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Naturkatastrophen

Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe

Überschwemmung in Mosambik 2002. Menschen auf dem Weg zu einer Sammelstelle am Save-Fluss, ein Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes bringen Hilfsgüter in die Region. Urheberrecht: Photothek.netIst eine Kata­stro­phe ein­ge­tre­ten, muss schnell ge­hol­fen wer­den. Ret­tungs­trup­pen müs­sen Ver­letzte aus der Ge­fah­ren­zone ber­gen und sie medi­zi­nisch be­treuen. Die Be­trof­fe­nen müs­sen in sichere Not­unter­künfte ge­bracht und dort ver­sorgt wer­den. Um die erste, un­mit­tel­bare Not zu lin­dern, unter­stützt die Bun­des­republik be­trof­fene Ge­biete durch hu­ma­ni­täre Hilfe des Aus­wär­tigen Amtes. Das Aus­wär­tige Amt ar­bei­tet dabei mit deutschen Nichtregierungsorganisationen und inter­natio­nalen Orga­ni­sa­tionen wie dem Inter­na­tio­na­len Komi­tee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen.

Nahrungs­mittel­hilfe ist ein wesent­licher Beitrag zur Linderung der Not in Kata­strophen- und Krisen­situationen. Wichtigste Partner­orga­ni­sation im Rah­men der Nahrungs­mittel­hilfe des BMZ ist das Welt­er­näh­rungs­programm (World Food Programme, WFP).

Der vielschichtige Zusammenhang zwischen Krisen und Katastrophen auf der einen und Armut und nachhaltiger Entwicklung auf der an­de­ren Seite, erfordert, den Über­gang zwischen Sofort­hilfe und länger­fris­ti­gen Maß­nah­men der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit fließend zu ge­stal­ten. Die Sicherung des Über­lebens durch kurz­fristige Nah­rungs­mit­tel­hilfen und die Schaffung oder Wie­der­her­stellung einer sozialen und infra­struk­tu­rel­len Min­dest­ver­sor­gung wird als Aus­gangs­punkt für einen an­schlie­ßenden Prozess der nachhaltigen Entwicklung betrachtet.

Eine solche – entwicklungsorientierte – Not- und Übergangshilfe wird schnell und flexibel in die Wege geleitet. Hilfeaufrufe der Vereinten Nationen bilden in der Regel die Grundlage für diese vom BMZ durch­geführten Hilfsmaßnahmen.

Projekte

Junger Mann beim Bau eines Hauses in El Salvador. Urheberrecht: photothek.netProjekte der ent­wick­lungs­orien­tierten Not- und Über­gangs­hilfe dauern in der Re­gel zwischen sechs Mo­na­ten und drei Jah­ren. Sie set­zen in Son­der­si­tua­tio­nen an, die ent­we­der durch Na­tur­ka­ta­stro­phen oder durch Kon­flik­te oder von Men­schen ver­ur­sachte Kri­sen ge­prägt sind. Sie kön­nen – ins­be­son­de­re auch in fra­gi­len Staaten – zu mehr Sta­bi­li­tät bei­tra­gen. Als eine zur Sicherung der Lebens­grund­lagen ge­eig­ne­te Her­an­gehens­weise hat sich in der Pra­xis das so­ge­nannte Livelihood-Konzept be­währt, bei dem Hilfs­maß­nah­men aus der Ana­lyse des Ver­hal­tens und der Gewohnheiten der Bevölkerung abgeleitet werden.

Bei Vorhaben der Not- und Übergangshilfe wird kata­stro­phen­prä­ven­tiv ge­ar­bei­tet und für die Ge­fahr künftiger Kata­stro­phen sensi­bi­lisiert. Sie ergeben sich oft in direkter Folge erster Hilfs­maß­nahmen, da dann das Bewusst­sein für die Not­wen­dig­keit von Vor­sorge besonders stark aus­ge­prägt ist. Viele Part­ner­länder werden beim Aufbau von Strukturen und Kapazi­täten sowie bei der Ent­wick­lung von nationalen und lokalen Stra­te­gien zur Kata­stro­phen­vor­sorge und zur An­passung an den Klima­wandel unter­stützt. Das erfolgt sowohl über Pilot­vor­haben, bei denen die Instru­mente und Maß­nah­men erprobt werden, als auch durch Ein­be­ziehung von Prä­ven­tions­aspekten in ver­schie­dene sek­to­ra­le Vor­haben der länger­fristigen Entwicklungszusammenarbeit.

Flüchtlinge und Vertriebene

2006: Lebensmittelvorräte der Vereinten Nationen werden in Zelten zwischengelagert, um dann an Flutopfer in Kenia und Somalia verteilt zu werden. Urheberrecht: Richard Lough/IRINOft­mals müssen Menschen wegen Na­tur­ka­ta­stro­phen, be­waffne­ter Kon­flik­te und Um­welt­schäden ihre Hei­mat ver­las­sen. Ent­we­der wer­den sie zu in­tern Ver­trie­be­nen oder zu Flücht­lingen in anderen Ländern. Deutsch­land unter­stützt diese Men­schen so­wohl im Rah­men der Not- und Über­gangs­hilfe als auch im Rah­men seiner län­ger­fris­ti­gen Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit und ar­bei­tet dabei eng mit dem Flücht­lings­kom­mis­sa­riat der Ver­ein­ten Nationen (UNHCR) zu­sam­men. Um sie in die neue Um­ge­bung zu in­te­grieren, wird kurz­fristig ge­hol­fen – zum Bei­spiel wer­den Nah­rungs­mittel und Not­unter­künfte be­reit­ge­stellt. Län­ger­fristig wer­den sie dabei unter­stützt, neue Einkommens- und Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­keiten zu finden.

Alle Maßnahmen der Geberländer werden möglichst eng aufeinander abgestimmt, so dass am Ende ein bedarfsorientiertes internationales Hilfsprogramm starten kann.

Im Jahre 2010 stellte das BMZ für entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe etwa 130,34 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfielen 40,8 Millionen Euro auf Nahrungsmittellieferungen und etwa 89,54 Millionen Euro auf sonstige Not- und Übergangshilfe. Die meisten Gelder, nämlich 45,4 Prozent, flossen nach Afrika, ein Drittel nach Asien und 17,7 Prozent nach Lateinamerika.

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