwortung der Menschen für das äußerst knappe Gut Wasser stärken. Speziell die Beteiligung der Frauen an den Entscheidungsprozessen soll verstärkt werden, damit ihre Bedürfnisse besser berücksichtigt werden und sich ihr Mitspracherecht etablieren kann.
Die zunehmende Wasserknappheit erhöht auch das Risiko von Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Durch ein besseres Ressourcenmanagement reduziert sich dieses Konfliktpotenzial.
Kooperation
Die GIZ kooperiert bei der Maßnahme eng mit anderen Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Sie berät zum Beispiel Betriebe, die von der KfW Entwicklungsbank gefördert werden, bei der Verbesserung ihrer internen Organisation. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werden ausgewählte Regionen bei der Bewirtschaftung ihrer Ressourcen unterstützt. Und das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) beteiligt sich bei der Unterstützung der nationalen Wasserressourcenbehörde.
Wichtigstes Ziel aller dieser Maßnahmen ist, die Menschen im Jemen ausreichend mit sauberem Wasser und mit Abwassersystemen zu versorgen und das Management der Wasserressourcen zu verbessern. Neben der Weltbank ist Deutschland der bedeutendste Geber für den jemenitischen Wassersektor.
Deutscher Beitrag: 13,3 Millionen Euro
Geplante Laufzeit:
1997 bis Ende 2015, Finanzierung 1994 bis 2009







