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Reformprozesse
Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen
Ländliche Regionen verfügen in der Regel über einen großen Reichtum an natürlichen Ressourcen. Dieser ist jedoch in vielen Entwicklungsländern massiv bedroht. Ihre Armut zwingt die Menschen oft dazu, Raubbau an der Natur zu betreiben. Mit allen Mitteln versuchen sie, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Mangelnde Kenntnisse oder fehlende Handlungsalternativen führen zu Überweidung, Übernutzung sowie falschen Bewässerungs- und Anbaumethoden.
Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft können die wirtschaftliche Grundlage in ländlichen Gebieten nur langfristig sichern, wenn sie nachhaltig betrieben werden. Dazu ist ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen erforderlich: Boden und Wasser müssen geschützt, die biologische Vielfalt und insbesondere die Agrobiodiversität müssen erhalten und das Gleichgewicht der Ökosysteme gesichert werden.
Der Klimawandel und seine Folgen stellen eine wachsende Herausforderung für die Land- und Forstwirtschaft in Entwicklungsländern dar. Einerseits ist die Bevölkerung ländlicher Räume und ihre landwirtschaftliche Produktivität durch den Klimawandel besonders gefährdet, denn extreme Naturereignisse wie Dürren und Überflutung nehmen zu. Andererseits bieten die ländlichen Räume weltweit ein großes Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasemissionen und zur Kohlenstoffspeicherung.
Der Schutz der natürlichen Ressourcen und eine nachhaltige Landnutzung tragen also direkt dazu bei, die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu mindern und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erleichtern.
Agrobiodiversität
Besonders bedeutend für die heutige und zukünftige Welternährung ist die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft (Agrobiodiversität). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts geht sie jedoch stark zurück – vor allem in den Entwicklungsländern sind viele Pflanzen- und Tierarten verschwunden. Monokulturen haben vielerorts die traditionelle Landwirtschaft verdrängt. Zudem fehlen oft die ökonomischen Anreize, die biologische Vielfalt zu sichern.
Für die Ernährungssicherung von Kleinbauern in Entwicklungs- und Transformationsländern spielt Agrobiodiversität eine bedeutende Rolle. Etwa 75 Prozent der ärmsten Menschen der Welt leben in ländlichen Gebieten und sind von der Landwirtschaft abhängig. Dort, wo die Bodenfruchtbarkeit niedrig ist und es an Wasser mangelt, erbringen regionale Pflanzensorten oft bessere Ernten als Hochertragssorten. Vielfältige Mischkulturen mindern das Risiko von Ertragsausfällen. Für die Anpassung der Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels spielt die genetische Vielfalt ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Agrobiodiversität ist damit eine strategische Ressource für die Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. Und auch die Industrieländer sind mit Blick auf den Klimawandel und die künftige Ernährungssicherung auf eine breite Verfügbarkeit unterschiedlicher genetischer Ressourcen angewiesen. Die deutsche Regierung unterstützt daher unter anderem die Umsetzung des Internationalen Saatgutvertrages der Vereinten Nationen. Sein Ziel ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen. Ein entwicklungspolitischer Schwerpunkt ist dabei die Sicherung der traditionellen Rechte der Bauern beim Umgang mit Saatgut (Saatgut aufbewahren, vermehren, austauschen, weiterentwickeln). Deutschland unterstützt seine Partnerländer dabei, ihre nationale Gesetzgebung entsprechend zu gestalten.
Ein weiteres Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Bewohner ländlicher Gebiete für das Thema Agrobiodiversität zu sensibilisieren und die kommunale und dörfliche Infrastruktur entsprechend zu stärken. So können die Bauern das Potenzial der biologischen Vielfalt nutzen, um neue Märkte zu erschließen.
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