Hauptinhalt
Migration

Inhalt
Von Migration profitieren:
Ansätze der Entwicklungspolitik
Ziel der Entwicklungspolitik ist es, Armut und Strukturdefizite in den Entwicklungsländern nachhaltig zu bekämpfen. Dabei werden auch viele Ursachen von Migration berücksichtigt: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert politische, wirtschaftliche und soziale Reformen in den Partnerländern. Sie engagiert sich für eine gewaltfreie Konfliktbearbeitung und stärkt die Zivilgesellschaft.
Doch es braucht Zeit, bis spürbare Verbesserungen für die Bevölkerung eintreten. Den Migrationsdruck kann die Entwicklungszusammenarbeit daher nur langfristig lindern. Entwicklungszusammenarbeit kann jedoch auf verschiedenen Wegen einen Beitrag dazu leisten, Migration so zu gestalten, dass Herkunfts- und Aufnahmeländer davon profitieren.
Migration ist eine Form der Selbsthilfe. Ganze Familien entwickeln Strategien, um einzelnen Mitgliedern die Auswanderung zu ermöglichen. Durch ihre finanzielle Unterstützung sorgen die Migranten dann dafür, dass die im Herkunftsland Verbliebenen ein besseres Leben führen können. Die deutsche Entwicklungspolitik begreift Migration deshalb als Beitrag zur Entwicklung und setzt sich dafür ein, die damit verbundenen Risiken zu verringern. Sie arbeitet dabei eng mit anderen Politikbereichen zusammen, etwa der Außen-, Innen-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik.
So setzt sich das BMZ für nationale und internationale Rahmenbedingungen für Migration ein, die auch den Bedürfnissen der armen Länder Rechnung tragen. Dazu gehören zum Beispiel Regelungen, die es Arbeitskräften aus Entwicklungsländern erleichtern, legal in ein anderes Land auszuwandern.
In Deutschland leistet das BMZ Aufklärungsarbeit über Ursachen und Chancen von Migration. Das Ministerium will damit zu einer größeren Akzeptanz von Migrantinnen und Migranten beitragen. Diese sind wichtige Kooperationspartner für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit des BMZ: Migranten sind in Deutschland und in ihrer alten Heimat Teil der aktiven Zivilgesellschaft. Sie können besonders kompetent über ihre Herkunftsländer berichten und als Brückenbauer zwischen den Staaten wirken.
Europäische Initiativen
Auch auf europäischer Ebene gestaltet das BMZ die Migrationspolitik aktiv mit. Die Europäische Union hat unter anderem folgende Ansätze entwickelt:
-
Blue Card
Die Einführung einer sogenannten EU Blue Card soll die Zuwanderung für Hochqualifizierte in die EU-Mitgliedsstaaten vereinfachen. Ethische Anwerbungsprinzipien und ein intensiver Dialog mit den Herkunftsländern sollen zu einem Interessensausgleich führen. Auf diese Weise wird angestrebt, den Arbeitskräftemangel in der EU zu verringern, ohne einen massiven Wissensverlust in den Entwicklungsländern zu verursachen. Da es nicht ausreicht, wenn ein Land allein solche Prinzipien verfolgt, setzt sich das BMZ dafür ein, dass entsprechende Rekrutierungsregeln – zunächst für Gesundheitspersonal – in allen EU-Staaten einheitlich gelten. -
Zirkuläre Migration
Migration birgt nur dann Chancen für Entwicklungsländer, wenn die Migranten engen Kontakt zur alten Heimat halten können. Die zirkuläre Migration erlaubt es ihnen, ihren Aufenthalt im Gastland zu unterbrechen und für eine gewisse Zeit in ihr Herkunftsland zurückzukehren. So können sie ihr im Ausland erworbenes Wissen in die heimische Wirtschaft und Gesellschaft einbringen und zwischen beiden Ländern hin- und herpendeln. Wichtig ist dabei die Anerkennung von Bildungsabschlüssen. Denn je besser Migranten in den Arbeitsmarkt im Aufnahmeland integriert sind, desto besser können sie ihre Familien und Herkunftsländer unterstützen. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass ein gesetzlicher Anspruch auf Anerkennung von Abschlüssen und beruflichen Fähigkeiten geschaffen werden soll. -
Mobilitätspartnerschaften
Um den gesamten Migrationsprozess gemeinsam zu gestalten, geht die EU mit Herkunfts- und Transitländern sogenannte Mobilitätspartnerschaften ein. Dabei werden die spezifischen Bedürfnisse von Migranten, Herkunfts- und Aufnahmeländern miteinander abgestimmt. Der Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt wird ebenso erleichtert wie die Wiedereingliederung im Herkunftsland. Zugleich unterstützt die EU diese Staaten dabei, die Ursachen unfreiwilliger Migration zu beseitigen. Das BMZ nimmt an Pilot-Mobilitätspartnerschaften mit der Republik Moldau und Georgien teil.
Bilaterale Zusammenarbeit
Für die bilaterale Zusammenarbeit hat das BMZ ebenfalls eine Reihe von Instrumenten zum Thema Migration entwickelt. Sie sollen den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit helfen, die Potenziale der Migration besser auszuschöpfen.
Informationen







