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Hintergrund

Folgen der Waldzerstörung

Männer transportieren Holz auf einem Eselkarren, Urheberrecht: BMZFolgen für die Menschen

Mehr als 2.000 indigene Völker bewohnen welt­weit die Wälder. Ihre gesamte Existenz und Kultur hängt vom Wald ab. Wird er zerstört, verlieren sie ihren Lebens­raum, ihre Ernährungs­grund­lage und ihre kulturelle Identität.

Deutlich mehr als eine Milliarde Menschen, vor allem in vielen ländlichen Regionen, sind zu ihrer Existenzsicherung auf den Wald angewiesen. Er versorgt sie mit Nahrung, Arzneien und Baumaterial. Sie erwirtschaften mit Waldprodukten, zum Beispiel Ölen und Harzen, ihr Einkommen. Handwerkliche oder industrielle Weiterverarbeitung von Waldprodukten bieten Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Holz ist in vielen Gegenden außerdem die einzige Energiequelle, zwei Milliarden Menschen sind auf Brennholz zum Kochen und Heizen angewiesen.

Waldzerstörung ist oft unumkehrbar. Weil die gesamte Biomasse eines Regenwaldes in den Pflanzen und einer relativ dünnen Humusschicht steckt, bleiben nach der Abholzung unfruchtbare Böden zurück. Die Folgen des Verlustes großer Waldflächen sind Bodenerosion, Überschwemmungen, Schlammlawinen und Wüstenbildung. Auch die Trinkwasserreserven schwinden.

Für die Menschen bedeutet das den Verlust ihres Lebensraumes. Entwaldung bedroht die landwirtschaftliche Nutzung ganzer Regionen. Die Menschen verlieren ihre Erwerbsmöglichkeiten – die Armut steigt.

Folgen für die Artenvielfalt

Wälder beherbergen weltweit rund 75 Prozent der bekannten Tier- und Pflanzenarten. Mit ihrer Vernichtung geht diese Artenvielfalt unwiederbringlich verloren, die auch einen enormen wirtschaftlichen Wert besitzt.

Die von Deutschland veranlasste und mitfinanzierte Studie zur wirtschaftlichen Bewertung von Biodiversität und Ökosystem­dienstleistungen (The Economics of Ecosystems and Biodiversity, TEEB) schätzt den wirtschaftlichen Nutzen eines Hektars intakten Regenwalds auf durchschnittlich 6.120 US-Dollar pro Jahr.

Die Vielfalt des Lebens in den Wäldern ist das biologische Potenzial für die nachfolgenden Generationen. Die Verwendungs­möglichkeiten der genetischen Potenziale von Wäldern sind noch nicht annähernd erforscht. Besonders für die Ernährungs­sicherung und die Entwicklung neuer Arzneimittel besitzen sie einen hohen Wert.

Folgen für das Klima

Wälder produzieren Sauerstoff, binden das klimaschädliche Kohlendioxid und speichern Süßwasser. Vor allem die großen Regenwaldgebiete haben deshalb entscheidenden Einfluss auf das Erdklima. Sie wirken regulierend auf die Temperatur und die Niederschlagsmengen. Entwaldung setzt dagegen große Kohlendioxidmengen frei und verstärkt den Klimawandel – der dann wiederum die Wälder schädigt, zum Beispiel durch extreme Stürme, eine Erhöhung der Brandgefahr und die Vermehrung von Schädlingen.

Laut dem internationalen Klimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) führen Änderungen der Landnutzung, insbesondere die globale Waldzerstörung, zu etwa 17 Prozent des weltweiten Ausstoßes an schädlichen Klimagasen. Gleichzeitig droht die ungebremste Klimaerwärmung, zum Beispiel durch Dürren, Brände oder Torfzersetzung, zukünftig aus Wald einen der größten Emittenten von Kohlenstoff zu machen. Wälder spielen somit eine Schlüsselrolle beim Kampf gegen den Klimawandel.

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