Hauptinhalt

Ländliche Entwicklung

Ländliche Entwicklung: ein Schwer­punkt deutscher Entwicklungspolitik

Um die weltweite Armut zu reduzieren und die Ernährungs­sicherheit zu erhöhen, setzt sich Deutsch­land dafür ein, die länd­lichen Räume in Entwicklungs­ländern zu stärken: Länd­liche Entwicklung ist ein Schlüssel­bereich und Förder­schwer­punkt der deutschen Entwicklungs­politik.

Bisher werden vielen Menschen im länd­lichen Raum grund­legende Menschen­rechte wie das Recht auf Nahrung, auf einen angemessenen Lebens­standard, auf Sicherheit, Gesund­heit und Bildung verwehrt. Deutsch­lands Engage­ment für ländliche Entwicklung ist daher auch ein klares Bekenntnis zur Verwirk­lichung der Menschen­rechte. Die deutsche Bundes­regierung setzt sich dafür ein, dass alle Menschen ihr Leben ohne materielle Not, gleichberechtigt, selbstbestimmt und eigen­verantwortlich gestalten können.

Eigenverantwortung stärken

Der Leit­gedanke der zwischen­staatlichen (bilateralen) Entwick­lungs­zusammenarbeit der Bundes­republik Deutsch­land mit Entwicklungs- und Schwellen­ländern ist die "Hilfe zur Selbsthilfe".

Es liegt in der Verantwortung der Partner­länder, ihren menschen­rechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und ihre ländlichen Räume dauerhaft zu entwickeln. Fehlen den Partner­ländern die dafür notwendigen Institutionen sowie technischen, finanziellen und personellen Kapazitäten, so kann das BMZ mithilfe seiner Durchführungsorganisationen vielfältige Unterstützung leisten. Deutsch­lands bilaterale Entwicklungs­zusammenarbeit gibt wichtige Impulse, zeigt Potenziale auf, unterstützt die Erarbeitung und Umsetzung von Entwicklungs­strategien für den ländlichen Raum und macht im politischen Dialog auf Defizite und Konflikte aufmerksam.

Die Entwicklungs­kooperation orientiert sich dabei immer an den lokalen Gegebenheiten. So ist es in Ländern mit fragiler Staatlich­keit zum Beispiel erforderlich, mit besonderen Maßnahmen auf Defizite bei Sicherheit, Demokratie und Rechts­staatlichkeit zu reagieren. Das BMZ setzt dabei auf den möglichst frühzeitigen Einsatz von entwicklungs­orientierter Not- und Übergangs­hilfe, die dann in länger­fristige Programme übergeht. Wichtige Einsatz­bereiche sind der Aufbau von staat­lichen Institutionen, die soziale Sicherung, die zivile Konflikt­bearbeitung und Krisen­prävention sowie eine konflikt­sensible Gestaltung aller Reform­prozesse.

Engagement auf allen Ebenen

Die Entwicklung ländlicher Räume erfordert einen ganz­heitlichen Denk- und Planungs­ansatz, der alle politischen Ebenen und Sektoren umfasst. Daher engagiert sich Deutsch­land auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene und in verschiedenen Themen­feldern. Lang­jährige praktische Erfahrung und Wissen machen Deutschland zu einem angesehen Partner.

Im Mittel­punkt des deutschen Engagements stehen Formen der bilateralen Zusammen­arbeit mit den Partner­regierungen. Durch die bilaterale Entwicklungs­zusammenarbeit werden sie zum einen dabei unterstützt, die Ausgangs­situation ihres Landes zu analysieren und Prioritäten heraus­zuarbeiten. Zum anderen werden sie dabei beraten, wie sie ihre nationalen Anstrengungen mit regionalen und internationalen Vorgaben und Initiativen abstimmen können. Direkte finanzielle und technische Zusam­men­arbeit wird durch die Unterstützung der inter­natio­nalen Agrar­forschung flankiert. Im Mittelpunkt steht die Förderung der unter dem Dach der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) kooperierenden Agrar­forschungs­zentren.

Die Bundes­regierung macht sich dafür stark, die weltweiten Anstrengungen für die Entwicklung ländlicher Räume und für Ernährungs­sicherung zu bündeln und alle wichtigen Akteure zusammen­zubringen. Die deutsche Entwicklungs­zusammenarbeit setzt sich für eine enge Zusammen­arbeit und Abstimmung mit anderen Gebern und für dringend erforderliche Fort­schritte bei der Harmoni­sierung von Geber­leistungen ein. Flankiert werden diese Bemühungen durch die deutsche Mitwirkung in verschiedenen internationalen Gremien.

Service-Links & Inhaltsverzeichnis

Lexikon der Entwicklungspolitik
Fenster schließen