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Wald

Vereinbarungen zum Schutz des Waldes

In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von regionalen und globalen Konventionen, Resolutionen und Empfehlungen internationaler Organisationen und Konferenzen geschaffen, die in ihrer Gesamtheit das "Internationale Waldregelwerk" bilden.

Waldgrundsatzerklärung

Waldlandschaft, Urheberrecht: BMZBei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 wurde die Waldgrund­satz­erklärung verab­schiedet. Sie bildet mit den international ver­ein­barten Aktions­vorschlägen und dem darauf aufbauenden Walddialog die Grundlage der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit im Waldbereich.

Zwischenstaatlicher Waldausschuss

Die Kommission der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung richtete 1995 den zwischenstaatlichen Wald­ausschuss (Intergovernmental Panel on Forests, IPF) ein. Auf ihn folgte ab 1997 das zwischenstaatliche Waldforum (Inter­governmental Forum on Forests, IFF). Der Ausschuss und später das Forum hatten die Aufgabe, die in Rio verabschiedeten Waldgrundsätze voranzutreiben und verabschiedeten 270 Aktionsvorschläge. Auf eine internationale Waldkonvention konnte sich die Staatengemeinschaft nicht einigen. Das zwischen­staatliche Waldforum beendete seine Arbeit im Jahre 2000.

Waldforum der Vereinten Nationen

Die Aufgaben des zwischenstaatlichen Waldforums wurden auf das im Jahr 2000 gegründete Waldforum der Vereinten Nationen (United Nations Forum on Forests, UNFF) übertragen. Das Waldforum dient als Dialogplattform und soll die Empfehlungen sowie Vorschläge des bisherigen Waldpolitikdialogs umsetzen. Außerdem soll es die möglichen Optionen für eine institutionelle und rechtliche Verankerung des internationalen Waldregelwerks prüfen. Das UNFF koordiniert die Aktivitäten und fördert so eine nachhaltige Waldentwicklung in allen Ländern der Erde.

Im Mai 2006 verabschiedete das Waldforum vier Ziele:

  • Stopp des Waldverlustes und der Waldverwüstung weltweit mittels nachhaltiger Waldbewirtschaftung

  • Verbesserung der ökologischen, sozialen und ökonomischen Wirkungen der Wälder

  • Ausweitung der Fläche geschützter Wälder

  • Erhöhung der Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit im Waldbereich

Im April 2007 wurden in der neuen internationalen Wald­übereinkunft die vier zuvor genannten Ziele fest verankert. Außerdem legt sie erstmals eine weltweit gültige Definition nachhaltiger Waldbewirtschaftung fest, die deutlich über die reine Holznutzung hinausgeht:

"Die nachhaltige Waldbewirtschaftung als dynamisches und sich entwickelndes Konzept verfolgt das Ziel, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Werte aller Arten von Wäldern zum Wohle gegenwärtiger und künftiger Generationen zu erhalten und zu verbessern."

Biodiversitätskonvention

Die Biodiversitätskonvention beschäftigt sich mit der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt. Außerdem enthält sie Regelungen für die gerechte Aufteilung der Gewinne aus der Nutzung genetischer Ressourcen zwischen denen, die diese Ressourcen bereitstellen und denen, die sie nutzen. 1998 haben die Vertragsstaaten ein Arbeitsprogramm zur Wald-Biodiversität aufgestellt. 2002 wurde ein erweitertes Arbeitsprogramm zur waldbiologischen Vielfalt verabschiedet.

Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention im Mai 2008 in Bonn wurden weitere Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt im Wald getroffen. Dazu zählen die Ausweitung und verbesserte Finanzierung von Waldschutz­gebieten, die Eindämmung illegalen Holzeinschlags und ein angemessener Umgang mit gentechnisch veränderten Bäumen. Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, sagte auf dieser Vertragsstaatenkonferenz in Bonn zu, dass Deutschland im Zeitraum von 2009 bis 2012 500 Millionen Euro zusätzlich für die Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Umsetzung der Konventionsziele bereitstellen wird. Ab 2013 werden dafür 500 Millionen Euro jährlich investiert.

Bei der Formulierung und Umsetzung nationaler Waldprogramme spielen Aspekte der Biodiversität eine zentrale Rolle. Der ganzheitliche Ansatz der Biodiversitätskonvention soll dabei als Entscheidungsgrundlage dienen.

