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Das deutsche Engagement
Soziale Grundsicherung
Wenn Haushalte in chronischer Armut leben oder ohnehin schon arme Menschen von einer Krankheit, einem Unfall oder Ernteausfällen betroffen sind, sind sie oft gezwungen, ihr Überleben durch kurzfristige Notlösungen zu sichern, die ihnen in vielen Fällen langfristig schaden: Sie müssen beim Essen sparen und schwächen damit ihre Gesundheit und Arbeitskraft. Sie müssen Ihre Kinder zur Arbeit statt zur Schule schicken. Sie müssen wichtige Produktionsmittel wie Maschinen oder Saatgut verkaufen, die ihnen dann für die Einkommenssicherung nicht mehr zur Verfügung stehen.
Soziale Grundsicherung vermeidet den Eintritt in die Abwärtsspirale der Armut, stärkt die Fähigkeit zur Selbsthilfe und gibt armen Haushalten eine Perspektive, die über die Sorge um die Beschaffung der nächsten Mahlzeit hinausgeht. Grundsicherungsprogramme kommen überwiegend extrem armen Haushalten und besonders gefährdeten Gruppen wie Frauen, Kindern, älteren Menschen und Personen mit Behinderung zugute. Es werden Sach- oder Geldleistungen gewährt. Häufig ist die finanzielle Unterstützung mit Pflichten verbunden, zum Beispiel dem Schulbesuch der Kinder oder regelmäßigen Arztbesuchen. In diesem Fall spricht man von konditionierten Grundsicherungsprogrammen.
Vor allem in vielen lateinamerikanischen Ländern haben sich derartige Sozialtransferprogramme bei der Armutsbekämpfung sehr bewährt: Die Zahl der Schulbesuche ist dort ebenso markant angestiegen wie die Teilnahme an medizinischen Vorsorgeuntersuchungen.
Deutschland leistet bei seiner Entwicklungszusammenarbeit in diesem Bereich unter anderem Technische Zusammenarbeit in Form von Beratung, Fortbildung und Kapazitätsentwicklung. Finanzielle Unterstützung wird dort geleistet, wo ein Staat die soziale Infrastruktur auf- oder ausbauen muss, um der gesteigerten Nachfrage und Nutzung dieser Dienste gerecht zu werden.







