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Das deutsche Engagement
Menschen mit Behinderung
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben weltweit mehr als 600 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon rund 70 Prozent in Entwicklungsländern. Ursachen für körperliche, geistige oder seelische Behinderungen sind neben Krankheiten auch Ernährungsmängel, falsche oder fehlende Therapie, physische und psychische Gewalt und Krieg, Unfälle aufgrund unzureichender Schutzbestimmungen am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr und zunehmend auch altersbedingte Leiden.
Behinderung ist sowohl ein Grund für als auch eine Konsequenz von Armut: Wer behindert ist, erhält häufig keine angemessene Schulausbildung und kann nur äußerst eingeschränkt erwerbstätig sein. Menschen mit Behinderung sind von vielen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozessen ausgeschlossen. Damit erhöht sich ihr Risiko, unter die Armutsgrenze zu fallen.
Auf der anderen Seite sind arme Menschen eher von Behinderungen betroffen. Sie sind oft nicht in der Lage, sich und ihre Angehörigen ausreichend zu ernähren, haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und können sich nicht gegen soziale Risiken oder Naturkatastrophen absichern.
Moderne Systeme der sozialen Sicherung sind darauf ausgerichtet, Menschen mit Behinderung aktiv in die Gesellschaft einzubinden. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen zur Eingliederung in die Berufswelt. Auch Familienmitglieder und andere Betreuungspersonen werden in die Unterstützung einbezogen.
Die deutsche Entwicklungspolitik fördert die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen über einen sogenannten "twin-track approach". Das bedeutet, dass einerseits spezifische Maßnahmen für die Behinderten selbst entwickelt und umgesetzt werden. Andererseits zielt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit darauf ab, strukturelle soziale Ungleichheiten im jeweiligen Partnerland zu beseitigen.







