Hauptinhalt

Ökosystemdienstleistungen

Namibia: Synergien zwischen Schutz und Nutzen

Landschaftsaufnahme mit Feldern und Plantagen, Urheberrecht: bpa, Bernd KühlerDie ungleiche Verteilung des Landes und die rasch wachsende Bevölkerung führen in Namibia zu Problemen: Viele Menschen nutzen Flächen, die für intensive Landwirtschaft ungeeignet sind. Dadurch zerstören sie langfristig ihre eigenen Lebensgrundlagen. Da der Erhalt dieser Ressourcen wichtig für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Stabilität des Landes ist, hat das namibische Umwelt- und Tourismusministerium das Programm "Nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen" gestartet.

Den namibischen Behörden und anderen relevanten Institutionen des Sektors fehlen jedoch die Kapazitäten, um die nötigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Programms zu schaffen. Daher unterstützt die Bundesrepublik im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit dieses Vorhaben.

Ziel ist, die Leistungsfähigkeit des Umweltministeriums zu verbessern und die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen. Hierfür müssen Gesetze, Strategien und Leitlinien so erstellt oder harmonisiert werden, dass Schutz und Nutzung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Dadurch sollen Einkommenssteigerungen und verbesserte Lebens­bedingungen für die ländliche Bevölkerung bei gleichzeitigem Erhalt der Ressourcen gewährleistet werden. Dazu werden in ausgewählten Gebieten neue Ansätze für nachhaltiges Landmanagement und für die Bewirtschaftung von Schutz­gebieten erarbeitet. Außerdem werden die Abstimmungs- und Kooperationsprozesse zwischen staatlichen Fachdiensten, den beteiligten gesellschaftlichen Gruppen und dem Privatsektor verbessert.

Um alternative Einkommensmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung zu schaffen, werden geeignete Naturprodukte bis zur Produktions- und Marktreife entwickelt. Das Ministerium wird dabei unterstützt, ein verbessertes Nationalparkmanagement zu erarbeiten und umzusetzen. Das hat nicht nur den Schutz der Biodiversität zur Folge, sondern ermöglicht auch die Beteiligung der Bevölkerung an den Einnahmen der Park- und Wildtier­nutzung (Tourismuskonzessionen, Jagdkonzessionen). Dies hat in Teilen Namibias bereits zur Erhöhung der Wildtierbestände innerhalb und außerhalb der Parks geführt und die finanzielle Situation vieler ländlicher Gemeinden in der Nähe von Parks und Gemeindewäldern verbessert.

Außerdem wird das Umweltministerium dabei unterstützt, sich auf die neuen Arbeitsfelder "Biotrade" (Handel mit Biodiversitäts­produkten) und "Bioprospektion" (die gezielte Erkundung, Sammlung, Aufbereitung und Archivierung biologischen Materials) vorzubereiten. Dies schließt die Schaffung eines gesetzlichen Rahmens ein, der sowohl den Zugang zu genetischen Ressourcen festlegt als auch die gerechte Verteilung der Gewinne, die aus einer Nutzung entstehen. 

Das Vorhaben ist in die Entwicklungsstrategie Namibias zur nachhaltigen Nutzung seiner natürlichen Ressourcen integriert. Es baut auf den Erfahrungen der beiden nationalen Programme zur Bekämpfung der Wüstenausbreitung in von Menschen genutzten Gebieten und zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf. Der deutsche Beitrag zeichnet sich durch die Kombination von Fach-, Organisations-, Management- und Politikberatung sowie durch Investitionsförderung auf verschiedenen Ebenen aus.

Deutscher Beitrag: 21,1 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2004 bis 2014

Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen