Hauptinhalt

Umwelt

Ein pakistanischer Vater hält sein verletztes Kind auf dem Arm. Er blickt einige Tage nach dem Erdbeben in Kaschmir 2005 auf die zerstörte Stadt Balakot. Urheberrecht: Edward Parsons/IRIN

Schutz vor Naturkatastrophen

Hintergrund: Naturkatastrophen nehmen zu

Sieht man vom Jahr 2009 ab, ist die Zahl der schweren Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Laut Studien des CRED-Instituts für Katastrophenforschung (Centre for Research on the Epidemiology of Disasters) lag der Durchschnittswert zwischen 1990 und 1996 bei 250 Ereignissen pro Jahr, im Zeitraum von 2000 bis 2008 waren es durchschnittlich 392 Naturkatastrophen pro Jahr. Seit 1975 haben weltweit mehr als 2,2 Millionen Menschen durch Naturkatastrophen ihr Leben verloren.


Entwick­lung der inter­natio­nalen De­bat­te zum Schutz vor Natur­kata­stro­phen und dafür ent­wick­elte Instrumente

Die internationale Gemeinschaft hat erkannt, dass Katastrophen nachhaltige Entwicklung verhindern, Armut verschärfen und so die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele gefährden. Angesichts verhee­render Natur­kata­strophen in den 1970er und 1980er Jahren riefen die Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 1990 bis 1999 zur Internationalen Dekade zur Reduzie­rung von Naturkatastrophen (International Decade for Natural Disaster Reduction, IDNDR) aus. Dadurch gewann die Katastrophenvorsorge erstmals international an Bedeutung.


Katastrophenvorsorge – wichtiger Bestandteil deutscher Entwicklungspolitik

Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Überschwemmungen richten in Entwicklungsländern verheerende Schäden an. Aufgrund ihrer Katastrophenanfälligkeit, mangelnder Vorsorge und Armut sind die Betrof­fenen den Katastrophen oft hilflos ausgeliefert und meistens nicht in der Lage, die Folgen der Zerstö­rungen aus eigener Kraft zu überwinden. Doch die Erfahrungen zeigen auch, dass sich der Mensch auf ex­tre­me Natur­er­eig­nisse vor­be­rei­ten kann und muss. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit be­trach­tet Kata­stro­phen­vor­sorge in be­son­ders ge­fähr­de­ten Län­dern als Vor­aus­setzung für nachhaltige Entwicklung.


Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge

Um das Risiko von Katastrophen zu vermindern, muss auf vielen verschie­de­nen Ebenen zusammenge­arbei­tet werden. Grundlage ist, das Risiko zu kennen. In Risikoanalysen werden deshalb sowohl die Wahrschein­lichkeit von Naturereignissen als auch die Anfälligkeit der betroffenen Bevölkerung erfasst. Darauf aufbauend werden Maßnahmen identifiziert, um das Risiko zu senken. Sie können einerseits der Katastrophenvorbeu­gung, also dem mittel- bis langfristigem Schutz vor Katastrophen, und andererseits der Vorbereitung auf den Katastrophenfall zugerechnet werden. Ein wichtiges Element davon sind Frühwarnsysteme.


Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe

Ist eine Katastrophe eingetreten, muss schnell geholfen werden. Rettungs­truppen müssen Verletzte aus der Gefahrenzone bergen und sie medizinisch betreuen. Die Betroffenen müssen in sichere Notunterkünfte ge­bracht und dort versorgt werden. Um die erste, unmittelbare Not zu lindern, unterstützt die Bundesrepublik betroffene Gebiete durch humanitäre Hilfe des Auswär­ti­gen Amtes. Das Auswärtige Amt arbeitet dabei mit deutschen Nicht­regie­rungs­organisationen und internationalen Organisationen wie dem Inter­natio­nalen Ko­mi­tee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen.


Weiterführende Informationen zum Thema Naturkatastrophen

Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites mit weiterführenden Informationen zum Thema Naturkatastrophen.



Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen