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Naturkatastrophen
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Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge
Um das Risiko von Katastrophen zu vermindern, muss auf vielen verschiedenen Ebenen zusammengearbeitet werden. Grundlage ist, das Risiko zu kennen. In Risikoanalysen werden deshalb sowohl die Wahrscheinlichkeit von Naturereignissen als auch die Anfälligkeit der betroffenen Bevölkerung erfasst. Darauf aufbauend werden Maßnahmen identifiziert, um das Risiko zu senken. Sie können einerseits der Katastrophenvorbeugung, also dem mittel- bis langfristigem Schutz vor Katastrophen, und andererseits der Vorbereitung auf den Katastrophenfall zugerechnet werden. Ein wichtiges Element davon sind Frühwarnsysteme.
Wichtig ist, dass sich alle beteiligen – Organisationen, Institutionen, Zivilgesellschaft auf lokaler und nationaler Ebene. Je mehr und je flächendeckender die verschiedenen Elemente zu einem System verknüpft werden, umso besser kann dieses Netz im Unglücksfall reagieren. Deutschland stimmt seine Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Katastrophenvorsorge deshalb eng mit anderen Geberländern ab. Dabei kommen folgende Maßnahmen zum Einsatz:
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Risikoanalyse
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Katastrophenvorbeugung
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Vorbereitung auf den Katastrophenfall (inklusive Frühwarnung)
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Katastrophenpräventiver Wiederaufbau
Risikoanalyse
Die Bewohner eines gefährdeten Gebietes müssen auf eine mögliche Katastrophe vorbereitet sein und wissen, was im Unglücksfall zu tun ist. Eine Risikoanalyse hilft dabei, das Risikobewusstsein zu stärken. Sie stellt den ersten Schritt eines Vorsorgekonzeptes dar und besteht aus zwei Prozessen: Zum einen werden potenzielle Naturereignisse in einem bestimmten Gebiet genau identifiziert und Lösungsansätze erarbeitet. Zum anderen muss die dazugehörige Anfälligkeitsanalyse beschreiben, welche Gruppen der Gesellschaft potenziell in welcher Häufigkeit welchen Schäden ausgesetzt sind. Die Risikoanalyse ist das Produkt aus Bedrohungsanalyse und der Anfälligkeitsanalyse.
Die Anfälligkeit wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, wie zum Beispiel Umweltgesichtspunkte, soziales Umfeld, wirtschaftliche Situation und die Siedlungsdichte.
Dabei werden die Menschen vor Ort genauso beteiligt wie die verantwortlichen politischen Akteure. Die Betroffenen kennen sich am besten mit "ihren" Naturgefahren aus. Ihnen fehlt es aber in der Regel an den technischen, finanziellen und ordnungspolitischen Mitteln, dieses Wissen umzusetzen.
Katastrophenvorbeugung
Bei der Katastrophenvorbeugung geht es darum, mittel- bis langfristigen Schutz vor Katastrophen sicherzustellen. Hierbei helfen beispielsweise Raum- und Landnutzungspläne. Sie müssen von den betroffenen Gemeinden erstellt und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Risikoanalyse umgesetzt werden. In diesen Plänen müssen die Ergebnisse der Risikoanalysen berücksichtigt werden.
Bauvorschriften regeln zum Beispiel die Bauweise, aber auch die Anzahl der Häuser, die errichtet werden dürfen. Dadurch können in erdbebengefährdeten Gebieten Einstürze vermieden werden. Die Nutzung von Flächen muss ebenfalls geregelt werden. So stellen Überschwemmungen durch Flüsse oder Dauerregen große Gefahren dar. Hier hilft es, wenn vorbeugend Staudämme und Deiche errichtet und Überflutungsfelder ausgewiesen werden.
Vorbereitung auf den Katastrophenfall
Mit der Vorbereitung auf den Katastrophenfall sollen die Schäden und Opferzahlen bei Eintritt eines Extremereignisses so gering wie möglich gehalten werden. Sie umfasst Frühwarnung, Evakuierungs- und Notfallpläne, Koordinationsstrukturen, Vorhaltung von Notversorgung sowie Training und Fortbildung der zuständigen Akteure und von Freiwilligen.
All diese Maßnahmen müssen möglichst eng verzahnt und alle Teile der Bevölkerung informiert und mit einbezogen werden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Frühwarnsysteme gelegt. Durch sie sollen die Betroffenen in die Lage kommen, schnell auf kurzfristige Ereignisse zu reagieren.
Vor tropischen Wirbelstürmen können Fachleute inzwischen mehrere Tage im Voraus warnen. Die Gefahr von Dürrekatastrophen kann schon mehrere Monate vorher erkannt werden. Bis heute lassen sich jedoch Erdbeben noch nicht durch Frühwarnsysteme sicher vorhersagen.
Dennoch können durch Seebeben ausgelöste Tsunamis in Zukunft rascher und sicherer vorhergesagt und hinsichtlich des zu erwartenden Ausmaß erfasst werden. Vier Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Indischen Ozean ist das indonesisch-deutsche Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS im November 2008 in Betrieb gegangen. Es hat inzwischen schon mehrfach seine Wirksamkeit unter Beweis stellen können. Künftig sichert ein Netz aus seismologischen Stationen, Küstenpegeln und Warnbojen die indonesische Küste. Hinzu kommen umfangreiche Trainingsmaßnahmen von Behörden und Gemeinden sowie Aufklärungskampagnen der Bevölkerung. Deutschland trägt mit 50 Millionen Euro einen großen Anteil der Kosten. Indonesien betreibt inzwischen das System selbst und wird von Deutschland noch im Rahmen einer mehrjährigen Ausbau- und Optimierungsphase unterstützt.
Katastrophenpräventiver Wiederaufbau
Ein übergreifendes Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist es, den Kreislauf aus Armut und Schutzlosigkeit zu durchbrechen. Entwicklungsorientierter Wiederaufbau versucht daher, die Bekämpfung der Armut mit effektiver Katastrophenvorsorge zu verbinden und die Lebenssituation besonders bedürftiger Menschen nachhaltig zu verbessern.
Zusammen mit den Betroffenen vor Ort werden Strategien ausgearbeitet, um die Menschen zu schützen und gleichzeitig ihre Kompetenzen zu stärken. So werden beispielsweise Slumbewohner dabei unterstützt, einen legalen Rechtsstatus und somit auch Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu erhalten. In ländlichen Gebieten werden neue Anbauflächen bei ihrer Errichtung vor Erdrutschen geschützt, um sie "katastrophensicher" zu machen.
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