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Arbeitsfelder und Instrumente

Eine hochschwangere junge Frau bei einer Routineuntersuchung in Monrovia, Liberia. Urheberrecht: Tiggy Ridley/IRIN

Förderung der Gesundheit und Familienplanung

Jedes Jahr werden 76 Millionen Frauen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger – weil sie nicht aufgeklärt wurden oder keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben. Viele von ihnen entscheiden sich in ihrer Not für einen Schwangerschafts­abbruch.

Mehr als 350.000 Frauen sterben pro Jahr an den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft oder durch Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt.

Bei der Verringerung der Müttersterblichkeit, dem Millenniums­entwicklungsziel 5, sind von allen Millenniumsentwicklungsziele (MDG) die geringsten Fortschritte zu verzeichnen.

Mutter mit den Kindern vor ihrer Hütte im Slumgebiet Mathare Valley in Nairobi, Kenia. Urheberrecht: bpaIm Rahmen internationaler Vereinbarungen hat sich Deutsch­land verpflichtet, dazu beizutragen, dass Frauen über ihre Sexualität selbst bestimmen können. Dies erfordert Investi­tionen in Gesundheit und Bildung, Familienplanung und Auf­klärungsarbeit.

Zur Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Entwicklungs­ländern hat Deutschland seit der UN-Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung in Kairo (1994) insgesamt mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt. Ab 2011 sollen die jährlichen Finanzmittel zur Unterstützung der selbst­bestimmten Familienplanung und reproduktiven Gesundheit auf 80 Millionen Euro im Jahr verdoppelt werden. Auch soll die Bildungsarbeit für Familienplanung verstärkt gefördert werden. Die von Deutschland unterstützten Programme richten sich sowohl an Frauen als auch an Männer, die stärker in die Ver­antwortung einbezogen werden sollen.

Deutschland arbeitet in diesem Bereich auf internationaler Ebene mit dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. Zusätzlich unterstützt die Bundesrepublik die Internationale Vereinigung geplanter Elternschaft (IPPF) mit Beiträgen und Treuhandmitteln für Sonderprogramme.

HIV/AIDS

HIV und AIDS breiten sich in vielen Ländern weiter aus. Der Anteil der Frauen und Mädchen unter den Infizierten ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen und beträgt heute weltweit etwa 50 Prozent. Mangelnde Gleichberechtigung und fehlende sexuelle Selbstbestimmung tragen dazu bei, dass Frauen häufig nicht genügend über die Infektionswege von HIV aufgeklärt sind und nicht in der Lage sind, sichere Schutzmethoden anzuwenden und einzufordern.

Deutschland unterstützt zahlreiche Vorhaben zur Prävention und Bekämpfung von HIV/AIDS – zum Beispiel durch die Beteiligung am Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Die Bundesrepublik fördert außerdem Maßnahmen zum Aufbau von Gesundheitsdiensten und Krankenversicherungssystemen.

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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