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Biodiversität

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Die biologische Vielfalt erhalten –
eine Aufgabe der Entwicklungszusammenarbeit
Die biologischen Ressourcen und Ökosysteme der Erde sichern unser Überleben. Sie sind weltweit die Grundlage unserer Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser – und gleichzeitig die wichtigste Einkommensquelle der Welt. So sind viele Naturressourcen Ausgangsmaterial für Erzeugnisse, die in Industrieländern produziert oder konsumiert werden. Beispielsweise wird die Nutzung biologischer und genetischer Ressourcen für neue Verfahren und Produkte in den Bereichen Biotechnologie, Umweltschutz, Medizin und Ernährung immer wichtiger. Darüber hinaus hat die biologische Vielfalt eine zentrale Bedeutung für die Verlangsamung des Klimawandels sowie die Milderung seiner Auswirkungen.
Der Großteil der weltweiten genetischen und biologischen Vielfalt ist in den Entwicklungsländern zu finden. Für zahlreiche dort lebende Menschen sind diese natürlichen Ressourcen unmittelbare Lebensgrundlage – sowohl für ihre Ernährung als auch für Hausbau, Bekleidung oder die medizinische Versorgung – und ihre Nutzung oft die einzige Verdienstmöglichkeit. Die Sicherung der natürlichen Reichtümer ist daher eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung der weltweiten Armut. Dafür ist es essenziell, die Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung zu fördern. Hierzu trägt beispielsweise bei, dass Gewinne, die durch die Verwendung der Ressourcen und des damit verbundenen traditionellen Wissens erzielt werden, in Zukunft angemessen zwischen den Bereitstellern der Ressourcen und den Nutzern aufgeteilt werden sollen (Access and Benefit Sharing, ABS).
Das deutsche Engagement
Deutschland engagiert sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene für den Erhalt der Biodiversität.
Bei der Zusammenarbeit mit den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist der Schutz der Biodiversität, ihre nachhaltige Nutzung und die gerechte Aufteilung der Nutzungsgewinne ein Querschnittsthema – also ein Ziel, das bei allen Vorhaben berücksichtigt wird. Beispielsweise werden alle Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf ihre Umwelt- und Klimaverträglichkeit geprüft.
Darüber hinaus ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein eigenes entwicklungspolitisches Arbeitsfeld. In ihm werden Strategien und Arbeitsweisen entwickelt, um Ökosysteme in ihrer Gesamtheit zu bewahren und nachhaltig zu nutzen. Deutschland fördert in Übereinstimmung mit den Zielen der Biodiversitätskonvention in mehr als 30 Partnerländern Programme und Projekte zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt.
Das Ziel ist zum einen, in den Ländern günstigere politische Rahmenbedingungen zu gestalten: Es müssen geeignete und arbeitsfähige staatliche Institutionen geschaffen werden, die sich mit den Erhalt der Biodiversität befassen. Landbesitzverhältnisse müssen geklärt und die Verteilung gerecht geregelt werden. Lokale oder indigene Organisationen sollten aktiver in Planungen einbezogen werden, da sie durch ihr traditionelles Wissen viel zur nachhaltigen Nutzung der Naturressourcen beitragen können. Auch der Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen sollte klar, verbindlich und einvernehmlich geregelt werden. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden die verantwortlichen Institutionen bei der Entwicklung von entsprechenden Bestimmungen und Gesetzen beraten.
Zum anderen fördert das BMZ konkrete Maßnahmen zum Management von Schutzgebieten, für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und anderen Ökosystemen, zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags und zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Vielfalt.
Da ohne ausreichendes Wissen über die Vielfalt der Arten und Ökosysteme kein wirksamer Schutz der Biodiversität möglich ist, ist neben der politischen Arbeit auch die Aufklärung der Bevölkerung ein wichtiges Ziel der deutschen Entwicklungspolitik – sowohl in den Entwicklungsländern als auch in Deutschland.
Der deutsche Beitrag wird ausgebaut
Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention 2008 in Bonn sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel zu, dass Deutschland im Zeitraum von 2009 bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro für die Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Umsetzung der Konventionsziele bereitstellen wird. Im Jahr 2010 stiegen dadurch beispielsweise die Investitionen des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) für den Bereich Biodiversität und Wald im Vergleich zum Vorjahr um 40 Millionen auf 263 Millionen Euro. Ab 2013 sollen jährlich 500 Millionen Euro für den weltweiten Erhalt von Wäldern und anderen Ökosystemen bereitgestellt werden.
Informationen

Publikationen

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Biologische Vielfalt
BMZ Konzepte 164
(PDF 504 KB, barrierefrei) -
Ökologisches Wirtschaften
BMZ-Informationsbroschüre
(PDF 5 MB, barrierefrei) -
Biosphärenreservate
Modellregionen für ein ökologisches Wirtschaften
(PDF 2,3 MB, barrierefrei) -
Nachhaltigkeit braucht Vielfalt
Alle Menschen leben in Abhängigkeit
(PDF 1,4 MB, barrierefrei) -
Klimawandel und Entwicklung
BMZ Informationsbroschüre
(PDF 6,2 MB, barrierefrei)





