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Stadtentwicklung

Kinder in einem Slum in Nairobi, Kenia. Urheberrecht: Jennifer Brookland/IRIN

Stadtentwicklung – ein wichtiges Handlungsfeld der Ent­wick­lungs­politik

Nachhaltige Stadt­entwicklung ist ein wesentlicher Schlüssel, um die internationalen Klima- und Millenniums­entwicklungs­ziele (MDG) zu erreichen. Sie ist daher ein wichtiges Hand­lungs­feld der deutschen Ent­wicklungs­politik. Derzeit werden über 210 Vorhaben zur Stadt­entwick­lung mit einem Gesamtvolumen von rund 2,1 Milliarden Euro (Technische und Finanzielle Zusammenarbeit) in mehr als 50 Ländern durchgeführt.

Ziel der deutschen Entwicklungs­politik in der Stadt­entwicklung ist es, die Lebens­bedingungen der städtischen Armen nachhaltig zu verbessern, den Bürgern politische und wirtschaftliche Beteiligung zu ermöglichen, negative ökologische Folgen des städtischen Wachstums zu begrenzen sowie die natürlichen Grundlagen der Städte und ihres Umlandes zu erhalten und die Potenziale der Siedlungen, insbesondere der Städte, für die Entwicklung des Landes zu nutzen.

Die Stadt ist Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum. In den urbanen Zentren werden politische Entscheidungen und gesellschaftliche Veränderungen für die Menschen konkret sichtbar. Hier stoßen die Interessen unterschiedlichster Akteure auf engstem Raum aufeinander und müssen in Einklang gebracht werden. Die Stadtverwaltungen sind gefordert, ein friedliches Miteinander zu fördern, die soziale Grundversorgung zu gewährleisten und transparente politische und finanzielle Entscheidungen zu treffen.

"Wenn er gut geleitet wird, kann der Verstädterungsprozess Antrieb für wirtschaftliche und soziale Entwicklung sein", heißt es im Abschlussbericht zum "World Urban Forum", das im März 2010 von UN-HABITAT in Rio de Janeiro veranstaltet wurde. "Wird sie jedoch schlecht oder gar nicht gesteuert, wird Urbanisierung zu sozialer Ausgrenzung, Armut und einer größeren Spaltung der städtischen Gesellschaft führen."

Die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit unterstützt ihre Partner in den Ent­wicklungs­ländern, die erheblichen Heraus­forderungen zu meistern, die sich aus dem rapiden Wachs­tum der Städte ergeben. Ziel ist, die Städte lebens­wert zu gestalten, so dass sie nachhaltig vielfältige Entwicklungs­möglich­keiten bieten. Die gegenwärtige Verstädterung und die mit ihr einhergehenden sozio­öko­nomischen Veränderungen sollen nicht zu einer Hypothek, sondern einer Chance für zukünftige Gene­rationen werden. Es gilt, allen Bürge­rinnen und Bürgern gleichermaßen Zugang zu Infrastruktur, Dienst­leistungen und Wohn­raum zu verschaffen. Zugleich müssen der Ressourcen­verbrauch gesenkt und unum­kehrbare Umwelt- und Klima­schäden vermieden werden.

Das Sektorkonzept zur nachhaltigen Stadt­entwicklung des Bundes­ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sieht vor, dass vor allem die Lebens- und Arbeits­bedingungen der armen Stadtbevölkerung nachhaltig verbessert werden sollen. Es wird angestrebt, die Potenziale der urbanen Zentren für die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Landes zu nutzen und zugleich die natürlichen Ressourcen der Städte und ihres Hinterlandes zu erhalten.

Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ergeben sich daraus folgende Aufgabenfelder:

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