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Förderung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen
90 Prozent der Anbauflächen und mehr als 90 Prozent des globalen Vermögens sind im Besitz von Männern. Männer verfügen damit über die Ressourcen und Produktionsmittel, die für wirtschaftliche Betätigung und Wachstum notwendig sind.
Frauen werden dagegen häufig benachteiligt: In Entwicklungsländern haben sie – auch bedingt durch ihren niedrigeren Bildungsstand – kaum Zugang zum formellen Arbeitsmarkt. Sie werden für gleiche Tätigkeiten generell schlechter bezahlt als Männer.
Um Arbeit zu finden und ein eigenständiges Einkommen zu erwirtschaften, weichen sie schließlich in den sogenannten informellen Sektor aus. Nach Schätzungen sind bis zu 80 Prozent der Beschäftigten dieses Wirtschaftsektors Frauen. Sie arbeiten als Straßenverkäuferinnen, für kleine "Hinterhoffirmen" oder in kleinbäuerlichen Betrieben. Ihre Arbeit ist rechtlich und sozial nicht abgesichert und wird volkswirtschaftlich nicht erfasst. Wenn die Geschäfte schlecht laufen, sind sie die ersten, die gehen müssen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass durch die aktuelle Wirtschaftskrise rund 22 Millionen Frauen ihren Job verlieren werden.
Doch auch wenn ihre produktiven Tätigkeiten nur im geringen Umfang von der offiziellen Wachstumsdefinition und -statistik erfasst werden, sind Frauen in vielen Bereichen Leistungsträgerinnen ihrer Gesellschaft. In den meisten Entwicklungsländern produzieren sie beispielsweise den Großteil der Grundnahrungsmittel.
Der gleichberechtigte Zugang von Frauen und Männern zu wirtschaftlicher Betätigung ist ein Menschenrecht und die Basis für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft.
Die wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen wirkt sich nicht nur positiv auf ihre eigene Situation aus. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung und für die Armutsbekämpfung.
Frauen geben einen großen Anteil des Einkommens, über das sie selbst entscheiden können, für die Ernährung und die Bildung ihrer Kinder aus. Daher kommt eine Stärkung der ökonomischen Teilhabe von Frauen der nächsten Generation unmittelbar zugute. Wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen ist nicht nur undemokratisch, sondern auch volkswirtschaftlich kurzsichtig.
Finanzielle Unabhängigkeit ist ein wichtiger Grundpfeiler für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie bietet Frauen einen besseren Schutz vor Ausbeutung, Unterdrückung und Missachtung ihrer Rechte. Nicht zuletzt können Frauen sich besser aus gewaltsamen Beziehungen lösen, wenn sie sich und ihre Kinder alleine ernähren können.
Deutschland engagiert sich deshalb auf verschiedenen Ebenen für das wirtschaftliche Empowerment von Frauen:
In den Partnerländern
In seinen Partnerländern fördert Deutschland Rechtsreformen, die zum Abbau von geschlechtsspezifischen Benachteiligungen von Frauen im Wirtschaftssektor führen. Auch die Verbesserung der Bildung von Frauen ist ein Schwerpunkt der deutschen Maßnahmen.
Um Frauen den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern, fördert das BMZ zum Beispiel ihren Zugang zu Kleinkrediten. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt sich außerdem intensiv für den Aufbau von sozialen Sicherungssystemen für Frauen und die Verbesserung ihrer Arbeitsplatzbedingungen ein.
National
In Deutschland hat das BMZ geschlechtsspezifische Aspekte stärker in den Konzepten der Entwicklungszusammenarbeit verankert, zum Beispiel in den Bereichen Privatwirtschaftsförderung, Wirtschaftpolitik, Bildung und Informations- und Kommunikationstechniken.
Internationale Ebene
Deutschland setzt sich international für die Umsetzung des Gender-Aktionsplans der Weltbank ein, der die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen stärken und die Gleichberechtigung der Geschlechter in wirtschaftlichen Schlüsselsektoren fördern will.
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