Hauptinhalt

Naturkatastrophen

Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe

Überschwemmung in Mosambik 2002. Menschen auf dem Weg zu einer Sammelstelle am Save-Fluss, ein Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes bringen Hilfsgüter in die Region. Urheberrecht: Photothek.netIst eine Katastro­phe eingetreten, muss schnell gehol­fen werden. Ret­tungs­trup­pen müssen Verletzte aus der Gefahren­zone bergen und sie medizinisch betreuen. Die Betrof­fenen müssen in sichere Not­unter­künfte gebracht und dort ver­sorgt werden. Um die erste, unmittel­bare Not zu lindern, unterstützt die Bundes­republik betrof­fene Gebiete durch humani­täre Hilfe des Aus­wärtigen Amtes. Das Auswärtige Amt arbeitet dabei mit deutschen Nichtregierungsorganisationen und inter­natio­nalen Organi­sationen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen.

Der vielschichtige Zusammenhang zwischen Krisen und Kata­stro­phen, Armut und Entwicklungsprozessen erfordert, den Übergang zwischen Soforthilfe und längerfristigen Maßnahmen der Entwick­lungs­zusammenarbeit fließend zu gestalten. Die Sicherung des Überlebens durch kurzfristige Nahrungsmittelhilfen und die Schaf­fung oder Wiederherstellung einer sozialen und infra­struk­turel­len Mindest­versorgung wird als Ausgangs­punkt für einen anschließenden Prozess der nachhaltigen Entwicklung betrachtet.

2006: Lebensmittelvorräte der Vereinten Nationen werden in Zelten zwischengelagert, um dann an Flutopfer in Kenia und Somalia verteilt zu werden. Urheberrecht: Richard Lough/IRINEine solche – entwicklungs­orientierte – Not- und Übergangs­hilfe wird schnell und flexibel in die Wege geleitet. Hilfe­auf­rufe der Vereinten Nationen bilden in der Regel die Grund­lage für diese vom BMZ durchgeführten Hilfsmaßnahmen.

Projekte der entwicklungs­orientierten Not- und Übergangs­hilfe dauern in der Regel zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Sie setzen in Sonder­situa­tionen an, die entweder durch Natur­kata­stro­phen oder durch Konflikte oder von Menschen verursachte Krisen geprägt sind. Sie können insbesondere auch in fragilen Staaten wichtige Beiträge leisten. Als eine zur Sicherung der Lebens­grund­lagen geeignete Herangehens­weise hat sich in der Praxis das soge­nan­nte Livelihood-Konzept bewährt, bei dem Hilfs­maß­nahmen aus der Analyse des Verhal­tens und der Gewohn­heiten der Bevölkerung abgeleitet werden.

Nahrungsmittelhilfe ist ein wesentlicher Beitrag zur Linderung der Not in Katastrophen- und Krisensituationen. Wichtigste Partner­organi­sation im Rahmen der Nahrungs­mittelhilfe des BMZ ist das Welternährungs­programm (World Food Programme, WFP).

Bereits im Kontext der Vorhaben der Not- und Übergangshilfe wird katastrophenpräventiv gearbeitet und für die Gefahr künftiger Kata­strophen sensibilisiert. Viele Partnerländer werden beim Aufbau von Strukturen und Kapazitäten sowie bei der Entwicklung von nationalen und lokalen Strategien zur Katastrophenvorsorge und zur Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Das erfolgt sowohl über Pilot­vor­ha­ben, bei denen die Instrumente und Maßnahmen erprobt werden als auch durch Einbeziehung von Präventionsaspekten in verschie­dene sektorale Vorhaben der längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit.

Junger Mann beim Bau eines Hauses in El Salvador. Urheberrecht: photothek.netOftmals müssen Menschen wegen Naturkatastrophen, bewaffneter Kon­flikte und Umwelt­schäden ihre Heimat verlassen. Entweder werden sie zu intern Vertrie­benen oder zu Flücht­lingen in anderen Ländern. Deutsch­land unterstützt diese Menschen sowohl im Rahmen der Not- und Übergangshilfe als auch im Rahmen seiner längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit und arbeitet dabei eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. Oft haben die Betroffenen ihren ganzen Besitz verloren und können sich nicht selbst ernähren oder arbeiten. Um sie in die neue Umgebung zu integrieren, wird kurzfristig geholfen – zum Beispiel werden Nahrungsmittel und Notunterkünfte bereitgestellt. Längerfristig werden sie dabei unterstützt, neue Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden.

Alle Maßnahmen der Geberländer werden möglichst eng aufeinander abgestimmt, so dass am Ende ein bedarfsorientiertes internationales Hilfsprogramm starten kann.

Im Jahre 2008 stellte das BMZ für entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe etwa 104,5 Millionen Euro zur Verfügung. Davon ent­fielen 48,5 Millionen Euro auf Nahrungsmittellieferungen und etwa 56 Millionen Euro auf sonstige Not- und Übergangshilfe. Die meisten Gelder, nämlich 61,6 Prozent, flossen nach Afrika, ein Drittel nach Asien.

Glossar des BMZ
Fenster schließen