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Vereinte Nationen verbinden nachhaltige Landnutzung mit Armutsbekämpfung
Die großen Dürrekatastrophen der 1970er Jahre haben vor allem den Ländern der afrikanischen Sahelzone vor Augen geführt, dass nicht nur Klimaextreme, sondern auch die Menschen für die Zerstörung der Böden verantwortlich sind, indem sie die Natur zu stark ausbeuten. 1977 beriefen die Vereinten Nationen daher eine Konferenz über Desertifikation (United Nations Conference on Desertification, UNCOD) ein, die einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Desertifikation verabschiedete.
Anfang der 1990er Jahre wurde jedoch klar, dass sich die Problematik trotz lokaler Erfolge insgesamt weiter verschärft hatte. Beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro wurde das Thema darum 1992 erneut diskutiert. Im Anschluss daran wurde die Internationale Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (United Nations Convention to Combat Desertification, UNCCD) erarbeitet und verabschiedet. Das Abkommen trat 1996 in Kraft und wurde bis heute von 194 Staaten ratifiziert. Das UNCCD-Sekretariat hat seinen ständigen Sitz seit 1999 in Bonn.
Die UNCCD ist die am stärksten entwicklungspolitisch orientierte Konvention unter den drei in Rio vereinbarten internationalen Umweltabkommen – neben dem Schutz der Böden in Trockengebieten strebt sie auch die Bekämpfung der Armut an. Ziel der Konvention ist es, den Teufelskreis aus Landknappheit, Hunger, Migration und Ressourcenkonflikten besonders in den ärmsten Ländern zu durchbrechen. Maßnahmen der Desertifikationsbekämpfung tragen damit auch zum Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele, insbesondere zur Halbierung der Armut, zur Sicherung eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt und zum Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung bei.
In der Übereinkunft verpflichtet sich die internationale Gemeinschaft, Boden, Wasser und Pflanzen in den von Desertifikation bedrohten Regionen schonend und nachhaltig zu nutzen, um die fortschreitende Zerstörung aufzuhalten. Die Industrieländer haben zugesagt, die Entwicklungsländer finanziell und durch Technologietransfer bei der Bekämpfung der Desertifikation zu unterstützen. Die Konvention legt dabei den Schwerpunkt nicht auf die Förderung einzelner Projekte, sondern bezieht sektorübergreifend alle betroffenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen mit ein.
Wichtige Aspekte der UNCCD
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Alle in der Konvention vorgesehen Maßnahmen haben für die Unterzeichnerstaaten rechtsverbindlichen Charakter. Sie können also von der Bevölkerung eines Landes eingefordert werden.
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Geberländer und Entwicklungsländer sollen partnerschaftlich miteinander kooperieren und kontinuierlich Erfahrungen austauschen. Auch nichtstaatliche Akteure wie Nichtregierungsorganisationen sind in diese Partnerschaft einzubinden.
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Die örtliche Bevölkerung soll an Planung und Ausführung von Maßnahmen zur Desertifikationsbekämpfung beteiligt werden (Partizipation). Als einziges internationales Umweltabkommen hebt die UNCCD dabei die besondere Rolle von Frauen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Lebensgrundlagen ausdrücklich hervor.
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Bestehende Programme und Pläne des Ressourcenmanagements sind aufeinander abzustimmen. Als wichtiges Instrument zur Umsetzung der Konvention stellen die betroffenen Länder nationale Aktionsprogramme auf, mit denen sie alle Projekte zur Bekämpfung der Desertifikation koordinieren.
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Als wichtige Voraussetzung für nachhaltiges Ressourcenmanagement sollen in den betroffenen Regionen dezentrale Entscheidungsstrukturen aufgebaut werden.
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Die Geberländer sind aufgefordert, sich untereinander und mit ihren Partnern enger zu vernetzen, um vorhandene Mittel effizienter einzusetzen.
Seit 1998 unterstützt der Global Mechanism der UNCCD die betroffenen Länder bei der Mobilisierung von Finanzmitteln für Desertifikationsbekämpfung und nachhaltiges Landmanagement. Ergänzend dazu kann die UNCCD seit 2003 auch auf einen Finanzierungsmechanismus im Rahmen der Globalen Umweltfazilität (GEF) zurückgreifen. Die GEF hat dazu den Förderschwerpunkt Landdegradation eingerichtet. Alle Programme in diesem Bereich orientieren sich an den Richtlinien der Konvention.
Sichtbare Erfolge
Einige wichtige Erfolge sind inzwischen sichtbar. So wurde bei Inkrafttreten der Konvention Desertifikation noch überwiegend als regionales Problem vor allem in Afrika betrachtet. Seitdem hat sich die Wahrnehmung grundlegend geändert. Die UNCCD hat es geschafft, Desertifikation als globales Umweltproblem, das die ganze Menschheit bedroht, international bekannt zu machen .
Die Erfahrungen seit Verabschiedung der UNCCD haben verdeutlicht, dass es unmöglich ist, in den betroffenen Ländern die Armut zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung einzuleiten, wenn nicht zugleich die Desertifikation bekämpft und schonender mit den Ressourcen umgegangen wird.
Die Konvention hat dazu beigetragen, dass in den meisten Ländern die Bekämpfung der Desertifikation auf eine institutionelle Grundlage gestellt wurde. Über die nationalen Aktionsprogramme wurden in vielen Ländern zivilgesellschaftliche Aktivitäten angeregt. Denn die auf lokaler Ebene beteiligten Menschen betreiben den Kampf gegen die Desertifikation oft deutlich aktiver als die Regierungen. Konkrete Wirkungen können bei ernährungs- und einkommenssichernden Projekten und Projekten zum Ressourcenerhalt beobachtet werden.
Außerdem wurden für die Umsetzung der UNCCD auch auf regionaler Ebene entsprechende Aktionsprogramme und neue strategische Partnerschaften gegründet. Ein Beispiel ist die gemeinsame Initiative für Landmanagement (Central Asian Countries Initiative for Land Management, CACILM), eine Plattform, in der die fünf zentralasiatischen Staaten und eine Reihe multilateraler und bilateraler Geber zusammenarbeiten. Ziel ist es, nicht nur die Desertifikation einzudämmen und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu fördern, sondern gleichzeitig auch die Armut der Menschen auf dem Land zu bekämpfen.
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