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Wald

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Deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Waldsektor
Seit der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro hat die weltweite Diskussion über die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder eine vorher nie gekannte Intensität erreicht, die bis heute anhält. Auch die Anstrengungen der Bundesregierung auf dem Gebiet der internationalen Waldpolitik haben sich im Rahmen zahlreicher Prozesse und Initiativen stark intensiviert.
Mit der Förderung nachhaltiger Waldwirtschaft verfolgt Deutschland zwei übergeordnete entwicklungspolitische Ziele: Armutsbekämpfung und Erhalt der ökologischen Ausgleichsfunktionen der Wälder. Damit leistet die Bundesrepublik einen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsziele 1 und 7, zum Klimaschutz, zur Umsetzung des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt, zur Bekämpfung der Wüstenbildung und zu den vier Zielen des Waldforums der Vereinten Nationen.
Um die Millenniumsentwicklungsziele – und besonders das Ziel der Halbierung der Armut – bis zum Jahr 2015 zu erreichen, sind Fortschritte beim Schutz der Wälder unerlässlich. Nach Schätzungen sind deutlich mehr als eine Milliarde Menschen und jeder vierte Arme weltweit zur Existenzsicherung von der Nutzung der Wälder abhängig. Ihre Lebensbedingungen und ihre Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten hängen ebenso von Wäldern ab wie der Wasserhaushalt, die Bodenqualität, die Versorgung mit Holz und die gesamte ländliche Wirtschaftsentwicklung.
Der Schutz der Wälder ist darum ein wichtiges Anliegen der deutschen Entwicklungspolitik. Durch die globale Bedeutung der Wälder dient das Engagement der Bundesrepublik im Waldsektor den Menschen in den Partnerländern ebenso direkt wie den Menschen in Deutschland.
Nationale Waldprogramme
Das wichtigste und international abgestimmte Instrument zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Wälder sind nationale Waldprogramme. Sie sollen durch einen breit angelegten Prozess in Zusammenarbeit von Regierungen, der Zivilgesellschaft und von Vertreterinnen und Vertretern aus der Privatwirtschaft entstehen. Laut FAO-Waldbericht 2011 sind inzwischen weltweit 75 Prozent der Waldbestände in nationalen Waldprogrammen erfasst.
Diese Programme sollen die ökonomischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sichern, die eine nachhaltige Walderhaltung und -bewirtschaftung möglich machen. Dabei müssen lokale, regionale, nationale und globale Anforderungen berücksichtigt werden. Ein erfolgreicher Schutz der Wälder ist nur möglich, wenn die Grundbedürfnisse der ländlichen Bevölkerung erfüllt werden. Erfolge der Waldschutzprogramme sind abhängig von Erfolgen bei der Armutsbekämpfung – und umgekehrt. Die nationalen Waldprogramme müssen darum in die Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsstrategien der Länder integriert werden.
Das deutsche Engagement
Das Sektorkonzept "Wald und nachhaltige Entwicklung" aus dem Jahr 2002 legt die Grundsätze und strategischen Ziele der deutschen Entwicklungspolitik im Waldsektor fest. Danach müssen geförderte Vorhaben dem Oberziel der Walderhaltung und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung entsprechen. Sie müssen mit den Grundbedürfnissen der ländlichen Bevölkerung abgestimmt sein und einen konkreten Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.
Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention im Mai 2008 in Bonn sagte die Bundesregierung für den Zeitraum von 2009 bis 2012 500 Millionen Euro zusätzlich für die Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Umsetzung der Konventionsziele einschließlich des Schutzes der biologischen Vielfalt im Wald zu. Ab 2013 sind dafür 500 Millionen Euro jährlich vorgesehen.
Derzeit arbeitet das BMZ mit 44 Partnerländern im Bereich Waldschutz zusammen. Für Projekte, die im Kern auf den REDD-Mechanismus (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern) abzielen, belaufen sich Deutschlands bilaterale Zusagen bis 2010 auf 117 Millionen Euro. Darüber hinaus werden derzeit Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,524 Milliarden Euro umgesetzt, deren Hauptziel der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern ist.
Zusätzlich wurden im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums seit 2008 rund 126 Millionen Euro für Wald- und Biodiversitätsschutz aufgewendet.
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