Kyoto-Protokoll

Wälder haben eine große Bedeutung für den globalen Kohlen­stoffkreislauf. Sie sind sowohl ein sehr wichtiger Kohlenstoff­speicher ("Kohlendioxidsenke") als auch Quelle von Kohlendioxid. Durch Veränderungen an der Vegetation hat der Mensch bereits seit Jahrtausenden in den globalen Kohlenstoffkreislauf eingegriffen.

Einen gravierenden Einfluss auf die Kohlenstoffvorräte in Wäldern haben Landnutzungsänderungen. Ein Beispiel dafür ist die Vernichtung von Wald zur Gewinnung von Ackerflächen. Positiv auf die Funktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher wirken Aufforstungsmaßnahmen. Aber auch waldbauliche Maßnahmen haben Einfluss darauf, ob Wälder zu einer Kohlendioxidquelle oder einem Kohlenstoffspeicher werden: Zu starke Nutzung von Wäldern führt zum Beispiel dazu, dass Kohlendioxid freigesetzt wird. Eine geeignete Auswahl von Baumarten und eine Ver­längerung des Zeitraumes zwischen Pflanzung und Holzeinschlag kann dazu führen, dass die Wälder mehr Kohlenstoff speichern.

Die weltweite Verminderung der Entwaldung ist heute als wichtigster Beitrag der Forstwirtschaft zur Verringerung des Kohlendioxid-Anstiegs in der Atmosphäre anerkannt. Waldbauliche Maßnahmen und Wiederaufforstungen können die Bemühungen unterstützen.

Das Kyoto-Protokoll der Klimarahmenkonvention berücksichtigt die Bedeutung des Waldes als Kohlenstoffspeicher. Die Anrechnung von Wäldern bei Maßnahmen zum Klimaschutz bereitet jedoch noch Probleme: Es besteht die Gefahr, dass nur schnell wachsende Monokulturplantagen zur Holznutzung aufgeforstet werden und die nachhaltige Forstwirtschaft nicht gefördert wird. Deshalb wird weiter über die Modalitäten zur Anrechnung von Wäldern diskutiert.

Die 16. Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) einigte sich Ende 2010 im mexikanischen Cancún darauf, den REDD-Mechanismus weiterzuentwickeln. REDD steht für "Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern" (englisch: Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation). Dahinter steckt die Idee, Wald einen Geldwert zuzuweisen und somit Emissionen errechnen und bewerten zu können. Vor allem in Ländern mit Tropenwäldern sollen dadurch Schutz und Pflege der Bestände wirtschaftlich entlohnt werden.

Durch REDD wird das Thema Schutz des Waldes und der Biodiversität um den Klimaaspekt ergänzt. Neu ist, dass das Augenmerk nicht nur auf offizielle Naturschutzgebiete, sondern auch auf solche Gebiete gelegt wird, wo wir heute und in Zukunft Waldzerstörungen erwarten müssen. Das wichtigste Instrument bei REDD-Projekten sind leistungsbasierte Zahlungen für Emissionssenkungen. Das bedeutet, dass die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen auf den Wald messbar und überprüfbar sein müssen. Dafür ist eine spezielle Beobachtung durch ein Monitoring-System, also eine Art "Kohlenstoffbuchhaltung", erforderlich.

Konkrete Details zum REDD-Mechanismus als Teil eines künftigen Klimapakets müssen aber noch ausgehandelt werden.

Desertifikationskonvention

Wald kann die Ausbreitung von Wüsten verhindern und das Klima positiv beeinflussen. Aufforstungen werden darum auch als Mittel zur Desertifikationsbekämpfung eingesetzt. Die Unterstützung waldarmer und von Wüstenausbreitung bedrohter Länder steht darum im Mittelpunkt der Desertifikationskonvention der Vereinten Nationen (United Nations Convention to Combat Desertification, UNCCD). Bei der Erarbeitung der Nationalen Aktionsprogramme zur Desertifikationsbekämpfung sollen in Zukunft die Potenziale der UNCCD stärker genutzt werden.

Internationales Jahr der Wälder 2011

Wälder sind ein unersetzbares Naturgut, sie verdienen besondere Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen 2011 zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärt. Ziel ist es, die besondere Verantwortung der Menschen für die weltweit vier Milliarden Hektar Wald – rund 31 Prozent der weltweiten Landfläche – deutlich zu machen. Der alljährliche Internationale Tag des Waldes ist der 21. März.

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