Hauptinhalt

Management

Grundwasserschutz Jordanien

Wüstenlandschaft in Jordanien, die früher fruchtbares Land gewesen ist. Urheberrecht: Maria Font de Matas/IRINJordanien gehört zu den zehn Ländern mit den geringsten verfügbaren und erneuerbaren Wasservorräten pro Einwohner. Bevölkerung, Landwirtschaft und Industrie konkurrieren um das knappe Gut. In zunehmendem Maße werden deshalb auch die nicht erneuerbaren, fossilen Grundwasservorräte ausgebeutet.

In einigen Regionen hat das zur Absenkung des Grund­wasser­spiegels um ein bis zwei Meter pro Jahr geführt. Die Folge: Brunnen und Feuchtgebiete trocknen aus. Auch das Verschmut­zungs­risiko steigt: Durch die Übernutzung gelangt in einigen Bereichen salzhaltiges Wasser ins Grundwasser. Weitere Gefahren für das Grundwasser entstehen durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft und die zum Teil noch ungeregelte Entsorgung von Müll und Abwasser.

Der Schutz der Wasserressourcen vor Verunreinigung und Über­nutzung ist deshalb Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und den jordanischen Wasserbehörden.

Die verantwortlichen Behörden verfügen noch nicht über ausreichend Fachkompetenz im Bereich Wasserschutz. Die BGR unterstützt das Wasser­ministerium (MWI), seine nachgeordneten Behörden und andere Institutionen deshalb beim Aufbau entsprechender Kompetenzen und fördert die notwendige institutionelle Zusammenarbeit.

Ein Ziel der Zusammen­arbeit ist, den Schutz des Grund- und Oberflächen­wassers gesetzlich zu verankern. Hierzu wurden von der BGR Vorschläge für entsprechende Gesetze und Verordnungen gemacht.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat außerdem Karten zur Verschmutzungs­empfind­lichkeit des Grundwassers in Jordanien erstellt. Diese Karten verbessern die Arbeits­möglich­keiten der so genannten Licensing Comittees, die für die Vergabe von Landnutzungsrechten zuständig sind. Bei den Geneh­migungs­verfahren für Deponien, Kläranlagen, Industrie­standorte oder andere Einrichtungen, die Einfluss auf das Grund­wasser haben, können die Komitees mit Hilfe der Karten Verschmutzungs­risiken berücksichtigen.

Es wurden bereits mehrere Schutzgebiete für Grund­wasser abgegrenzt und entsprechende Empfeh­lungen für Restriktionen bezüglich der Land­nutzung abgegeben.

Durch die Verbesserung des Grund­wasser­schutzes wird die weitere Verknap­pung der jordanischen Trink­wasser­ressourcen eingedämmt. Auch die Risiken für die Gesundheit der Menschen und die Verschmutzungen des Wassers sinken. Damit trägt das Projekt zur lang­fristigen Sicherung einer bezahlbaren Wasser­versorgung bei – insbesondere für die ärmeren Bevölkerungsschichten.

Deutscher Beitrag: 2,172 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2002 bis 2009

Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen