Hauptinhalt
Migration

Hintergrund: Neue Perspektiven in einem fremden Land
Jeden Tag verlassen Menschen ihre Heimat, weil sie sich in einem anderen Land ein besseres Leben erhoffen. Sie lassen ihre Familien zurück und tauschen die Geborgenheit der heimischen Kultur, Tradition und der sozialen Einbindung gegen eine ungewisse Zukunft in der Fremde ein. Viele gehen hohe Risiken ein, wenn sie auf illegale Weise versuchen, in einen anderen Staat einzureisen. Niemand trifft eine solche Entscheidung ohne Grund. Große Armut und Not, politische Krisen und bewaffnete Konflikte gehören zu den wichtigsten Gründen für Migration (lateinisch "migratio": Wanderung, Auswanderung, Umzug).
Rund 216 Millionen Menschen, das sind etwa drei Prozent der Weltbevölkerung, leben heute außerhalb ihrer Geburtsländer. Und es ist absehbar, dass die Zahl der Migranten weiter steigen wird: In der globalisierten Wirtschaft wachsen die Arbeitsmärkte international immer stärker zusammen. Gleichzeitig klaffen die demographischen Entwicklungen in Industrie- und Entwicklungsländern auseinander: Während die Bevölkerung in den armen Ländern stark wächst, verzeichnen viele reiche Staaten sehr niedrige Geburtenraten und damit sinkende Einwohnerzahlen und überalternde Gesellschaften. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, die immer mehr Menschen zwingen, in Gebiete mit besseren Lebensbedingungen auszuwandern.
Rund 45 Prozent der globalen Wanderbewegungen erfolgen als sogenannte Süd-Nord-Migration von einem Entwicklungsland in ein Industrieland. Der überwiegende Teil der weltweiten Migration findet jedoch zwischen Ländern der gleichen Entwicklungskategorie statt, in der Regel zwischen benachbarten Staaten.
Die deutsche Entwicklungspolitik will dazu beitragen, den Menschen in ihren Heimatländern Lebensperspektiven zu eröffnen. Sie bekämpft die Ursachen von Armut und hilft damit langfristig auch, die Ursachen für Migration zu verringern. Zugleich werden die Partnerländer dabei unterstützt, das positive Potenzial von Migration besser zu nutzen. Viele Auswanderer sind aktive Brückenbauer zwischen ihren Herkunfts- und Aufnahmeländern. Sie schicken nicht nur Geld in ihre alte Heimat, sondern stellen auch ihr neu erworbenes soziales, technisches und kulturelles Know-how für die Entwicklung ihres Herkunftslandes zur Verfügung.







