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Kinder- und Jugendrechte
Hintergrund:
Kinder sind unsere Zukunft und die Erwachsenen von morgen
Junge Menschen bilden die Hälfte der Weltbevölkerung. Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft – ganz besonders gilt das in Entwicklungsländern. Dort sind oft 50 bis 70 Prozent der Gesamtbevölkerung unter 25 Jahre alt. Kinder und Jugendliche sind die Hoffnungsträger dieser Länder; von ihnen wird es abhängen, ob der dringend nötige soziale und politische Wandel in ihren Gesellschaften gelingt.
Doch extreme Armut, bewaffnete Konflikte und ein hohes Gewaltniveau, schwere Krankheiten wie AIDS und schlechte Regierungsführung nehmen Millionen Kindern und Jugendlichen ihre Rechte, verhindern ihre gesellschaftliche Beteiligung und mindern ihre Lebenschancen:
Laut UNICEF, dem Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, stirbt in Afrika südlich der Sahara eines von acht Kindern unter fünf Jahren an meist leicht vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten. Damit liegt die Kindersterblichkeit dort ungefähr zwanzigmal so hoch wie in den Industrieländern, wo durchschnittlich ein Kind von 167 vor seinem fünften Geburtstag stirbt.
Weltweit werden etwa 250.000 Kinder als Soldaten missbraucht, mehr als 200 Millionen Kinder müssen arbeiten, 72 Millionen Kinder im Grundschulalter können nicht zur Schule gehen. Weltweit liegt die Rate der Jugendarbeitslosigkeit bei einem historischen Höchststand von 13 Prozent. Die Dramatik dieser Zahl wird besonders im Vergleich zur weltweiten durchschnittlichen Arbeitslosenrate bei Erwachsenen deutlich, die 2009 bei 4,9 Prozent lag.
Die zunehmende Ausbreitung von HIV/AIDS führt dazu, dass die Zahl der Waisen und der von Kindern und Jugendlichen geführten Haushalte zunimmt: Allein in Afrika haben mehr als 12 Millionen Kinder durch die Krankheit einen oder beide Elternteile verloren. Viele der AIDS-Waisen leben in extremer Armut.
Die Zahlen beschreiben einen Teufelskreis aus Armut, Marginalisierung, Perspektivlosigkeit und Frustration und bergen großes Konfliktpotenzial. Denn oft führt die gefühlte gesellschaftliche Ausgrenzung zu einem erhöhten Gewaltpotenzial, aus dem sich bewaffnete Konflikte und kriminelle Gangs nähren. Alle Länder der Erde tragen Mitverantwortung für die katastrophale Situation von Millionen Kindern und Jugendlichen und sind aufgefordert, etwas dagegen zu tun.
Die weltweite Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten ist deshalb eine zentrale Aufgabe sowohl der internationalen als auch der deutschen Entwicklungspolitik im Rahmen eines menschenrechtsorientierten Entwicklungsansatzes.
Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen müssen weltweit verbessert werden. Junge Menschen brauchen Perspektiven und Beteiligungsmöglichkeiten. Ihre Potenziale müssen für den Fortschritt und die Überwindung der Armut genutzt werden.
Informationen

Siehe auch
Externe Links
- Übereinkommen über die Rechte des Kindes
UN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut (PDF 496 KB) - UNICEF-Jahresbericht:
The State of the World's Children 2010: Special Edition – Celebrating 20 Years of the Convention on the Rights of the Child
(PDF 4 MB, englisch) - UNICEF-Jahresbericht:
The State of the World’s Children 2009: Maternal and Newborn Health
(PDF 2,3 MB, englisch) - UNICEF: Children and the Millennium Development Goals – Progress towards A World Fit for Children
(PDF 3,2 MB, englisch)
Publikationen

-
Menschenrechte in der Entwicklungspolitik:
Kinder- und Jugendrechte
(PDF 448 KB, barrierefrei) -
Kinder- und Jugendrechte konkret
(PDF 1,8 MB, barrierefrei) -
Junge Menschen in der deutschen Entwicklungspolitik – Beitrag zur Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen
BMZ-Strategiepapier
(PDF 448 KB, barrierefrei)





