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Der deutsche Beitrag

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Beiträge zum Klimaschutz leisten
Der Erhalt der biologischen Vielfalt auf allen ihren Ebenen – genetisch, Arten und Ökosysteme – ist auch für den Klimaschutz sowie für die Anpassung an den Klimawandel äußerst wichtig, da sie als ein wichtiger Puffer fungiert.
So bilden Wälder nicht nur die Lebensgrundlage für zahlreiche Menschen. Durch den in ihnen gebundenen Kohlenstoff spielen sie auch eine wichtige Rolle im Klimaschutz: Rund ein Fünftel der globalen Treibhausgasemissionen entsteht durch Entwaldung und Schädigung von Wäldern, unter anderem durch nicht nachhaltige forstwirtschaftliche oder landwirtschaftliche Nutzung. Daher wurde 2005 auf der 11. UN-Klimarahmenkonferenz in Montreal ein Mechanismus vorgeschlagen, der finanzielle Anreize schafft, Entwaldung zu vermeiden und damit klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen zu verringern. Bei der Folgekonferenz auf Bali wurde beschlossen, diese Maßnahmen unter dem Namen REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) in die zukünftige Klimapolitik einzubeziehen.
In den folgenden Jahren wurde der REDD-Mechanismus weiterentwickelt und es wurden auch Maßnahmen eingeschlossen, die dem Schutz von Wäldern, ihrer Wiederherstellung oder Aufforstung sowie der nachhaltigen Waldbewirtschaftung dienen. Diese erweiterten Maßnahmen werden unter dem Begriff "REDD+" zusammengefasst. 13 Entwicklungsländer (Stand: Februar 2011) haben bereits nationale Konzepte für die Umsetzung von REDD+ erstellt. Ziel ist die nachgewiesene Minderung von Kohlendioxid-Emissionen, für die die Länder mengenabhängige Kompensationszahlungen erhalten.
Am Rande der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún unterzeichnete das BMZ im Dezember 2010 einen Finanzierungsvertrag über 34 Millionen Euro mit der Wald-Kohlenstoffpartnerschaft der Weltbank (Forest Carbon Partnership Facility, FCPF). Die FCPF wurde 2007 gegründet und geht auf eine Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zuge des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm zurück. Mit 37 Partnerländern und 16 Gebern ist die FCPF inzwischen zur größten multilateralen Pilotinitiative im Klima- und Waldschutz geworden.
Schutz von Tropenwäldern, Mooren, Permafrostböden
Deutschland unterstützt zudem zahlreiche bilaterale Entwicklungsprojekte zum Tropenwaldschutz, darunter Projekte im Amazonas, im Kongobecken und in Indonesien, sowie zur Regenerierung von Torfmooren. Die Projekte verbinden in diesen wertvollen Lebensräumen den Klimaschutz eng mit dem Erhalt von Biodiversität.
Dass diese Maßnahmen sichtbare Ergebnisse hervorbringen, zeigt das Beispiel Brasilien: Zwischen 2004 und 2009 ist die Entwaldungsrate um 75 Prozent (von 27.000 Quadratmetern im Jahr 2004 auf 7.000 Quadratmeter im Jahr 2009) zurückgegangen. Maßgeblich dazu beigetragen haben der Aktionsplan für die Vermeidung und Kontrolle der Entwaldung in Amazonien der brasilianischen Regierung sowie das Engagement Deutschlands, das Brasilien in den vergangenen 15 Jahren mit mehr als 300 Millionen Euro dabei unterstützt hat, diese Leistung zu vollbringen.
Auch Moore und Permafrostböden, die zum Beispiel in den arktischen und antarktischen Tundren, aber auch im Hochgebirge vorkommen, speichern große Mengen an Treibhausgasen. Beim Trockenlegen der Moore, beispielswiese zur Gewinnung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, und beim Auftauen der Permafrostböden durch steigende Temperaturen werden diese Gase wieder freigesetzt.
Durch den Schutz dieser Ökosysteme kann die weitere Emission von Treibhausgasen maßgeblich verringert werden. Aber auch bei der Senkung des atmosphärischen Kohlendioxid-Gehalts spielen intakte Ökosysteme eine zentrale Rolle. Besonders Wälder, Meere und Moore binden Kohlendioxid und speichern dadurch große Mengen an Kohlenstoff. Durch die Verdunstung von großen Wassermengen tragen gesunde Wälder außerdem zur Kühlung der Erdoberfläche und über die Wolkenbildung zur Reflektion von Sonneneinstrahlung bei. Somit wirken sie über weite Flächen klimaregulierend. Der Erhalt und die nachhaltige Nutzung dieser Ökosysteme tragen daher sowohl zur Vermeidung weiterer Emissionen als auch zur Minderung bereits eingetretener Veränderungen entscheidend bei.
Anpassung an den Klimawandel
Der Schutz von Biodiversität ist auch für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels unerlässlich. Denn einerseits erhöht genetische Vielfalt die Wahrscheinlichkeit, dass eine ausreichende Artenzahl auch unter veränderten klimatischen Bedingungen, wie zunehmende Hitze und Trockenheit, geeignete Lebensbedingungen finden wird. Dies erhöht die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme und hilft unter anderem die Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Andererseits mildern beispielsweise intakte Wälder die Auswirkungen von klimawandelbedingten Überschwemmungen, Starkregen oder Stürmen, die ansonsten viel größere Schäden hervorrufen würden.
Das international entwickelte Konzept der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel ist Teil einer umfassenden Strategie, um Gesellschaften bei der Adaptation an sich verändernde Umweltbedingungen zu helfen. Dazu sollen die Ziele des Klimaschutzes, der Biodiversität und des nachhaltigen Ressourcenmanagements miteinander verbunden werden. Zentrale Elemente dieses Ansatzes sind der Erhalt (noch) bestehender Naturressourcen und ihre nachhaltige Nutzung sowie die Instandsetzung und Rehabilitierung degradierter Flächen und Systeme. So soll die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen erhöht und die Verwundbarkeit der Bevölkerung für die Folgen des Klimawandels schrittweise reduziert werden. Gleichzeitig können sich diese Maßnahmen auch positiv auf die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung in der Region auswirken.
Zahlreiche entwicklungspolitische Programme zum Erhalt von Lebensräumen tragen neben dem Biodiversitätsschutz also außerdem zur Anpassung an den Klimawandel bei. Das BMZ unterstützt beispielsweise in der Mongolei seit 2009 ein Biodiversitätsvorhaben in den vom Klimawandel besonders betroffenen Regionen. Ziel der Maßnahme ist es, durch Erhalt der heimischen biologischen Vielfalt die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung langfristig zu bewahren.
In Vietnam ersetzen der Schutz und die Regenerierung von Mangrovenwäldern den teuren Bau von Schutzwällen gegen Hochwasser. Gleichzeitig werden damit die Brutgebiete für viele Fische und andere maritime Lebewesen geschützt – der biologischen Vielfalt wird somit mehr Raum gegeben.
Um die Nachhaltigkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu gewährleisten, werden von Deutschland geförderte Projekte neben einer allgemeinen Umweltverträglichkeitsprüfung auch einer Klimaprüfung unterzogen. Diese untersucht unter anderem, wie ein Projekt gestaltet sein muss, damit seine Resultate nicht in den nächsten Jahrzehnten durch den Klimawandel gefährdet oder gar zunichte gemacht werden.
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