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Das deutsche Engagement
Mikroversicherungen
Mikroversicherungen werden häufig zur sozialen Absicherung von informell Beschäftigten sowie zur Absicherung gegen Naturkatastrophen und Ernteausfallrisiken eingesetzt.
In vielen Staaten sind nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im formellen Sektor oder bei der öffentlichen Hand beschäftigt sind, gegen Lebensrisiken versichert. In den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit arbeiten jedoch bis zu 85 Prozent der Erwerbstätigen im informellen Sektor, etwa als Kleinbauern, Landarbeiter, Hausangestellte oder Gewerbetreibende. Sie werden durch herkömmliche staatliche Sozialversicherungssysteme nicht erreicht.
Eine Möglichkeit zur sozialen Absicherung von Beschäftigten im informellen Sektor bieten Mikroversicherungen. Diese Versicherungen decken Einzelrisiken (zum Beispiel Tod) ab. Sie werden durch relativ geringe Beiträge finanziert und zum Teil auch von den Versicherten – etwa auf Gemeindeebene – selbst verwaltet. In den ärmsten 100 Ländern haben bisher allerdings nur drei Prozent der Menschen mit niedrigem Einkommen Zugang zu Mikroversicherungen.
Deutschland fördert Kleinstversicherungen unter anderem durch die Finanzierung von Durchführbarkeitsstudien, Fonds zur Gründung von Mikroversicherungen und Risikoausgleichsfonds zu marktnahen Konditionen. Voraussetzung für die Förderung ist, dass der Versicherer belegen kann, dass sein Konzept finanziell tragfähig ist und mittelfristig ohne Unterstützung von außen auskommt. Außerdem müssen die Mikroversicherungen an der Nachfrage der Bevölkerung orientiert sein und die Lebensbedingungen der Versicherten nachweisbar verbessern. Eine weitere Voraussetzung ist die Breitenwirksamkeit, was bedeutet, dass breite Bevölkerungsteile auch tatsächlich Zugang zu den Produkten haben.
Absicherung gegen Naturkatastrophen und Ernteausfallrisiken
Gerade in ländlichen Gebieten von Entwicklungsländern sind viele Menschen von natürlichen Risiken wie Dürre, Erdbeben, Sturm oder Überschwemmung bedroht. Naturkatastrophen und Ernteausfälle können sie in existenzielle Not stürzen. Der globale Klimawandel verschärft diese Situation in vielen Regionen der Welt zusätzlich.
Passgenaue Modelle und Instrumente für die höchst unterschiedlichen Risiken und die individuellen Lebenssituationen der Menschen zu entwickeln, ist eine sehr komplexe Aufgabe.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit erprobt Deutschland verschiedene Ansätze zur Absicherung solcher Risiken. Dazu gehören Mikroversicherungen, die die Haushalte speziell gegen Wetter- oder Überflutungsschäden absichern. Auch Rücksicherungsfonds werden bereitgestellt.
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