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Der deutsche Beitrag

Eine junge Riesenschildkröte wird vermessen, Urheberrecht: Photothek.net

Biodiversität als Lebensgrundlage erhalten

Der Erhalt von Biodiversität spielt aus vielen Blick­winkeln eine wichtige Rolle. Die Vielfalt der Natur ist Basis der menschlichen Ernährung, sie liefert die Grund­stoffe für viele Arzneimittel, hilft bei der Bindung von Treibhausgasen und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Sie inspiriert zu technischen Entwicklungen und Innovationen in Architektur, Medizin- und Materialforschung. Zusätzlich bietet sie Raum für Erholung und künstlerische Anreize und hat in vielen Glaubens­richtungen spirituelle Bedeutung.

Diese vielfältigen Funktionen, auf die wir tagtäglich ganz selbstverständlich zurückgreifen, lassen sich unter dem Begriff "Ökosystemdienstleistungen" zusammenfassen. Um ein Bewusstsein für diese Leistungen der Natur zu schaffen, hat Deutschland eine Studie zur wirtschaftlichen Bewertung von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen veranlasst und mitfinanziert (The Economics of Ecosystems and Biodiversity, TEEB).

Beispielsweise bedecken Korallenriffe nur 1,2 Prozent der Festlandsockel weltweit, bieten jedoch Lebensraum für schätzungsweise 1 bis 3 Millionen Arten, darunter über ein Viertel aller Meeresfischarten. Außerdem hängen Ernährung, Einkommen und Lebensgrundlage von rund 30 Millionen Küsten- und Inselbewohnern vollständig von Riff-Ökosystemen ab.

Bienenvölker sichern der Schweiz durch ihre Bestäubungsleistung jährlich eine Agrarproduktion von etwa 143 Millionen Euro, rund fünfmal mehr Einnahmen als durch die Honigproduktion selbst. Der ökonomische Gesamtwert der Bestäubung durch Insekten weltweit wird auf 153 Milliarden Euro geschätzt (Wert 2005). Das sind 9,5 Prozent des globalen landwirtschaftlichen Ertrags eines Jahres.

Im australischen Canberra wurden 400.000 Bäume gepflanzt, um das Mikroklima zu regulieren, die Luftqualität zu verbessern, den Energieverbrauch der Klimaanlagen zu reduzieren und um Kohlenstoff zu speichern. Der damit verbundene Gewinn – durch zusätzlichen Nutzen oder eingesparte Kosten – für die Stadt wird für den Zeitraum 2008 bis 2012 auf 13,5 bis 45 Millionen Euro geschätzt.

Diese Beispiele zeigen, wie verschiedene Funktionen ineinander­greifen und auf welch vielfältige Weise der Mensch von intakten Ökosystemen profitiert. Eine wichtige Aufgabe der Politik ist daher, in allen Sektoren Synergien zwischen nachhaltiger Entwicklung und Biodiversitätsschutz zu fördern. Auch in der deutschen Entwicklungspolitik spielen sektorübergreifende Ansätze eine wichtige Rolle. Auf der Entwicklungskonferenz 2012 in Rio wird daher die Integration von biologischer Vielfalt und Umweltdienstleistungen in das Weltwirtschaftssystem ein wichtiger Diskussionspunkt sein.

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