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Naturkatastrophen
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Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe
Ist eine Katastrophe eingetreten, muss schnell geholfen werden. Rettungstruppen müssen Verletzte aus der Gefahrenzone bergen und sie medizinisch betreuen. Die Betroffenen müssen in sichere Notunterkünfte gebracht und dort versorgt werden. Um die erste, unmittelbare Not zu lindern, unterstützt die Bundesrepublik betroffene Gebiete durch humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes. Das Auswärtige Amt arbeitet dabei mit deutschen Nichtregierungsorganisationen und internationalen Organisationen wie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen.
Nahrungsmittelhilfe ist ein wesentlicher Beitrag zur Linderung der Not in Katastrophen- und Krisensituationen. Wichtigste Partnerorganisation im Rahmen der Nahrungsmittelhilfe des BMZ ist das Welternährungsprogramm (World Food Programme, WFP).
Der vielschichtige Zusammenhang zwischen Krisen und Katastrophen auf der einen und Armut und nachhaltiger Entwicklung auf der anderen Seite, erfordert, den Übergang zwischen Soforthilfe und längerfristigen Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit fließend zu gestalten. Die Sicherung des Überlebens durch kurzfristige Nahrungsmittelhilfen und die Schaffung oder Wiederherstellung einer sozialen und infrastrukturellen Mindestversorgung wird als Ausgangspunkt für einen anschließenden Prozess der nachhaltigen Entwicklung betrachtet.
Eine solche – entwicklungsorientierte – Not- und Übergangshilfe wird schnell und flexibel in die Wege geleitet. Hilfeaufrufe der Vereinten Nationen bilden in der Regel die Grundlage für diese vom BMZ durchgeführten Hilfsmaßnahmen.
Projekte
Projekte der entwicklungsorientierten Not- und Übergangshilfe dauern in der Regel zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Sie setzen in Sondersituationen an, die entweder durch Naturkatastrophen oder durch Konflikte oder von Menschen verursachte Krisen geprägt sind. Sie können – insbesondere auch in fragilen Staaten – zu mehr Stabilität beitragen. Als eine zur Sicherung der Lebensgrundlagen geeignete Herangehensweise hat sich in der Praxis das sogenannte Livelihood-Konzept bewährt, bei dem Hilfsmaßnahmen aus der Analyse des Verhaltens und der Gewohnheiten der Bevölkerung abgeleitet werden.
Bei Vorhaben der Not- und Übergangshilfe wird katastrophenpräventiv gearbeitet und für die Gefahr künftiger Katastrophen sensibilisiert. Sie ergeben sich oft in direkter Folge erster Hilfsmaßnahmen, da dann das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Vorsorge besonders stark ausgeprägt ist. Viele Partnerländer werden beim Aufbau von Strukturen und Kapazitäten sowie bei der Entwicklung von nationalen und lokalen Strategien zur Katastrophenvorsorge und zur Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Das erfolgt sowohl über Pilotvorhaben, bei denen die Instrumente und Maßnahmen erprobt werden, als auch durch Einbeziehung von Präventionsaspekten in verschiedene sektorale Vorhaben der längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit.
Flüchtlinge und Vertriebene
Oftmals müssen Menschen wegen Naturkatastrophen, bewaffneter Konflikte und Umweltschäden ihre Heimat verlassen. Entweder werden sie zu intern Vertriebenen oder zu Flüchtlingen in anderen Ländern. Deutschland unterstützt diese Menschen sowohl im Rahmen der Not- und Übergangshilfe als auch im Rahmen seiner längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit und arbeitet dabei eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. Um sie in die neue Umgebung zu integrieren, wird kurzfristig geholfen – zum Beispiel werden Nahrungsmittel und Notunterkünfte bereitgestellt. Längerfristig werden sie dabei unterstützt, neue Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden.
Alle Maßnahmen der Geberländer werden möglichst eng aufeinander abgestimmt, so dass am Ende ein bedarfsorientiertes internationales Hilfsprogramm starten kann.
Im Jahre 2010 stellte das BMZ für entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe etwa 130,34 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfielen 40,8 Millionen Euro auf Nahrungsmittellieferungen und etwa 89,54 Millionen Euro auf sonstige Not- und Übergangshilfe. Die meisten Gelder, nämlich 45,4 Prozent, flossen nach Afrika, ein Drittel nach Asien und 17,7 Prozent nach Lateinamerika.
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