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Reformen

Im jemenitischen Flüchtlingslager Mazraq (Provinz Hajjah) trinkt ein Junge aus einem Wassertank. Urheberrecht: Paul Stephens/IRIN

Sauberes Wasser dank Reformprogramm im Jemen

Im Jemen ist Wasser extrem knapp: Nur 130 Kubik­meter stehen den Menschen pro Kopf und Jahr durch­schnitt­lich zur Verfügung – das als notwendig erachtete Minimum liegt bei 500 Kubikmetern. Immer tiefere Brunnen werden gegraben, der Grund­wasser­spiegel sinkt. Viele Menschen müssen ver­schmutztes Wasser trinken, weil sie zu arm sind, sich sauberes Trink­wasser zu kaufen. Nur jeder Dritte hat Zugang zur Abwasser­entsorgung. Die Zahl der Erkrankungen, die durch unsauberes Wasser ver­ursacht werden, ist landesweit sehr hoch.

Die wenigen noch vorhandenen Wasser­ressourcen werden völlig unkontrolliert genutzt. 90 Prozent des Wassers wird für die Land­wirt­schaft verbraucht. Aber die Bewässerungs­verfahren sind ineffizient und verlustreich. Die staatlichen Organisationen und die Wasser­versorgungs- und Abwasser­entsorgungs­betriebe haben keine ausreichenden Management- und Betriebs­kapa­zi­täten. Die institutionellen Rahmen­bedingungen haben sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert. Es findet jedoch keine Regulierung im Sektor statt und die Ver­ant­wort­lich­keiten sind häufig nicht in geeigneter Weise festgelegt.

Um die Situation zu verbessern, hat die jemenitische Regierung 1997 mit einem Reform­prozess begonnen. Er umfasst unter anderem den Ausbau der öffentlichen Wasser­versorgung und ihre Dezentralisierung. Im Auftrag des BMZ unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Inter­nationale Zusammen­arbeit (GIZ) die Regierung dabei mit einem umfassenden Programm. Dazu gehören zum Beispiel die Beratung der zuständigen Institutionen und die Unter­stützung der Regierung beim Aufbau einer effi­zien­te­ren öffentlichen Verwaltung. Angestrebt werden vor allem eine bessere Abstimmung und Vernetzung sowie eine De­zen­tra­li­sie­rung und die Stärkung lokaler Akteure.

Die GIZ berät die Wasser- und Abwasser­betriebe außerdem bei der Einführung eines effizienteren Managements. Die Kosten und Tarife der Unternehmen sollen in Zukunft so gestaltet werden, dass sich die Menschen das Wasser leisten können und die Betriebe gleich­zeitig wirtschaftlich arbeiten.

Um den Dialog zwischen Staat und Gesell­schaft zu verbessern, wird die Bevölkerung bei allen Entscheidungen aktiv einbezogen. Durch den Aufbau von Wasser­komitees werden Strukturen geschaffen, die die Eigen­verantwortung der Menschen für das äußerst knappe Gut Wasser stärken. Speziell die Beteiligung von Frauen an den Entscheidungs­prozessen soll verstärkt werden, damit ihre Bedürfnisse besser berücksichtigt werden und sich ihr Mit­sprache­recht etablieren kann.

Die zunehmende Wasserknappheit erhöht auch das Risiko von Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungs­gruppen. Durch ein besseres Ressourcen­management reduziert sich dieses Konfliktpotenzial.

Kooperation

Die GIZ kooperiert bei der Maßnahme eng mit anderen Durch­führungs­organisationen der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit.

Sie berät zum Beispiel Betriebe, die von der KfW Entwick­lungs­bank gefördert werden, bei der Verbesserung ihrer internen Organisation. In Zusammen­arbeit mit der Bundes­anstalt für Geo­wissen­schaften und Rohstoffe werden ausgewählte Regionen bei der Bewirt­schaftung ihrer Ressourcen unterstützt. Und das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) beteiligt sich bei der Unter­stützung der nationalen Wasser­ressourcen­behörde.

Im Bereich der städtischen Wasser­versorgung arbeitet das Programm zudem eng mit der Weltbank zusammen. In Fragen des Wasser­ressourcen­managements wird mit dem Entwicklungs­programm der Vereinten Nationen (UNDP) und den Nieder­landen kooperiert.

Wichtigstes Ziel aller Maßnahmen ist, die Menschen im Jemen ausreichend mit sauberem Wasser und mit Abwasser­systemen zu versorgen und das Manage­ment der Wasser­ressourcen zu ver­bessern. Neben der Welt­bank ist Deutschland der bedeu­tend­ste Geber für den jemenitischen Wassersektor.

Deutscher Beitrag: 15,8 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 1997 bis Ende 2015, Finanzierung 1994 bis 2013

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