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Naturkatastrophen

Ein Mann steht auf den Trümmern einer Schule, die bei einem Zyklon im Mai 2008 in Myanmar zerstört wurde. Urheberrecht: Contributor/IRIN

Katastrophenvorsorge – wichtiger Bestandteil deutscher Ent­wick­lungs­politik

Naturkatastrophen wie Erd­beben, Wirbel­stürme oder Über­schwem­mungen richten in Ent­wick­lungs­ländern ver­hee­rende Schäden an. Auf­grund ihrer Kata­stro­phen­an­fälligkeit, mangelnder Vorsorge und Armut sind die Be­trof­fenen den Kata­stro­phen oft hilf­los aus­ge­liefert und meistens nicht in der Lage, die Folgen der Zer­störungen aus eigener Kraft zu überwinden.

Pakistan: Ein Lastwagen mit Lebensmitteln, der durch das Erdbeben im Oktober 2005 zerstört wurde. Urheberrecht: Edward Parsons/IRINDoch die Er­fah­rung­en zei­gen auch, dass sich der Mensch auf ex­tre­me Na­tur­er­eig­nisse vor­be­rei­ten kann und muss. Denn oft sind es lange Zeit zu­vor ab­ge­lau­fene Fehl­ent­wick­lungen oder De­fi­zi­te, die zur Ka­ta­stro­phe füh­ren und durch eine ent­spre­chen­de Ka­ta­stro­phen­vor­sorge hätten ver­hin­dert werden können.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit betrachtet Kata­stro­phen­vor­sorge in be­son­ders ge­fähr­de­ten Län­dern (Hoch­risiko­länder) als Vor­aus­setzung für nachhaltige Entwicklung. Sie ist integraler Bestand­teil des deutschen En­gage­ments zur Be­kämp­fung der Armut. Dabei gilt auch hier, – so wie bei Krisen mit anderen Ursachen – dass verwundbare Gesell­schaften aus sich selbst heraus die Kraft ent­wickeln müssen, Krisen zu überwinden. Die Bundes­repu­blik hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, partizipative Ent­wick­lungs­pro­zesse zu be­glei­ten und zu fördern: Alle Be­trof­fenen werden an der Planung und Um­setzung einer ge­mein­samen Strategie beteiligt.

Die deutsche Unterstützung reicht von Risikoanalysen über Aus- und Fortbildung, Frühwarnung und infrastrukturelle Verbesserungen wie zum Beispiel erdbebensicheres Bauen bis hin zu Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel.

Auch der Klimaschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Kata­stro­phen­vorsorge. Deutschland berät und unterstützt seine Partner­länder zum Beispiel über das Aktions­programm "Klima und Entwicklung", das "Klima­schutz­programm für Ent­wick­lungs­länder" und das "Sektor­vor­haben Kata­stro­phen­vorsorge in der Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit". Außer­dem fördert die Bundes­republik den Einsatz erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern.

Sektorvorhaben Katastrophenvorsorge

Im Auftrag des BMZ unterstützt das 2003 begonnene Sektor­vor­haben "Katastrophen­vorsorge in der Entwicklungs­zusammen­arbeit" die Ver­ankerung von Kata­stro­phen­vorsorge in Projekten und Programmen der Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit in Hoch­risiko­ländern. Es berät das BMZ bei der Mitgestaltung inter­natio­naler Prozesse, wie zum Beispiel im Rahmen der Global Facility for Disaster Reduction and Recovery (GFDRR), der Ein­be­ziehung der Vorsorge in Maß­nah­men des Wieder­auf­baus wie zum Bei­spiel in Haiti sowie bei der Ver­knüp­fung von Ka­ta­stro­phen­vor­sorge mit der An­passung an den Klimawandel.

Unterstützung internationaler Aktivitäten

Auf internationaler Ebene unterstützt Deutschland das Sekretariat der Inter­natio­nalen Strategie zur Reduzierung von Katastrophen (International Strategy for Disaster Reduction, ISDR) in Genf. Die deutsche Entwick­lungs­politik bringt ihre viel­fältigen Erfahrungen in die Strategie­ent­wick­lung der Vereinten Nationen ein. Auch die eng mit der Kata­stro­phen­vorsorge verbundenen UN-Konventionen, wie die Bio­diversi­täts­konvention, die Klima­rahmen­konvention und die Konvention zur Deserti­fikations­bekämpfung, werden von der Bundes­regierung finanziell und technisch gefördert. Die konkrete Umsetzung der Konven­tionen wird im Rahmen der bestehenden bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt.

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