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Schutz von Kindern im Krieg und auf der Flucht und Reintegration von Kindersoldaten
"Im Einklang mit ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht, die Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten zu schützen, treffen die Vertragsstaaten alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass von einem bewaffneten Konflikt betroffene Kinder geschützt und betreut werden."
Rund zwei Millionen Kinder haben in den letzten zehn Jahren im Zuge gewaltsam ausgetragener Konflikte ihr Leben verloren. Die Zahl der verletzten und versehrten Kinder liegt noch um ein Vielfaches höher.
Laut Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) sind von den weltweit 15,2 Millionen Flüchtlingen, 27,1 Millionen Binnenvertriebenen und 983.000 Asylsuchenden mehr als 40 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention legt fest, dass Kinder unter 18 Jahren nicht unmittelbar an kriegerischen Auseinandersetzungen teilnehmen dürfen. Doch laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) kämpfen etwa 250.000 Kinder als Soldaten in Regierungsarmeen oder bewaffneten Gruppen. Entweder werden sie zwangsrekrutiert, oder sie schließen sich den Truppen aufgrund von Armut und Perspektivlosigkeit freiwillig an. Kindersoldatinnen leiden besonders, sie werden häufig Opfer sexueller Gewalt, viele müssen Zwangsehen mit Kämpfern eingehen.
Die physischen und psychischen Folgen, die Kinder und Jugendliche durch Gewalt, Flucht und Vertreibung davontragen, sind fatal. Traumatisierung, der Zusammenbruch von Familien- und Sozialstrukturen sowie die Zerstörung des Gesundheits- und Schulsystems führen zur extremen Benachteiligung ganzer Generationen.
Deutschland unterstützt internationale Institutionen, Programme und Konventionen zur Rehabilitierung von jungen Menschen, die in bewaffnete Konflikte verwickelt sind. Die Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten ist ein wichtiger Schritt in Richtung Versöhnung und Wiederaufbau. Im Jahr 2010 förderte die Bundesrepublik in Afrika insgesamt neun bilaterale und ein überregionales Vorhaben zur Reintegration von Kindersoldaten und jugendlichen Exkombattanten.
Zu den geförderten Ansätzen zählen – neben der psychologischen Unterstützung zur Aufarbeitung von Traumata – besonders Bildung, Beschäftigung, Gesundheitsförderung und politische Teilhabe. Um eine Stigmatisierung von Kindersoldaten zu vermeiden, werden Projekte gefördert, die sowohl ehemalige kämpfende, als auch andere vom Krieg betroffene Kinder und Jugendliche erreichen.
Auch die entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe berücksichtigt in besonderem Maße Kinder und Jugendliche. Sie soll die Folgewirkungen von Krisen, Konflikten und Katastrophen lindern und eine Brücke zwischen humanitärer Hilfe und der nachfolgenden nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit schlagen. In erster Linie geht es dabei um die Wiederherstellung einer elementaren Infrastruktur und sozialer Grundleistungen, die besonders auch Kindern und Jugendlichen zugutekommen.
Informationen

Siehe auch
Externe Links
- Red Hand Day – Globale Aktion Rote Hand: Kein Einsatz von Kindersoldaten
- Child Soldiers Global Report 2008 – Coalition to Stop the Use of Child Soldiers
(PDF 7,1 MB, englisch) - UNICEF-Jahresbericht:
The State of the
World's Children 2010: Special Edition – Celebrating 20 Years of the Convention on the Rights of the Child (PDF 4 MB, englisch) - Leitlinien der EU zu Kindern und bewaffneten Konflikten (PDF 167 KB)






