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Arbeitsfelder

Kinder in einem Mutter-Kind-Heim in Burundi. Urheberrecht: Philipp Ziser

Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

"Jedes Kind hat ein Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit."
Artikel 24 der UN-Kinderrechtskonvention

Die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern haben sich seit 1990 kontinuierlich verbessert. 2009 starben jedoch noch immer 8,1 Millionen Kinder an größtenteils vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.

Etwa 40 Prozent dieser Kinder sterben schon in den ersten Lebenswochen, hierbei spielt vor allem die unzureichende Gesundheitsversorgung während der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt eine große Rolle. Häufige Ursachen für den Tod von Kindern in Entwicklungsländern sind außerdem Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfektionen, Masern und Malaria. Unterernährung ist in einem Drittel der Fälle mitverant­wortlich für den Tod. Viele ernährungsbedingte Krankheiten führen zu Behinderungen. So erblinden jedes Jahr zwischen 250.000 und 500.000 Kinder in Folge von Vitamin-A-Mangel.

Es wird geschätzt, dass mindestens zwei Drittel der Todesfälle im Kindesalter durch einfache und kostengünstige Maßnahmen verhindert werden könnten. Besonders in den ärmsten Ländern sind die Gesundheitsdienste aber nicht leistungsfähig genug, um diese Maßnahmen anbieten zu können.

Die Stärkung von Gesundheitssystemen zählt daher zu den wichtigsten Ansätzen der deutschen Entwicklungszusammen­arbeit zur Senkung der Kindersterblichkeit und wird in einer Vielzahl der Partnerländer unterstützt. Gesundheitsdienste zur Versorgung von Müttern und ihren Neugeborenen, zum Beispiel Schwangerenvorsorge, Geburtsbegleitung und Neugeborenen­versorgung, sind hierbei von großer Bedeutung. Darüber hinaus engagiert sich Deutschland für die Prävention und Behandlung von Atemwegserkrankungen, Durchfallerkrankungen und Malaria. 

Im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit werden internationale Organisationen (zum Beispiel UNICEF, WHO, UNAIDS, GFATM, Weltbank) bei der Umsetzung verschiedener Programme unterstützt. Dazu zählen Impfprogramme, Malariaprävention, Behandlung von Durchfall- und Atemwegs­erkrankungen, das "Integrierte Management von Kinder­krankheiten" (Integrated Management of Childhood Illnesses, IMCI) sowie Programme zur Verhinderung der Übertragung von HIV von Mutter zu Kind.

Lebensbedingungen

Die Gesundheit von Kindern hängt – noch stärker als die Gesundheit von Erwachsenen – von den Lebensbedingungen ab: Schlechtes Trinkwasser, fehlende Sanitäreinrichtungen, Hunger, Umweltverschmutzung und auch mangelnde Bildung der Eltern bedrohen die Gesundheit von Kindern direkt und indirekt.

Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt vor diesem Hintergrund auch Ansätze, die über den Gesundheitssektor hinausgehen, sogenannte sektorübergreifende Ansätze wie die Förderung einer möglichst ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung, die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen oder die Verringerung der Innen­raum­luftverschmutzung.

Ein Ansatz in diesem Bereich sind Schulgesundheitsprogramme. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Gesundheit sowie der Bildungschancen von Schulkindern. Ein wesentlicher Ansatz zur Erreichung dieses Ziels ist die Stärkung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen, das Einüben gesundheitsförderlichen Verhaltens und die Umsetzung präventiver Maßnahmen, etwa Händewaschen mit Seife, im Schulkontext. Grundvoraussetzung hierfür ist eine entsprechend sichere und barrierefreie Schulumwelt. Gesundheitsförderliches Verhalten wird zum Beispiel erst durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und nach Geschlechtern getrennte sanitäre Anlagen ermöglicht.

Mit diesen Ansätzen werden sowohl das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit als auch das Recht auf Bildung und das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung verwirklicht.

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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