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Boden

Bekämpfung der Desertifikation durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Bältter vor einem blauen Himmel, Urheberrecht: H. G. OedDie na­tür­lichen Le­bens­grund­lagen zu er­hal­ten, ist eine grund­legende Vor­aus­set­zung für trag­fähige Ent­wick­lung. Nur da­durch kann sich die Si­tu­a­tion der Armen ver­bes­sern. Darum en­ga­giert sich die Bun­des­republik bei der Zu­sam­men­arbeit mit ihren Part­ner­län­dern und mit inter­na­tio­nalen Or­ga­ni­sa­tionen seit vielen Jahren für die Be­kämp­fung der Desertifikation.

Deutschland ist in diesem Bereich einer der größten Geber und för­dert welt­weit mehr als 1.000 Pro­jekte. In den Jahren 2008 und 2009 hat die Bun­des­re­gie­rung dafür knapp 460 Mil­lionen Euro be­reit­ge­stellt. Die ge­för­derten Vor­haben wer­den so­wohl von staat­lichen Durchführungsorganisationen als auch von Nichtregierungsorganisationen um­ge­setzt. Sie leisten einen wichtigen  und er­folg­reichen Bei­trag zur nachhaltigen Ver­bes­serung der Lebens­be­dingungen von Mil­lionen von Menschen.

Die Förderung setzt in verschiedenen Lebensbereichen an:

  • Die ökologische Dimension: Es gilt, die Umwelt­bedingungen, in denen die Menschen leben, zu ver­bessern, zum Beispiel mit Hilfe von angepassten Be­wäs­se­rungs­techniken und Maß­nah­men zum Schutz vor Bodenerosion.

  • Die wirtschaftliche Dimension: Bauern und Vieh­züchter müssen dabei unter­stützt werden, ihr Land effektiv zu nut­zen, ohne es zu stark zu be­lasten. Wirt­schafts­för­de­rungs­pro­gramme können ihnen hel­fen, neue Ein­kom­mens­quellen zu er­schließen, indem sie ihre Pro­dukte weiter­ver­ar­beiten und auch außer­halb der Heimat­region ver­markten. Dazu muss der Besitz von Grund und Boden rechtlich abgesichert sein.

  • Die soziale Dimension: An den Maßnahmen müssen alle relevanten Akteure der Zivilgesellschaft beteiligt werden. Gleiches gilt für die Programme zur Armutsbekämpfung.

  • Die politische Dimension: Um die politische Teilhabe der armen Menschen zu erhöhen, müssen ihnen Möglichkeiten eröffnet werden, auf politische und gesellschaftliche Entscheidungen Einfluss zu nehmen, die ihr Leben direkt betreffen. Dazu müssen dezentrale Verwaltungsstrukturen aufgebaut werden.

Entsprechend wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf allen politischen Ebenen tätig: lokal bei den Betroffenen vor Ort, national und über­regional auf Ebene der Regierungen der be­trof­fenen Staaten sowie inter­natio­nal, zum Bei­spiel im Rahmen der Europäischen Union, der Weltbank und der Vereinten Nationen.

Die Schlüsselrolle der Frauen

Im ländlichen Raum der Entwicklungsländer haben Frauen eine Schlüssel­rolle bei der Nut­zung der natür­lichen Res­sourcen: Sie pro­du­zieren den Haupt­teil der Nah­rungs­mittel und sam­meln Holz zum Kochen und Heizen. Meistens sind auch sie es, die den gesamten Haus­halt mit Was­ser ver­sor­gen. In den von De­ser­ti­fi­ka­tion be­trof­fenen Re­gionen wird ihre Arbeits­be­lastung noch erhöht, denn Ero­sion, ab­neh­mende Boden­frucht­bar­keit und ver­sie­gende Was­ser­quellen ge­fährden die Grund­ver­sorgung der Familien. Wan­dern die Männer in die Städte ab, bleiben die Frauen häufig als Allein­ver­sor­gerinnen in den Dörfern zurück.

Doch trotz ihrer vielfältigen Aufgaben und besonderen Leis­tungen haben die Frauen nur stark ein­ge­schränkte Mit­sprache­rechte und Ent­schei­dungs­be­fug­nisse bei der Ver­tei­lung und Nut­­zung von Res­sourcen. Die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit muss des­halb der be­son­deren Rolle und den speziellen Be­dürf­nissen der Frauen Rechnung tragen. Die UNCCD-Vertrags­parteien haben sich daher ver­pflichtet, die Frauen um­fas­send in lokale Maßnahmen zur De­ser­ti­fi­ka­tions­bekämpfung einzubeziehen.

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